Andreas Winkelmann: Deathbook

Kathi ist knapp 16 Jahre alt als sie stirbt. Vom Zug überfahren. Die Polizei geht von einem Suizid aus. Die Familie nicht. Kathis Onkel ermittelt auf eigene Faust. Dabei kommt er einer mysteriösen Website auf die Spur, die sich auf grausame Weise mit dem Tod befasst. Doch mit seinen recht dilettantischen Nachforschungen bringt er sich immer mehr ins Schußfeld. Sowohl der Polizei, die inzwischen doch ermittelt, als auch des Website-Betreibers.

_DeathbookAls die noch 15jährige Kathi stirbt ist ihre Familie geschockt. Da das Mädchen von einem Zug überfahren wurde, geht die Polizei von einem Suizid aus. Ihre Familie kann das nicht glauben. Während Kathis Eltern völlig rat- und haltlos sind, kann ihr Onkel Andreas Winkelmann nicht tatenlos herumsitzen.
Zu Winkelmann hatte Kathi ein besonders enges Verhältnis. Er ist erfolgreicher Schriftsteller von Psychothrillern, abenteuerlustig und mit Kathi die gern Bücher schreiben möchte auf einer Wellenlänge. Er macht, was Kathis Eltern nicht vermögen – er stellt Nachforschungen an.
Bald stößt er auf eine ominöse Website namens Deathbook. Er bekommt geheimnisvolle Nachrichten per Mail, SMS und auf seinem Facebook-Account. Immer wieder der Satz „Leiste Deinen Beitrag…“ Mehr und mehr erhärtet sich sein Verdacht, dass Kathis Tod kein Suizid und auch kein Unfall war. Bei seinen eher dilettantischen Ermittlungen stößt er bald auf weitere Leichen. Die Polizei ist darüber freilich nicht glücklich und beginnt nun ihrerseits zu ermitteln. Kathis Tod bleibt jedoch offiziell nach wie vor ein Freitod.
Mehr oder minder Unterstützung findet Winkelmann bei der Polizistin in Ausbildung Manuela Sperling. Die wird immerhin in die Ermittlungen einbezogen, hat aber wenig zu melden. Weitere Tote tauchen auf, Winkelmann wird verfolgt, verhaftet und ermittelt nach der Entlassung trotzdem weiter.

Top Story mit Mängeln in der Umsetzung

Schon nach den ersten paar Sätzen hatte das Buch bei mir einen schweren Stand. Und das liegt einzig und allein an der Hauptperson: Andreas Winkelmann, der Autor himself. Einen Autor, der keine Biografie oder einen Teil aus seinem Leben niederschreibt, der sich jedoch zur Hauptfigur in seinem Buch macht, empfinde ich persönlich als …hmmm, ich sage mal sehr eigenwillig. Und das nicht im positiven Sinne. Dieses exzentrische Auftreten hat mir leider das ganze Buch ziemlich vergällt.
Dass das Internet und all die Vernetzungsmöglichkeiten der heutigen Zeit eine so große Rolle spielen ist zwar auch nicht ganz mein Fall, aber das hätte ich wohl verschmerzen können. Denn die Idee an und für sich ist klasse. Die Story ist spannend, ziemlich psycho und wer Angst allein im Dunkeln hat, sollte das Buch nicht in die Hand nehmen. Verfolgungswahn dürfte nur eine der Nebenwirkungen der Lektüre sein. Denn die Passagen in denen der Deathbook-Killer und Mitglieder die Hauptrolle spielen sind allesamt beängstigend und bedeuten großen Lesespaß.
Im Verlauf des Buches wird es allerdings noch ein wenig nervig, dass der Hauptprotagonist zuverlässig immer wieder lügt, falsche Versprechungen macht und sich dann in die Scheisse reitet. Und auch die vielen falschen Verdächtigen sprengen den Rahmen in meinen Augen. Ach ja, und das Ende ist mir auch nicht aufgeklärt genug. Wirkt irgendwie abgeschnitten, als würde noch ein halbes Kapitel fehlen.
Bei aller Rumnörgelei, kann ich das Buch allen Psychothrillerfans dennoch empfehlen. Was mir nicht gefällt, finden andere sicher ganz toll. In diesem Sinne frohes Gruseln bei der Lektüre.

Autorenporträt
Andreas Winkelmann, geboren im Dezember 1968 in Niedersachsen, ist verheiratet und hat eine Tochter. Er lebt mit seiner Familie in einem einsamen Haus am Waldesrand nahe Bremen.
Er studierte Sport in Saarbrücken, war vier Jahre Soldat und arbeitete unter anderem als Fitnesslehrer, Taxifahrer, Versicherungsfachmann und freier Redakteur, bevor er sich ganz dem Schreiben widmete.
Seine Leidenschaft für unheimliche Geschichten entwickelte er bereits in jungen Jahren. Mit seinen Büchern „Blinder Instinkt“, „Bleicher Tod“ und „Wassermanns Zorn“ eroberte er die Bestsellerlisten.
Wenn er nicht gerade in menschliche Abgründe abtaucht, geht er einer weiteren Leidenschaft, dem Outdoorsport nach. Er überquerte bereits zweimal zu Fuß die Alpen, steigt dort auf die höchsten Berge und tiefsten Canyons oder fischt und jagt mit Pfeil und Bogen in der Wildnis Kanadas.

Buchinfo
„Deathbook“ von Andreas Winkelmann, erschienen Dezember 2013 bei Wunderlich, Hardcover, 448 Seiten,  € 14,95, ISBN 978-3-8052-5064-1

Quellen
Bild: www.rowohlt.de / Text: Susanne

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