Linus Geschke: Tannenstein

Im unscheinbaren Tannenstein werden 11 Menschen getötet. Das Vorgehen gleicht einer Hinrichtung. Die Ermittler sind ratlos, es gibt keinen greifbaren Verdächtigen und die Ermittlungen verlaufen im Sande. Jahre nach der Tat macht sich aber der korrupte Polizist Alexander Born auf die Suche nach dem damaligen Mörder. Denn der hat auch seine Geliebte getötet.

_TannensteinAls im kleinen Ort Tannenstein eines Abends 11 Menschen ermordet werden, ist man fassungslos. Die Polizei hat kaum Anhaltspunkte und nur einen vagen Verdächtigen. Die Ermittlungen der Sonderkommission Tannenstein bleiben ergebnislos.
Jahre später rollt aber Alexander Born den Fall für sich selbst wieder auf. Born – seinerzeit Mitglied der SoKo Tannenstein – saß aufgrund eigener Verbrechen die letzten Jahre im Knast. Während dieser Zeit wurde seine Geliebte getötet. Und die soll dem Tannenstein-Mörder dicht auf den Fersen gewesen sein.
Born aktiviert alte zwielichtige Kontakte, verschafft sich Ermittlungsunterlagen von der Polizei und macht sich auf die Suche nach dem sogenannten Wanderer. Ein hochspezialisiert und hocheffizienter Killer, der für Tannenstein und den Mord an Borns Geliebter verantwortlich sein soll. Seine Fähigkeiten lassen auf die Zugehörigkeit zur Russenmafia schließen. Also mischt Born ein paar einschlägige Clubs auf und legt sich mit gnadenlosen Bossen an.

Durchwachsen

Ich fand den Thriller durchwachsen. Inzwischen sind Polizisten in Romanen ja längst keine Engel mehr und agieren oft im (dunkel)grauen Bereich. Bei Born fand ich das aber zu bemüht. Dieses Image des harten Bullen, der unterschlägt und klaut, aus einem eigentlich hehren Grund. Nein, das nehme ich ihm nicht ab.
Auch die Romanze zwischen den Protagonisten fand ich wenig glaubwürdig. Auf mich wirkt sie eher wie Alibimäßig eingeführt, weil ja quasi jeder Krimi und Thriller auch eine Romanze oder mindestens ein erotisches Gimmick haben muss.
Die Story an sich war sehr spannend, wenn zwischendrin auch etwas verworren. Während sich manches für mich schon früh abzeichnete, war doch noch die ein oder andere Überraschung dabei. Auch wer es blutig und brutal mag (bei Büchern!) kommt auf seine Kosten.
Wer auf böse Bullen und private Rachefeldzüge steht, dem dürfte Tannenstein ganz gut gefallen.

 

Autorenporträt
Linus Geschke, 1970 in Köln geboren, arbeitet als freier Journalist für ›SPIEGEL online‹, das ›Manager Magazin‹ und die ›Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung‹. Für seine Reisereportagen hat er mehrere Journalistenpreise gewonnen.

Buchinfo
„Tannenstein“ von Linus Geschke, erschienen bei dtv premium
Taschenbuch: 384 Seiten, € 15,90, ISBN 978-3-423-26218-7
eBook: 416 Seiten, € 13,99, ISBN 978-3-423-43518-5

Quellen
Bild und Autorenporträt: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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