Guido Dieckmann: Der Fluch der Kartenlegerin

Direkt vor Christian Vulpius Augen tötet sich eine Frau selbst. Einen Tag später stirbt auch ihr Bruder. Der junge Vulpius ist davon überzeugt, dass die beiden Todesfälle zusammen hängen. Und weil indirekt auch eine Freundin davon betroffen ist, stellt er weitaus mehr Fragen als er sollte. Auch wenn Geheimrat Goethe ihm manche Tür öffnen kann, vermag er nicht, Vulpius vor Gefahren zu schützen.

_Der Fluch der KartenlegerinWeimar 1798: Dank der Fürsprache seines Schwagers Geheimrat Goethe arbeitet der mittellose Christian Vulpius in der ehrwürdigen Bibliothek von Herzogin Anna Amalia. Ausgerechnet dort wird er Zeuge wie sich die Hebamme Josefina Bleichwein mit einem Strick das Leben nimmt. Da sie sich in letzter Zeit ohnehin sonderlich benahm und dem Alkohol mehr zusprach als sie sollte, wundert sich niemand wirklich.
Nur einen Tag später allerdings findet man die übel zugerichtete Leiche ihres Bruders, einem angesehenen Tabakhändler. Auch hier ist Christian Vulpius anwesend. Und obwohl Polizei-Hauptmann Heyne ihm nur zu gern etwas anhängen würde, sieht er hier einen anderen Täter: die gegenüber lebende Witwe Jungmann. Denn die hatte mit dem Tabakhändler Streit und ein gutes Motiv ihn zu töten.
Christian glaubt daran nicht eine Sekunde. Zumal die Verdächtige eine enge Freundin seiner Liebsten Helene ist. Und Helene verteidigt die Witwe und stellt überdies ihre eigenen Ermittlungen an, um den wahren Mörder zu entlarven. Auch Christian will herausfinden was mit dem Geschwistern Bleichwein geschehen ist. Denn so langsam zweifelt er daran, dass die Hebamme freiwillig in den Tod sprang.
Bald werden noch mehr Leichen gefunden. Und immer wieder ist die Rede von einer ominösen Kartenlegerin, die seit geraumer Zeit im örtlichen Gasthof logiert.

Ein nichtssagendes Buch

So richtig gepackt hat mich dieser historische Weimar-Krimi nicht. Es war ziemlich leicht, mich von der Lektüre abzulenken.
Der Plot an und für sich ist durchaus spannend und gut. Auch der Schreibstil lässt sich gut lesen. Keine zu langen Sätze oder langwierige Erklärungen. Aber die Figuren haben mich nicht überzeugt bzw. sie haben mich gleichgültig, sogar kalt gelassen. Das ist insofern verwunderlich, weil die Geschwister Vulpius, natürlich Goethe und diverse andere Protagonisten auf realen Vorbildern beruhen. Und das mag ich ja eigentlich. Hier aber habe ich keinen Zugang gefunden. Das Buch bleibt für mich seltsam nichtssagend.
Einzig der Tagebuchauszug zu Beginn des Buches hat mich sehr neugierig gemacht. Doch der spielt erst sehr spät im Verlauf der Geschichte eine Rolle.
Das dies bereits der zweite Band um Christian Vulpius im historischen Weimar ist, war bis auf gelegentliche Hinweise kaum zu merken. Und es hat in mir keine Neugier auf den Vorgänger geweckt.
Es gibt daher von mir heute keine Empfehlung.

Mehr (bessere) historische Krimis:

Frank Goldammer: Der Angstmann
Lyndsay Faye mit der Timothy-Wilde-Trilogie
Antonia Hodgson mit der Tom-Hawkins-Reihe

 

Autorenporträt
Guido Dieckmann, geboren 1969 in Heidelberg, arbeitete nach dem Studium der Geschichte und Anglistik als Übersetzer und Wirtschaftshistoriker. Heute ist er als freier Schriftsteller erfolgreich und zählt mit seinen historischen Romanen, u.a. dem Bestseller „Luther“ (2003), zu den bekanntesten Autoren dieses Genres in Deutschland. Guido Dieckmann lebt mit seiner Frau an der Deutschen Weinstraße. Als Aufbau Taschenbuch sind von ihm lieferbar: »Die sieben Templer«, »Luther« sowie »Das Geheimnis des Poeten. Ein historischer Weimar-Krimi«. Mehr Informationen zum Autor unter www.guido-dieckmann.de

Buchinfo
„Der Fluch der Kartenlegerin“ Christian-Vulpius-Reihe, Band 2 von Guido Dieckmann, erschienen bei Aufbau Taschenbuch
Taschenbuch: Broschur, 416 Seiten, € 12,99, ISBN 978-3-7466-3335-0
eBook: ePub, 400 Seiten, € 9,99, ISBN 978-3-8412-1405-8

Quellen
Bild/Autorenporträt: www.aufbau-verlag.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

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