Slow-Food 2019 – Brühe, Kürbiskerne und viel Öl

Auch in 2019 sind die Stuttgarter Frühjahrsmessen nicht denkbar ohne den „Markt des guten Geschmacks – die Slow Food Messe“. Dieses Jahr stürzte auch ich mich wieder einmal ins Getümmel und bin der Einladung von der Messe Stuttgart gefolgt.

Obwohl kein Food-Blogger, so bin ich trotzdem interessiert daran, mehr über gute Lebensmittel zu erfahren und vor allem deren Herkunft und Herstellung. Durch das Bloggertreffen am Vormittag habe ich somit schon mal Gelegenheit einige ausgesuchte Aussteller und ihre Produkte näher kennenzulernen.

Ravellis zum Beispiel mit seinen verlockenden gerösteten Kürbiskernen in verschiedenen Mäntelchen. Oder Goodvenience.Bio / J.Kinski mit den ominösen braunen Flaschen in denen sich unterschiedliche Brühen befinden. Erba Tonic Syrup hat ebenfalls den Messestand kurz verlassen, um uns etwas über seine „Geschmacksverstärker“ für Wasser und Gin zu erzählen. Auch der Slow Food Deutschland e.V. hat sich zu uns gesellt und umreißt kurz das Anliegen von Slow Food und dem Markt des guten Geschmacks überhaupt.

Hohe Ansprüche an die 450 Aussteller

Nach den „Einzelgesprächen“ machen wir uns auf ins Gewühl. 450 Aussteller alleine beim „Markt des guten Geschmacks“. Alle ausgewählt nach dem Slow Food Motto „gut, sauber, fair“. Hohe Ansprüche an Geschmack und Qualität sind das Mindeste um hier dabei zu sein. „Außerdem wird großer Wert auf Transparenz bei Herstellung und Inhaltsstoffen gelegt. Die Produkte werden in traditionell handwerklicher Art, weitgehend frei von Hilfs-, Aroma- und Zusatzstoffen sowie umwelt- und ressourcenschonend hergestellt.“ wie es in der Pressemittelung der Messe Stuttgart heißt.

Auf der Suche nach der richtigen Flasche

IMG_20190427_111026_9Während ich noch auf meine Begleitperson warte, tätige ich schon den ersten Einkauf. „100% ökologische Flaschen“ – das interessiert mich, weil ich schon seit längerem auf der Suche nach einer anständigen wiederverwendbaren Flasche bin, die eben nicht aus Kunststoff gefertigt ist.
Bei Nature´s Design werde ich fündig. Die Glasflasche besteht aus Quarzsand und 40% rezykliertem weissen Glas. Der Verschluss ist eine Kombi aus Buchenholz, einem Schraubverschluss aus Holz-Biomasse und einer Dichtungsscheibe aus Bioplastikmasse. Auch die alternativen Verschlüsse für Sportler oder Babys sind zu 100% kompostier- und abbaubar. Dazu erhält man – wenn man will – eine Korkummantelung, die den Flascheninhalt warm oder kalt hält. Natürlich auch alles natürlich.
Die Flasche ist nicht ganz so leicht wie ich es mir wünschen würde, aber sie passt in meine Handtasche. Und irgendwo muss man eben auch Kompromisse eingehen. Also: Gekauft.

IMG_20190427_121328_2Zuerst in den Garten

Meine Begleitung ist da. Bevor wir uns den Gaumenfreuden widmen, bestaunen wir in Halle 8 die Garten-Messe. Von luxuriösen Pools über allerlei Deko und kleine feine Gärten gibt es einiges zu sehen. Klar kann man sich auch mit Pflanzen eindecken – aber ich reiße mich zusammen. Obwohl mich die „Schwebenden Gärten“ sehr faszinieren und beeindrucken. Dafür ist allerdings mein Geldbeutel viel zu klein.

Endlich was zu essen

Und dann gibt’s endlich was zu essen. Obwohl, erstmal gibt es Gedränge, Geschiebe und viele Menschen. Wie trippeln in Mäuseschritten und im Schneckentempo durch Halle 5. Ergattern hier etwas Käse, dort etwas Salami. Stärken uns schließlich mit einer sensationell leckeren Wildbratwurst in dunklem Brot (ich) und Rosmarinkartoffeln (die Begleitung).

IMG_20190427_133600_0Dann finden wir im Irrgarten der Stände auch endlich die Goodvenience.bio GmbH bzw. J.Kinski und seine Brühen. Fröhlich und voller Enthusiasmus werden wir von Jörg Kinski mit Informationen und warmer Brühe versorgt. Das mag ungewöhnlich klingen, aber ja, man kann die tatsächlich auch so trinken.
Während des Probierens sehe ich vor meinem geistigen Auge schon, wie ich die Pilzbrühe in mein Pilzrisotto einmassiere. Die Spargelbrühe dagegen könnte ich tatsächlich auch daheim solo trinken. Für mein Hühnerfrikassee wäre die Hühnerbrühe natürlich ideal. Hach, so viele leckere Gedanken im Kopf.
Vom Kollegen werden die Brühen sogar als Aufputschmittel und Kaffeeersatz geschätzt. Und ja, auch ich fühle mich ein bisschen fitter. Gegen schmerzende Füsse hilft aber leider keine der sieben Sorten.
Jedenfalls bedaure ich jetzt beim Schreiben gerade nicht in Berlin zu leben. Weil nämlich J.Kinski in Friedrichshain ein Lokal betreibt, in dem man – wie ich bei der Internetrecherche rausfinde – verdammt lecker essen kann. Und jetzt habe ich Hunger auf hausgemachte Bio-Sandwiches. Immerhin habe ich noch das Geschenk von Kinski und könnte einen Schluck nehmen.

Aber weiter im Text …

Bald finden wir auch noch Ravellis. Die mit den leckeren Kürbiskernen … oder Kürbiskerle, wie es auf den liebevoll gestalteten Verpackungen steht. 12 leckere Sorten gibt es zu verkosten. Mit dunkler oder weißer Schokolade, mit Früchten, Minze, Lavendel, Ingwer und Chili. Winterlich mit Lebkuchen oder sommerlich mit Joghurt-Schokolade und Zitrone. Für jeden was dabei. Wie auch bei allen anderen haben die Rohstoffe Bio-Qualität, es gibt keinerlei Zusatzstoffe und natürlich handgemacht.

Während meine Begleitung sich auf den Heimweg macht, schlendere ich noch ein wenig durch Halle 3. Dort sind hauptsächlich Whisky- und Gin-Aussteller. Gesundheitsbedingt streiche aber auch ich dann am Nachmittag die Segel.

40% Öl, 20% Käse und Salami, 20% Wein/Alkohol

Mein Fazit von der Messe ist durchwachsen. Von den 450 Ausstellern hatte ich den Eindruck 40% davon bieten Öl an, 20% Käse und Salami, 20% Wein/Alkohol, 10% Gewürze/Salze und der Rest entfällt auf Schokolade, Gebäck, Senf und Brotaufstriche. Vielleicht weiß ich das nicht zu schätzen, weil ich tatsächlich wenig koche und auch nicht so experimentierfreudig bin.

Andererseits hatte ich sehr nette Gespräche, habe lecker gegessen und freue mich auf mein nächstes Pilzrisotto.

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