Mein Bücherrückblick

Hallo Ihr Lieben, ich wünsche Euch ein frohes und gutes neues Jahr. Mögen Euch Gesundheit, viel Freude und Glück sowie viele schöne Ereignisse erwarten. Mein neues Jahr startete nicht wie auf Facebook vorhergesagt mit Elyas M´Barek neben mir. Nicht mal irgendein anderer Elyas war da als ich aufwachte. Hmpf. Stattdessen war ich heute wegen einer Blasenentzündung beim Arzt und habe eine Trauerkarte schreiben müssen. (Ehrlich: Eine der beschissensten Pflichten als Erwachsener: Trauerkarten schreiben und kondolieren.)

Nichtsdestotrotz freue ich mich auf das neue Jahr. Denn nach dem Arztbesuch war ich shoppen und habe beim C&A mit seinen 50% auf reduzierte Ware schöne Schnäppchen gemacht. Im März höre ich Arved Fuchs zu, wenn er von seinen Polarexpeditionen berichtet. Im April/Mai wartet natürlich mein Urlaub auf Borneo und im Juli feiere ich im Kreise von Familie und Verwandten und Freunden meinen 40. Geburtstag nach. Außerdem bin ich zum Musicalbesuch nach Bochum eingeladen und werde „Starlight Express“ ansehen. 🙂 Und natürlich gehe ich davon aus, dass ich auch in 2018 wieder viele tolle Bücher lesen werde. Worauf freut Ihr Euch in 2018?

Da nun das Jahr 2017 definitiv abgeschlossen ist, möchte ich Euch hier noch meine Bücher-Highlights des vergangenen Jahres vorlegen und auch die totalen Fehlgriffe. Es gibt keine Rangfolge und ich habe mich auch nicht künstlich beschränkt auf 5 oder 10 Bücher.

Meine Highlights:

Mit „Die Unerwünschten“ von Dimitri Verhulst habe ich gleich zu Beginn des Jahres einen kleinen Schatz entdeckt, der mich sprachlich in den Himmel hob und inhaltlich in ein tiefes Loch stürzte. Die beiden autobiografisch angehauchten Geschichten sind wunderschön geschrieben, doch das Thema um unerwünschte Kinder ist schwer zu verdauen.

Antonia Hodgson ist gleich mit zwei Büchern vertreten: „Der Galgenvogel“ und „Das Sündenhaus“, die beide zu ihrer Tom-Hawkins-Reihe zählen. Tom, das charmante Schlitzohr hat es mir wirklich angetan. Und die historische Kulisse in London und auf dem britischen Land tut neben dem Schreibstil ihr übriges um mich zu fesseln.

Natürlich darf „Selfies“ von Jussi Adler-Olsen hier nicht fehlen. Weil … naja, hey es ist Jussi Adler-Olsen und es geht um Carl Morck und Assad und Rose! Der dänische Tausendsassa hat einmal mehr eine wahnsinnig spannende Story abgeliefert, die mich umgehauen hat.

Auch Ben Aaronovitch darf mit seinem „Der Galgen von Tyburn“ nicht fehlen. Seine Bücher sind immer wieder ein Feuerwerk von Fantasie und Humor. Und ich stehe einfach auf Peter Grant, der mich durch die Straßen des geliebten London führt.

Eines der schönsten Bücher – auch im Hinblick aufs Aussehen, weil es eine Schmuckausgabe ist, – ist „Die Reise mit der Snark“ von Jack London. Ich habe Euch das Buch ja erst kürzlich vorgestellt und davon geschwärmt. Ich freue mich darauf, es bei guter Gelegenheit ein weiteres Mal zur Hand zu nehmen.

Im Sommer nahm Renate Bergmann mich mit „Besser als Bus fahren“ auf eine Kreuzfahrt. Auch bei Frau Bergmann kann man im Grunde bei der Lektüre nichts falsch machen – die Bücher sind immer witzig, voller Charme und politisch nicht immer korrekt. Perfekte Lektüre zum Ausspannen.

Ebenfalls im Sommer hat Saroo Brierley mich mit seiner Autobiografie „Lion. Der lange Weg nach Hause“ emotional völlig aus der Bahn geworfen. Seine Geschichte klingt so unglaublich und ist trotz aller Traurigkeit mit ihrem Happy End ein Beweis, dass man nie aufgeben sollte.

Ebenfalls nicht fehlen darf hier in der Liste „Gezeitenspiel“ von Benjamin Cors. Der dritte Band der Nicolas-Guerlain-Reihe mag von der Story her nicht der Knüller sein, wenn ich sie auch spannend fand. Nein, hier ist es hauptsächlich die poetische Sprache die mich immer wieder in Begeisterungsstürme versetzt.

Eine schöne Überraschung war „Zeit der Schwalben“ von Nikola Scott. Eine Frau bekommt plötzlich eine Zwillingsschwester und muss nun die Wahrheit über die verstorbene Mutter herausfinden. So eine schöne Familiengeschichte mit einer historischen Komponente fällt ja genau in mein Beuteschema und trotzdem war das Buch nicht wie all die anderen aus dieser Kategorie.

