Relaxen an Sansibars Westküste

Die 2. Station meiner Reise führte mich an die Südwestküste von Unguja, nach Kizimkazi. Der Plan war, dort meiner Schnorchellust zu frönen. Der Plan ging nicht auf, um es schon vorweg zu nehmen. Bei der Unterkunftsuche hatte ich mich hier auf die einschlägigen Hotelsuche-Seiten verlassen. Ich war ein wenig schockiert, da mir hier der Unterschied zwischen den Einheimischen und den Touristen bzw. deren Unterkünften extrem ins Auge fiel. Sämtliche Hotels waren von hohen Mauern umgeben. Im Hotel wurde mir zudem gesagt, wenn ich mir außerhalb des Hotelgeländes Wasser im Ort besorgen will, dann würde man mich begleiten. Das besorgte mich so, dass ich tatsächlich das Hotel nur für kurze Strandspaziergänge verließ und den Ort gar nicht erkundete.

Die nächste Überraschung war, dass auch hier die Gezeiten stark ausgeprägt sind. Während ich für die Ostküste ständig auf diesen Hinweis stieß, war mir für die Westküste nichts Derartiges untergekommen. Dementsprechend enttäuscht war ich als ich entdeckte, dass ich hier maximal im Meer baden gehen kann, wenn das Wasser gerade steigt oder sich zurück zieht und dabei nicht gegen die Klippen auf denen das Hotel steht knallt. Ganz zu schweigen davon, dass kein Schnorchelspot in der Nähe war, den fussläufig zu erreichen war.

Zum Heulen zumute

Anfangs war mir echt zum Heulen zumute. Dabei war die Anlage des Aya Beach Bungalow im Grunde sehr hübsch, mit kleinen Bungalows, einem Pool und vom Restaurant aus hatte man einen tollen Blick aufs Meer. Aber es war eben ein „normales Hotel“ ganz ohne diesen familiären kuscheligen Touch der Red Monkey Lodge. Und ich fand es auch scheisse, hier wieder komplett ohne Gesprächspartner dazustehen. Wobei ich noch am gleichen Nachmittag mit einem französischen Pärchen ins Gespräch kam bzw. eher mit IHM.

Feuchtfröhlicher Ausflug … naja, mehr feucht als fröhlich

Am nächsten Tag schon machte ich eine Blue Safari Tour. Begleitet wurde ich von einer jungen Frau aus Russland und ihrer ca 3jährigen Tochter. Es sollte zu einem Schnorchelspot gehen, dann sollten wir auf einer Sandbank mitten im Meer Grillen und anschließend noch in ein Mangrovengebiet fahren in dem Red Colobus Monkeys leben.

Dank der Mondstellung war das Wasser recht aufgewühlt und die mehr als 1stündige Überfahrt war wackelig und vor allem feucht. Das war am Vormittag kein Problem, sondern vielmehr abenteuerlich. Ich fands super. Das Schnorcheln selbst war nett. Ich bin ja durch die Erlebnisse im Korallendreieck ziemlich verwöhnt, was das angeht. Obwohl es nicht so viele Fische zu sehen gab, war es für mich zu kurz. Denn weil das Kind nicht schwimmen kann, ging auch die Mama nur kurz ins Wasser. Und so fühlte ich mich unter Druck nicht ewig die Unterwasserwelt zu beobachten, damit bei den Begleitern keine Langeweile oder Unmut aufkommt.

Ein Haufen Sand im Meer – und voller Touristen

IMG_0749-31Die Sandbank auf der wir Grillten war sehr schön. Schon idyllisch so mitten im Meer auf einem Haufen Sand und rechts und links brandet das Wasser dagegen. Leider grillten auch noch die Besatzungen von fünf anderen Booten mit. Es war also alles andere als einsam, sondern sehr gedrängt. (Die Franzosen machten den Ausflug am nächsten Tag und hatten die Sandbank tatsächlich ganz für sich.) Als die Flut uns langsam den Boden unter den Füßen wegzog, ergriffen alle die Flucht. Alibimäßig fuhren wir noch zu den Mangroven, aber das war wirklich nur eine Stippvisite und eher enttäuschend.

Der Rückweg – hauptsächlich an der Küste entlang – war noch wellengeprägter als die Überfahrt am Morgen. Schnell konnten wir nicht fahren mit unserem kleinen Boot. Trotzdem waren wir nass bis auf die Knochen von all der Gischt. Und obwohl es weder kalt war und ich Bootstouren sehr mag, dachte auch ich irgendwann, ob denn nun endlich mal unser blödes Hotel in Sicht käme. Es schien endlos zu dauern. Aber schließlich hatte der Trip ein Ende und ich war froh, endlich unter die Dusche springen zu können.

Auf Oktopusfang und Austersuche

Das viel größere Highlight hier war mein morgendlicher Ausflug ins Watt mit einheimischen Frauen. Mit dabei ein Begleiter vom Hotel, da die Frauen kein Englisch sprechen und ich kein Suaheli. Bzw. wenig mehr als Bitte (Tafadhali oder Karibu), Danke (Asante) und Lecker (Kitamu). „Gemeinsam“ gingen wir auf Oktopus- und Austernsuche. In „“ deshalb, weil ich ja erst lernen musste, wonach wir eigentlich Ausschau halten müssen. Außer uns waren – wie jeden Morgen – noch viele andere Jäger und Sammler unterwegs.

Bei Ebbe marschierten wir also den Blick Richtung Boden durch die kleinen verbliebenen Seen. Zu meiner Freude brachte ein anderer Mann einen kleinen Oktopus, um ihn mir zu zeigen und ich durfte ihn mal auf meine Hand kriechen lassen. Dann wurde er wieder in die Freiheit entlassen, um noch etwas zu wachsen.

Wenig später gelang es einer der Frauen ein größeres Exemplar unter einem Stein hervor zu locken. Der durfte ebenfalls mal auf meiner Hand probesitzen. Es fühlte sich nicht halb so schleimig an wie ich dachte. Auch die Saugnäpfe spürte ich kaum. Aber er war sehr geschmeidig und während ich tourimäßig Fotos machte rutschte er mir fast von der Hand. Was natürlich meine Begleiter zu verhindern wussten. Die geübte Jägerin machte dann kurzen Prozess und später am Tag bereicherte er das Abendessen der Familie. Ich steuerte immerhin ein paar Austern bei.

Relaxen und Strandspaziergänge

Den Rest der fünf Tage verbrachte ich auch hier mit Strandspaziergängen bei Ebbe und lag ansonsten faul im Schatten. Unter anderem weil ich mir bei der Blue Safari Tour einen veritablen Sonnenbrand eingefangen hatte. Außerdem würde ich noch genug unterwegs sein, während der Camping-Safari auf dem Festland.

Aber erst einmal ging es für mich noch nach Stonetown – die Hauptstadt von Sansibar.

Übrigens: Eine der beliebten Delphin-Touren machte ich nicht, obwohl mir das immer wieder angetragen wurde und ich auch gern Delphine mal aus der Nähe gesehen hätte. Aber ich hatte vorher schon negatives darüber gelesen. Und der Mann des Franzosenpärchens erzählte mir dann auch, dass bei deren Tour die Delphine von mehreren Booten zusammen getrieben wurden. Und die teils bekloppten Touristen sprangen dann ins Wasser, teilweise auf die Tiere drauf. Auch eine andere Gruppe Touristen aus meinem Hotel hatten wohl ähnliches gesehen, wie ich am Rande mitbekam.

 

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