BüRü: Daphne Kalotay: Die Tänzerin im Schnee

Schon bevor ich diesen Blog hier gestartet habe, schrieb ich Rezensionen. Darunter waren viele Bücher, die mich in irgendeiner Weise (in der Regel positiv) beeindruckt haben. Und es wäre schade, wenn man sich immer nur mit Neuerscheinungen beschäftigt ohne auch mal zurück zu blicken. Daher möchte ich Euch unter der neuen Kategorie „Bücherrückblick“ – kurz BüRü – eben die Bücher vorstellen, die zwar nicht neu, aber eben für mich sehr nachhaltig sind. Den Bücherrückblick gibt es ab sofort immer Freitags. Viel Spaß dabei.

 

Als Balletttänzerin wurde Nina Rewskaja vereehrt. Als Schmetterling wurde sie betitelt. Doch nun ist Nina über 80 Jahre alt und sitzt im Rollstuhl. Schon beinah vereinsamt lebt die russischstämmige Frau in Boston. Sie initiiert die Versteigerung ihres gesamten Schmucks und tritt damit eine Lawine von Ereignissen und Erinnerungen los.

Die Tänzerin im SchneeEigentlich möchte Nina Rewskaja mit der Versteigerung ihres gesamten Schmucks noch zu Lebzeiten ein finanzielles Polster für die von ihr geförderte Ballettakademie schaffen. Die Mitarbeiterin des Auktionshauses Beller, Drew, ist bestrebt den Erlös zu steigern. Zumal die Auktion viel Aufsehen erregt. Schließlich ist Nina Rewskaja der Schmetterling des Balletts. Eine aus Russland geflohene Ballerina.
Drew möchte daher so viele Hintergrundinformationen wie nur möglich erhalten und weckt in der alten Dame unliebsame Erinnerungen. Sie wird erst recht neugierig, als ein Spender der unbekannt bleiben möchte, ein weiteres Schmuckstück für die Auktion zur Verfügung stellt. Dieser Bernstein-Anhänger passt perfekt zu einer Kette und Ohrringen, die Nina Rewskaja gehörten.
Obwohl Drew der Ballerina gegenüber nicht erwähnt, wer der anonyme Spender ist, glaubt diese es genau zu wissen. Bereits vor Jahren war dieser Mann mit ihr in Kontakt getreten und sie hatte ihn rüde abgewiesen.
Grigori Solodin ist der mysteriöse Spender. Nach jahrelanger ergebnisloser Suche nach seinen wahren Wurzeln, versucht er, sich sowohl von dem Schmuck als auch seiner Besessenheit zu trennen. Doch durch die charmante Neugier der Auktionshausmitarbeiterin, wird er auf neue Wege geleitet. Seine in einer Sackgasse gelandeten Nachforschungen erhalten neue Nahrung und eine überraschende Wende.

Spannende Reise in die russische Vergangenheit

Die Geschichte von Ninas Vergangenheit ist ebenso packend geschildert wie die Suche nach den Wurzeln der Schmuckstücke und auch Grigori Solodins.
Abwechselnd findet man sich in der Gegenwart in Bosten und Ninas Vergangenheit in Russland wieder. Erfährt wie Nina zum Ballett kam und welche Karriere sie machte. Wie sie ihren Mann kennenlernte und schleichend ihre Gesinnung wechselte. Bis sie schließlich den großen Schritt und die Flucht wagt.
Das Buch zieht den Leser in einen Strudel aus Gefühlen. Man möchte am liebsten gemeinsam mit Drew und Grigori recherchieren. Und während die Ballerina dem Leser relativ fern bleibt, stehen die Auktionshausmitarbeiterin und der Professor dem Leser wesentlich näher.
Das Buch ist unaufgeregt und wunderbar geeignet für entspannte Abende auf der Chouch.

Autorenporträt
Daphne Kalotay ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und unterrichtet u. a. an der Boston University. Sie erhielt zahlreiche Stipendien, 2005 erschien ihr vielgelobter Erzählungsband »Calamity and other Stories«.

Buchinfo
“Die Tänzerin im Schnee“ von Daphne Kalotay, erschienen bei Rütten & Loening, Roman, Taschenbuch: Broschur, 464 Seiten, € 12,959, ISBN 978-3-7466-2802-8
eBook: 464 Seiten, € 7,99, ISBN 9783841204387

Quellen
Bild+Autorenporträt: www.aufbau-verlag.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

Kennt Ihr dieses Buch? Wie hat es Euch gefallen? Ich freue mich auf Eure Meinungen.

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