Iris Kammerer: Varus

Verrat, Kriegsgemetzel, aber auch Loyalität und Freundschaft sind die hervorstechendsten Charakteristika in diesem Buch. Statthalter Varus und sein ganzes Gefolge – einschließlich unschuldigen Frauen und Kindern seiner Soldaten – werden heimtückisch angegriffen. Barbaren die sich Varus nicht unterwerfen wollen, sondern vielmehr zeigen wer wirklich überlegen ist.

VarusVarus ist von Kaiser Augustus eingesetzter römischer Statthalter. Die über weite Gebiete verstreuten Stämme der Barbaren soll er befrieden und sie den herrschenden Gesetzen unterwerfen, um den Frieden auch zu sichern. Wenig überraschend, dass die Stämme davon nicht begeistert sind. Die aufkommenden Gerüchte über eine Verschwörung gegen Varus werden jedoch ignoriert. Ist der angebliche Rädelsführer doch einer der engsten Vertrauten des Statthalters.
Zum Jahresende hin steht der große Marsch nach Norden an, wo sich das befestigte Lager des Heeres befindet. Tausende von Soldaten sowie deren Familien und Sklaven machen sich auf den Weg. Nach ermüdenden Tagesmärschen bei schlechtem Wetter dringen plötzlich Nachrichten vom Überfall auf die Nachhut zum Statthalter und seinen Centurien(?). Der ohnehin lange Zug der Menschen wird auseinander gerissen. Glaubt man zunächst noch an den Überfall eines vereinzelten Barbarenstammes, sieht man sich bald mit immer wieder kehrenden Angriffen konfrontiert. Diese verraten eine weitaus größere Gegneranzahl als angenommen.
Bald stellt sich auch heraus, dass das Gerücht über die Verschwörung gegen Varus sehr wahr ist. Für die Ungläubigkeit des Statthalters büssen alle Menschen in seinem Gefolge. Denn das Ziel ist die komplette Vernichtung von Varus Armee.
Sowohl der forsche Tribun Caldus als auch der Benficarus Titus Annius und dessen Sklavin Thiudgif reisen mit gen Norden. Sie alle werden in den Strudel der Ereignisse gezogen. Eine Rettung scheint nur möglich, wenn sie ihr Heil in der Flucht suchen. Doch das Reisen in den Wäldern ist nicht ungefährlich.

Mitten im Geschehen

Ein beachtliches Werk hat Autorin Iris Kammerer hier zum Varus-Jahr 2008 geschaffen. Die in vielen Einzelheiten geschilderte ungleiche und daher verheerende Schlacht gegen Varus ist kein Fantasiegebilde. Die Schlacht selbst fand statt und auch die Existenz einiger Protagonisten ist durch Schriften belegt.
Das Geschehen um den Statthalter und sein Gefolge ist fesselnd, liest sich mitunter jedoch etwas schwer. Hauptsächlich wohl aufgrund der für heutige Zeit ungewöhnlichen Namen. Es empfiehlt sich vor Lesebeginn, die am Ende eingefügten Erläuterungen anzusehen. Dort finden sich sowohl Informationen zu den wichtigsten Personen als auch Erklärungen zu den damals gebräuchlichen Vokabeln.
Die bildliche Sprache lässt den Leser mitten im Geschehen stehen. Charaktere und deren Erlebnisse fesseln auf faszinierende Weise. Und trotz spärlicher Hinweise beim Wechsel der Szenerie, gibt es keine Verwirrung darüber welchen Charakter man gerade begleitet.
Fans von Schlachtgetümmel und Kriegsführung werden das Buch sicher verschlingen. Dennoch wäre es schade, wenn dies die einzigen Leser blieben, denn das Buch hat mehr als das zu bieten.

Autorenporträt
Iris Kammerer, 1963 in Krefeld geboren, arbeitete nach dem Studium der Klassischen Philologie und Philosophie als Texterin, Redakteurin und Beraterin. Seit 2004 ist sie freie Autorin. Bisher erschien die erfolgreiche Trilogie um den römischen Offizier Cinna („Der Tribun“, „Die Schwerter des Tiberius“ und „Wolf und Adler“) sowie der im Mittelalter angesiedelte Roman „Der Pfaffenkönig“. Iris Kammerer lebt zusammen mit ihrem als Sachbuchautor tätigen Mann Helmut Kammerer in Marburg.

Buchinfo
“Varus“ ein Historischer Roman von Iris Kammerer, erschienen im Oktober 2008 bei Heyne, Taschenbuch, Broschur, 464 Seiten, € 8,95. ISBN: 978-3-453-47089-7

Quellen
Bild: www.randomhouse.de / Text: Susanne

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