Sara Gruen: Das Affenhaus

Für Isabel sind die Bonobo-Affen mit denen sie arbeitet mehr als Pfleglinge, sie sind ihre Familie. Mit ihnen gemeinsam arbeitet sie im Menschenaffen-Sprachlabor. Im Vordergrund steht hier die Kommunikation mit den Tieren. Die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit präsentiert Isabel unter anderem dem Journalisten John Thigpen. Doch noch am gleichen Tag dieser Begegnung, ist mit einem Schlag alles dahin.

Das AffenhausIsabel fühlt sich mit den Bonobo-Affen mit denen sie bei ihrer täglichen Arbeit zu tun hat, mehr verbunden als mit ihrer Familie. Die Tiere sind ihre Familie. Sie kommuniziert mit ihnen, spielt mit ihnen, kümmert sich um deren Bedürfnisse. Die Menschenaffen lernen sich mit Hilfe der Gebärdensprache und verschiedener Lexigramme auf einem Monitor zu artikulieren.
Journalist John hat bereits über Affen berichtet und darf nun mit Kollegen das Sprachlabor besuchen. Um keine Abfuhr von den Affen zu riskieren, bringt er Geschenke mit, was die Bonobos auch sofort für ihn einnimmt. Nach der Begegnung mit den intelligenten Tieren ist John völlig von ihnen fasziniert. Die Nachricht vom Anschlag auf das Sprachlabor erschüttert ihn daher aufs ärgste.
Noch am selben Tag des Besuches ist Isabel die letzte die im Labor mit den Affen verbleibt. Sie steht unmittelbar hinter der Tür, die im nächsten Moment von einer Bombe gesprengt wird. Isabel wird schwer verletzt und liegt wochenlang im Krankenhaus. Die Affen harren zunächst in der Januar-Kälte auf einem Baum aus. Doch bald werden sie brutal herunter geholt und an einen unbekannten Ort verbracht.
Isabel ist entsetzt als sie erfährt, dass die Affen verkauft wurden. Ihr Leben ist völlig aus den Fugen geraten. Nach verschiedenen kosmetischen Operationen, ist ihr Gesicht verändert, ihr kahler Kopf von einer großen Narbe entstellt und ihr Nervenkostüm äußerst mitgenommen. Lediglich ihre ehemalige Praktikantin Celia lässt sie an sich heran. Sie beginnt mit der verzweifelten Suche nach ihren Bonobos.

Bildgewaltig, voller Gefühl und Können

Auch mit diesem Roman hat Sara Gruen ganz besonderes Gefühl und Können bewiesen. Sie erzählt nicht nur eine Geschichte, sie lässt den Leser in dieser Story leben. Setzt ihn neben die Bonobos, wenn sie mit Isabel sprechen, zeigt ihm John der seiner Frau beim Kochen zusieht, lässt ihn mit dem Paar gemeinsam vor den Schwiegereltern fliehen und ist bei Isabel als sie zum ersten Mal nach der Explosion ihre Affen wieder sieht.
Das Buch ist ebenso Bildgewaltig wie es „Wasser für die Elefanten“ war. Hat Sara Gruen mit ihrem Vorgänger in die Zirkuswelt entführt, so tut sie nun das gleiche in „Das Affenhaus“ und fasziniert mit der Welt der Menschenaffen.
Berauschend und spannend von der ersten Seite an, wird man das Buch bis zum Schluss nicht aus der Hand legen können. Ein wundervoller Roman zum wieder und wieder und wieder Lesen.

Autorenporträt
Die gebürtige Kanadierin Sara Gruen zog es zunächst aus beruflichen Gründen in die USA. Als sie dort den Job verlor, begann sie zu schreiben. Ihr dritter Roman, „Wasser für die Elefanten“, wurde einer der größten Überraschungs-Bestseller des Jahrzehnts. Sara Gruen lebt zusammen mit ihrem Mann, drei Kindern, zwei Pferden, zwei Hunden, vier Katzen und einer Ziege in der Nähe von Chicago.

Buchinfos:
„Das Affenhaus“ von Sara Gruen, erschienen März 2011 bei Kindler, Hardcover, 416 Seiten, € 19,95, ISBN 978-3-463-40602-2

Quellen
Bild: www.rowohlt.de / Text: Susanne

Ein Gedanke zu “Sara Gruen: Das Affenhaus

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