Gavin Baddeley: Marilyn Manson – Seziert

Als Schockrocker ist er bekannt. Ein Freak der immer wieder provoziert, aber auch fasziniert – Marilyn Manson. Um das Gegensätzliche an der Welt im Allgemeinen und an sich im Besonderen zu verdeutlichen, wählte er den ungewöhnlichen Namen. Marilyn, nach der berühmten Schauspielerin Marilyn Monroe, steht für Schönheit, quasi für das Gute. Manson, nach dem Initiator eines Massakers: Charles Manson, verkörpert das Böse. Und doch war auch bei diesen beiden Extremen nicht alles schwarz oder weiß.

Marilyn MansonIm Jahr 1969 wird Brian Warner geboren. Später wird der dürre Junge sich und damit auch seiner Band den Namen Marilyn Manson geben, um auf das Paradoxe, das Gegensätzliche in der Welt hinzuweisen. Die Bedeutung, die man Menschen wie Marilyn Monroe einerseits und Charles Manson andererseits zugesteht. Jedes Mitglied seiner Band wird einen Namen nach dem gleichen Muster wählen.
Seine Vorbilder findet MM sowohl in der Philosophie als auch der Kinderliteratur und der Musik. Dazu spielt seine religiöse Ausbildung eine wichtige Rolle in seiner musikalischen und persönlichen Entwicklung. Sein Debütalbum erscheint 1994 – „Portrait of an American Family“. Produzent Trent Reznor – Kopf der Gruppe Nine Inch Nails – verbindet hier Industrial Rock und Gothic. Eines der Lieder basiert gar auf einem Song von Charles Manson. Es folgen weitere kontroverse Alben sozusagen im Zwei-Jahres-Rythmus, sogar eine Autobiographie von Manson und schauspielerische Auftritte in Filmen.
In den Jahren 1999/2000 sieht Manson sich konfrontiert mit Vorwürfen. Für den Amoklauf von Columbine braucht man einen Sündenbock, denn die Täter selbst sind nicht mehr greifbar. Praktisch, dass es hier den provokanten Marilyn Manson und seine Musik gibt. Wenig später werden ihn die Medien als „vernünftige, eloquente Person“ betiteln.
Autor Gavin Baddeley widmet sich Mansons Musikkarriere, den Einflüssen hinter der Musik und der Person des Musikers, beleuchtet seine Vorliebe für allerlei Rauschmittel, seine Vorbilder und am Rande auch sein Privatleben.

Detaillierte Auseinandersetzung mit Mansons Musik

Diese Biografie des Phänomens Marilyn Manson ist irgendwie unbefriedigend. Trotz der vielen Informationen zu Einflüssen, Denkweise und Philosophie der Figur Manson, hat man den Eindruck die Biografie ist unvollständig. Das Privatleben wird weitestgehend ausgespart. Es ist eher eine detaillierte Auseinandersetzung mit seiner Musik bzw. seiner Karriere.
So interessant die Informationen auch sind, ist das Ganze etwas unglücklich angeordnet. Auf etwa jeder zweiten Seite findet sich ein Textfenster mit weiteren Infos zu einem bestimmten Thema aus dem Fließtext.. Das heißt immer wieder muss die Lektüre des Fließtextes unterbrochen werden, um sich dem Textfenster zu widmen. Dies ist verwirrend und wenig leserfreundlich.
Die Fülle der eingefügten Bilder jedoch ist positiv zu erwähnen. Nicht nur von Manson selbst, sondern auch Personen, Dingen die ihn beeinflussten.

Autorenporträt
Gavin Baddeley: Geboren 1966 als Sohn eines Psychologen-Ehepaars, verbrachte Baddeley seine Kindheits- und Jugendjahre vor allem in seiner englischen Geburtsstadt Cambridge, dem schottischen Sussex und Kalifornien. An der Universität von East Anglia studierte Baddeley Mittelalterliche Europäische und Moderne Amerikanische Geschichte. Zu dieser Zeit begann Baddeley auch, sich umfangreiches Wissen um die Geschichte des Okkulten anzueignen.
In den Jahren darauf arbeitete Baddeley als freier Journalist unter anderem für die Magazine Metal Hammer und The Observer, zudem schrieb er eine Reihe von Sachbüchern, die zumeist den Satanismus im allgemeinen und satanistische Rockmusik im besonderen behandeln. Das bekannteste Werk Baddeleys, der seit 1995 den Rang eines Reverend in der kalifornischen Church of Satan belegt, stellt „Lucifer Rising: A Book of Sin, Devil Worship and Rock ’n’ Roll“ (Plexus Publishing, 1999) dar, das sich Geschichte und Gegenwart des Satanismus widmet.
Als Experte für die Geschichte des Okkulten wirkte Baddeley zudem an zahlreichen TV-Produktionen solcher Sender wie dem BBC oder Channel 4 mit.

Buchinfo
„Marilyn Manson – Seziert“ von Gavin Baddeley, erschienen bei Ubooks, Taschenbuch, 288 Seiten mit 80 teils farbigen Bildern, € 14,95, ISBN 978-3-86608-121-5

Quellen
Bild: www.ubooks.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

2 Gedanken zu “Gavin Baddeley: Marilyn Manson – Seziert

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