Beim „Projekt Peacemaker“ von Simon Jacob

Wie schon in meinem Blogpost zur Montagsfrage erwähnt, war ich am 8. Oktober bei einer Buchvorstellung. Journalist Simon Jacob stellte seinen Erfahrungsbericht „Peacemaker. Mein Krieg. Mein Friede. Unsere Zukunft.“ vor und sprach über die Lage im Nahen Osten. Über seinen Besuch in Krisengebieten, Begegnungen mit verschiedensten Menschen, die Ursachen für die Auseinandersetzungen und Fluchtursachen. Auch der Einfluss der sozialen Medien und jederzeit und überall verfügbaren Informationen kam zur Sprache.

Ich will nicht verhehlen, dass ich in Sachen Politik absolut unwissend bin. Und – so sehr ich das mitunter bedaure – wenig interessiert. Auch mein Wissen über die Länder im Nahen Osten, die sogenannten Krisengebiete, hält sich in engen Grenzen. Ich kenne das was in den Medien breit getreten wird. Mit Menschen aus diesen Ländern, Flüchtlingen, habe ich nichts zu tun. Sie begegnen mir nicht im Alltag. Es gibt keine Berührungspunkte und somit keine Gespräche.

Mehr von der menschlichen Seite

Umso gespannter war ich auf den Vortrag und die Lesung. Wobei ich mich mehr für die Begegnungen interessierte, für die Erlebnisse von Herrn Jacob. Sozusagen mehr für die menschliche Seite als die politische.

Unbestritten hat Simon Jacob eine große Präsenz. Seine Leidenschaft für das Thema war deutlich spürbar. Es tat mir daher ziemlich leid, dass nur etwa 25 Menschen das Publikum bildeten.

Den Großteil der ca. 2stündigen Veranstaltung sprach er frei, erklärte viel. Die Einbindung von Videos und Bildern machte den Vortrag abwechslungsreich. Und natürlich las er aus seinem Buch. Zur ergänzenden Untermalung des Gelesenen ließ er im Hintergrund ebenfalls Präsentationen laufen. Diese zeigten Bilder aus den Krisengebieten und waren mit leiser Musik unterlegt. Zunächst fand ich das eine gute Idee – trotz der Fotos die mich zum Heulen brachten.

Allerdings lenkten mich die Präsentationen zu sehr davon ab, was vorgelesen wurde. Ich bekam – auch wegen der Heulerei – kaum etwas davon mit. Das fand ich schade.

Ein eher monotoner Vortrag

Ich muss leider auch sagen, dass ich das Zuhören generell etwas schwierig fand. Herr Jacob sprach zwar leidenschaftlich, aber mit kaum merklicher Modulation in der Stimme, wie mein Begleiter es treffend ausdrückte. Abgesehen von einigen Lautstärke-Variationen war es recht monoton.

Ein weiterer Punkt bereitete mir etwas Unbehagen: Der Großteil des Abends drehte sich selbstverständlich um Glauben und Religion. Simon Jacob ist Christ und sprach sich wiederholt für die Vielfalt des Glaubens aus. Es gab kein Verdammen von Andersgläubigen oder Atheisten. Aber – und das störte mich – mit seinen Aussagen suggerierte er mir, dass die von ihm (zu Recht) hochgepriesene Menschlichkeit, nur im Zusammenhang mit Spiritualität und Glauben möglich sei. Leider habe ich verpasst ihn am Ende darauf anzusprechen: auch Menschen, die nicht an ein göttliches Wesen glauben, die nicht spirituell sind, die nicht in irgendeiner Religion unterwiesen sind, sind der Menschlichkeit fähig.

Beeindruckendes Wissen

Sehr beeindruckend war wiederrum das umfassende Wissen, das sich während des Vortrages zeigte. Auch bei der Beantwortung der Fragen aus dem Publikum im Anschluss an die Lesung.

Soweit ich weiß, gibt es noch einige Vortragstermine. Vielleicht ist das Thema und das Buch ja auch für Euch interessant.

Natürlich habe ich mir das Buch auch gekauft. Ich bin schon dabei es zu lesen. Die Rezension folgt in den nächsten zwei Wochen.

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