Will Schwalbe: An diesem Tage lasen wir nicht weiter

Will Schwalbe ist Cheflektor in einem Verlag und seine Leidenschaft gehört den Büchern. Diese Leidenschaft verbindet ihn auf ganz besondere Weise mit seiner Mutter Mary Anne. Im Buch beschreibt Will Schwalbe das letzte Jahr mit seiner Mutter, die an Krebs erkrankt. Und wie ihr ganz privater Leseclub beiden die Möglichkeit bietet mit der Situation umzugehen.

An diesem Tage lasen wir nicht weiterIm Jahr 2007 erfahren Mary Anne Schwalbe und ihre Familie, dass sie an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist. Unheilbar und mit einer Lebenserwartung von nur noch wenigen Monaten. Für alle ein Schock – erst recht für die aktive und sozial engagierte Mary Anne.
Ihr Sohn Will Schwalbe ist Cheflektor in einem Verlag und begleitet sie fortan zu Arztterminen und Therapiesitzungen. Ihre gemeinsame Leidenschaft für Bücher begründet einen ganz besonderen und kleinen Leseclub. Alles nimmt seinen Anfang mit der Frage „Was liest Du gerade?“.
Fortan tauschen Sie sich aus über die gelesenen Bücher, empfehlen einander besondere Literatur. „Bücher waren für meine Mutter und mich immer eine Möglichkeit, Themen anzuschneiden und zu besprechen die uns beschäftigten, manchmal aber auch unangenehm waren; …“ so schreibt Will Schwalbe. Mit Hilfe der Bücher können beide auch über die beängstigende Seite der Krankheit sprechen.
Dennoch versucht Mary Anne so normal wie nur möglich weiter zu leben und die von ihr angestoßenen sozialen Projekte zu verwirklichen und so weit wie es nur geht voran zu treiben. Sie rät ihren Kindern zu Veränderungen und kostet jeden Tag der ihr noch bleibt aus.
Mit Will spricht sie während der Krankenhausaufenthalte und darüber hinaus über Bücher von Thomas Mann, William Shakespeare, Ken Follett, Stieg Larsson und Tolkien, über „Endstation Sehnsucht“, „Begegnung in Samara“, „Täglich Kraft fürs täglich Los“, „Das Jahr magischen Denkens“ und viele viele mehr. Sie alle halfen Mary Ann auf ihrer Reise in den Tod und Will auf dem Weg in ein Leben ohne seine Mutter.

Über die Macht der Bücher

Trotz des traurigen Grundtenor des Buches vermittelt es hauptsächlich die Freude am Lesen und dem miteinander teilen. Will Schwalbe schreibt nicht übertrieben sentimental. Er zeigt seine Mutter als einen liebevollen, engagierten Menschen, der mehr für andere als für sich selbst da ist und der weiß, wann es Zeit ist, den Kampf zu beenden.
Eine außergewöhnliche Geschichte über das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn verbunden durch ihre Liebe zur Literatur. Über die Macht der Bücher, die sowohl Ablenkung oder Aufklärung bringen können als auch die Möglichkeit Themen anzusprechen, die einem nicht so leicht über die Lippen kommen wollen.
Die Story geht definitv ans Herz und lässt auch keinen kalt. Für ruhige Abende auf dem Sofa besonders gut geeignet.

Autorenporträt
Will Schwalbe war Journalist bei der New York Times und danach Cheflektor bei den Verlagen William Morrow und Hyperion. Nach dem Ausstieg aus der Verlagswelt gründete er die Online-Kochrezeptsammlung Cookstr. Er lebt als Autor in New York.

Buchinfo
„An diesem Tage lasen wir nicht weiter“ von Will Schwalbe, erschienen September 2012 bei List, gebunden mit Schutzumschlag, 384 Seiten, € 16,99, ISBN-13: 9783471350850

Quellen
Bild: www.ullsteinbuchverlage.de / Text: Susanne

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