Tobias Keller: Kommando Schluckspecht

Der Umzug von Bottrop nach München droht. Tim will das mit allen Mitteln verhindern. Also denkt er sich allerlei Aktionen aus, um seine Freundin umzustimmen. Denn in Bottrop ist seine Kneipe, seine Freunde, Familie und naja … eben einfach seine Heimat. Und natürlich läuft das Ganze aus dem Ruder.

_Kommando SchluckspechtTim soll mit seiner Freundin Lisa nach München ziehen, weil sie dort einen Traumjob ergattert hat. Tim aber will nicht umziehen. Er ist jedoch zu feige und zu blöd seiner Freundin das zu sagen. Also startet er allerlei bescheuerte Aktionen, um Lisa die bayerische Großstadt madig zu machen. Das geht natürlich grandios in die Hosen.
Damit ist auch schon alles gesagt zum Inhalt.

Bitte nicht wieder

An der kurzen Inhaltsangabe erkennt der erfahrene Leser der Wortgestalten womöglich schon, dass nun keine Lobeshymne folgen wird. Wie soll ich auch ein Buch loben, in dem Männer so bescheuert sind?
Oft genug halte ich selbst die Herren der Schöpfung nicht für die hellsten Kerzen im Leuchter. Und oft schütteln meine beste Freundin und ich die Köpfe, weil Männer eben keine Männer mehr sind, sondern mehr Frau als ich je sein werde. Aber in diesem Buch werden die Kerle sowas von vorgeführt. Und das auch noch von einem Geschlechtsgenossen. Sie werden so strunzdämlich dargestellt, als Weicheier unter der Fuchtel von tyrannischen Frauen, dass selbst mir die Spucke wegbleibt.
Vielleicht war ich einfach in der falschen Stimmung, denn normalerweise habe ich nichts gegen Humor und überzeichnete Charaktere. Aber das Lesen von so viel bescheuerten Einfällen und so viel Hinterfotzigkeit hat mich schwer aggressiv gemacht. Der Protagonist schafft es einfach nicht seiner Freundin zu sagen, dass er eben nicht nach München will. Sein bester Freund kann seiner Freundin nicht sagen, dass er nicht an den Stadtrand ziehen will. Der dritte Kerl kann seiner Freundin nicht sagen, dass ihn ihr Gemecker nervt. Stattdessen nörgeln alle in ihr Bier in einer heruntergekommenen Kneipe und denken sich manipulative Pläne aus. Wie blöde kann man denn sein?
Muss ich erwähnen, dass ganz vorhersehbar alles nach hinten losgeht und es am Ende einen riesen Krach gibt? Und das die Auflösung ebenfalls beknackt ist? Ein totaler Chaotenroman.
Nein, danke. Bitte nicht wieder.

 

Autorenporträt
Tobias Keller, geboren 1989 in Oberhausen (NRW), studiert in Bochum Deutsch und Pädagogik auf Lehramt. ›Morgens leerer, abends voller‹ ist Kellers Debüt.

Buchinfo
„Kommando Schluckspecht“ von Tobias Keller, erschienen bei dtv
Taschenbuch: 299 Seiten, € 9,95, ISBN: 978-3-423-21686-9
eBook: € 7,99, ISBN: 978-3-423-43174-3

Quellen
Bild/Autorenporträt: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

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