Großbongardt / Pieper: Jesus von Nazareth

Man muss nicht religiös sein, um sich für Jesus von Nazareth zu interessieren. Der Figur Jesus, dem mit ihm verbundenen Aufruhr und die Entstehung der Glaubensrichtung des Christentums kann man sich auch von historischer Seite nähern. Das zeigt das Buch „Jesus von Nazareth und die Anfänge des Christentums“

Jesus von NazarethÜber Jesus von Nazareth steht allerdings zunächst so gut wie gar nichts im Buch drin. Es ist nämlich auch so gut wie gar nichts über die historische Person Jesus bekannt. Die ersten Schriften in denen von diesem bemerkenswerten Mann die Rede ist, entstanden 70 Jahre nach seinem Tod. Das wenige was man weiß, ist also auch noch sehr unzuverlässig.
Vielmehr gibt es verschiedene Artikel in denen hauptsächlich das Leben allgemein um den Beginn der neuen Zeitrechnung herum behandelt wird. In den Kapiteln „Das Leben Jesu“, „Die antike Welt“, „Alltag in Palästina“ und „Ein neuer Glaube“ kommen unterschiedlichste Autoren zu Wort. Da geht es unter anderem um die Entstehung der Evangelien, die ersten getauften Christen, die Bedeutung großer Städte wie Jerusalem oder Cäsarea, um die Schlacht im Teutoburger Wald, Wunderheilungen gegenüber der beginnenden Wissenschaft der Medizin, die Rolle der Frau in Jesu Gefolgschaft sowie den Hype um Reliquien.
Um Jesus selbst drehen sich die wenigsten Artikel. Man erhält also eher ein allgemeines Bild des antiken Lebens, wobei auch hier vieles mehr vermutet wird als belegt ist.

Pure Artikelsammlung

Wer einen zusammenhängenden Roman zu Jesus von Nazareth, das Leben der Menschen zu seiner Zeit und den Beginn der Glaubensrichtung des Christentums erwartet, wird enttäuscht werden. Vielmehr haben die Herausgeber Annette Großbongardt und Dietmar Pieper viele verschiedene Artikel zum Thema im Buch versammelt und einzelnen Kapiteln untergeordnet.
Manches hat weder mit Jesus noch mit dem Christentum zu tun. Warum also die Varus-Schlacht in Germanien Einzug gefunden hat in dieses Buch, ist mir persönlich verborgen geblieben. Allenfalls dienen manche Artikel lediglich dazu sich wohl ein größeres und umfassenderes Bild von der damaligen Zeit zu machen.
Wer hauptsächlich wirklich an der historischen Person Jesus interessiert ist, dürfte mit dem Buch wenig Freude habe. Wen mehr das Leben zu Jesus-Zeiten interessiert, dürfte sich hingegen sehr wohl fühlen mit der Lektüre.

Autorenporträt

Annette Großbongardt, geboren 1961, studierte Romanistik und Germanistik und arbeitet seit 1993 für den SPIEGEL, zunächst als Redakteurin im Deutschlandressort, dann von 1998 bis 2005 als Korrespondentin in Jerusalem und bis Ende 2007 in Istanbul. Heute ist sie stellvertrende Ressorleiterin für Sonderthemen beim SPIEGEL in Hamburg. Bei DVA hat sie mehrere SPIEGEL-Bücher herausgegeben, darunter die Bände „Die Deutschen im Osten” (2011) und „Jesus von Nazareth” (2012).

Dietmar Pieper, geboren 1963, studierte Literaturwissenschaft und arbeitet seit 1989 beim SPIEGEL, von 2001 bis 2008 als einer der Leiter des Ressorts Deutsche Politik in Hamburg. Seitdem ist er Ressortleiter für die Heftreihen SPIEGEL GESCHICHTE und SPIEGEL WISSEN. Bei DVA hat er unter anderem die SPIEGEL-Bücher „Die Staufer“ (2010) und „Jesus von Nazareth“ (2012) herausgegeben.

Buchinfos
„Jesus von Nazareth und die anfänge des Christentums“ herausgegeben von Annette Großbongardt und Dietmar Pieper, erschienen November 2012 bei DVA Sachbuch, Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten, mit Abbildungen, € 19,99, ISBN: 978-3-421-04599-7

Quellen
Bild: www.randomhouse.de / Text: Susanne

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