Auch „Die goldene Stadt“ von Sabrina Janesch möchte ich erwähnen. Wenn ich auch kein großer Freund vom Protagonisten August Berns bin, da ich seine Ansicht um deins und meins nicht teile, so habe ich doch die Lektüre um die Entdeckung des berühmten Machu Picchu sehr genossen.

Am Ende des Jahres war es eine Geschichte von J.-P. Didierlaurent die mich verzaubert hat: „Der unerhörte Wunsch des Monsieur Dinsky“. Ein alter lebensmüder Mann, ein junger Thanatopraktiker und eine hübsche Pflegerin sind so ein herzerwärmendes Gespann, dass ich es schade fand, wie schnell das Buch gelesen war. Die romantische Geschichte war in dem Fall genau richtig für mich.

Neben den Highlights gab es natürlich auch Bücher, die mich enttäuscht, manche sogar genervt haben. Hier sind meine „Lowlights“ der vergangenen 12 Monate:

„Das Haus der schwarzen Schwäne“ hat meine Erwartungen nicht erfüllt. Statt einer starken jungen Protagonistin erwartete mich ein unreifes Mädchen mit unvernünftigen Vorstellungen. Geht sie zunächst in ihrem Schicksal als regelrecht versklavte Spitzenklöpplerin auf, will sie schließlich ein Reich errichten, in dem nur Frauen regieren.

Dann hätten wir danoch „Du hast keine Wahl“ von Frank Uhlmann. Ich zitiere hier einfach mal aus meiner damaligen Rezension: Es ging mir quasi von Anfang an auf die Nerven. Die mit Klischees und vorhersehbaren Ereignissen vollgestopfte Geschichte, erzeugte kaum Spannung. Die Erschaffung eines Mega-Bösewichts im Hintergrund, der die Fäden zieht und auch im absehbaren Band 3 sein Unwesen treibt, wirkt zu gekünstelt und aufdringlich. Zitatende.

Oh, und  „Kommando Schluckspecht“ von Tobias Keller über einen Typen, der zu blöd ist mit seiner Freundin zu reden! Und der Freunde hat, die ebenfalls zu blöd sind, um ehrlich mit ihren Freundinnen zu reden. Sondern die stattdessen rumjammen und einen bescheuerten Einfall nach dem anderen haben. Ehrlich, ich schimpfe gerne auf Männer, aber so seltendämlich wie dieses Buch sie hinstellt, sind sie echt nicht.

Auch „Wo drei Flüsse sich kreuzen“ von Hannah Kent hat mich geringfügig aggressiv gemacht beim Lesen. Zugegeben in der Vergangenheit und in Irland glaubten die Menschen ja an allerlei Mythen. Was die Autorin hier aber schildert war mir definitiv zu viel, zu übertrieben. Mit zunehmendem Entsetzen habe ich gelesen wie die Situation immer mehr eskaliert.

Meine Erwartungen ebenfalls nicht erfüllt hat „Das Ohr des Kapitäns“ von Gisbert Haefs. Ich fühlte mich an der Nase herum geführt. Um das abgeschnittene Ohr geht es gefühlt 10 Seiten lang – das Buch selbst hat 400 Seiten. Auf denen springen wir munter durch die Zeit und auf der Weltkarte hin und her, beginnen einen Schatzsuche und ergehen uns schließlich in endlosem Kriegsgeschichten-Gelaber. Das Potential, dass die Geschichte zweifellos hat, wurde hier meiner Meinung nach nicht im Geringsten ausgeschöpft.

Und schließlich noch ein Buch, welches ich Euch hier im Blog noch nicht vorgestellt habe – das kommt in den nächsten Tagen: „Die Fallstricke des Teufels“ von Heike Stöhr. Auch von diesem Buch fühlte ich mich regelrecht verarscht. Der Klappentext suggeriert, man würde mit der Protagonistin ein geheimnisvolles medizinisches Werk entschlüsseln. Das tut man nicht! Stattdessen geht es um eine junge Frau, ihr Leben und ihre Heiratskandidaten. Selbst die Ermittlungen zu den ominösen (Selbst)Morden in der Stadt laufen eher nebenher – wobei vom Klappentext her schon ziemlich klar ist, wer dahinter steckt. Das Buch ist lediglich der Auftakt zu einer Trilogie. Und ich werde die beiden anderen Teile nicht lesen.

 

Da sind einige Bücher zusammen gekommen. Vor allem auch auf der Seite der Enttäuschungen. Ich hoffe einfach mal, dass ich in 2018 ein besseres Händchen für Bücher habe. Andererseits: Wer wüsste ohne das Negative das Gute zu schätzen? In diesem Sinne wünsche ich Euch Bücher, die Euch – egal auf welche Weise – nicht kalt lassen. 😉

3 Gedanken zu “Mein Bücherrückblick

  1. Hallo,

    ich wünsche Dir auch noch ein frohes neues Jahr. Für mich hat es leider auch erstmal mit einem Arztbesuch begonnen. Mein Mann will mit mir auch zu Starlight Express, darauf freue ich mich schon sehr.
    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Elke

    Gefällt 1 Person

  2. Pingback: MoFra: Jahresrückblick – Ja oder Nein? | Wortgestalten

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