BüRü: Petra Durst-Benning: Die russische Herzogin

Schon bevor ich diesen Blog hier gestartet habe, schrieb ich Rezensionen. Darunter waren viele Bücher, die mich in irgendeiner Weise (in der Regel positiv) beeindruckt haben. Und es wäre schade, wenn man sich immer nur mit Neuerscheinungen beschäftigt ohne auch mal zurück zu blicken. Daher möchte ich Euch unter der neuen Kategorie „Bücherrückblick“ – kurz BüRü – eben die Bücher vorstellen, die zwar nicht neu, aber eben für mich sehr nachhaltig sind. Viel Spaß dabei.

Olga Romanow, verheiratet mit Karl von Württemberg, lebt bereits seit etwa 20 Jahren Stuttgart. Die anfängliche Verbundenheit mit Karl hat sich verflüchtigt, die Eheleute gehen oft getrennte Wege. Die Ehe blieb kinderlos und auch der Thron ist für Karl kaum erreichbar. Im Gegenteil: sein alter Vater König Wilhelm I. hält ihn sogar weitgehend aus den Regierungsgeschäften heraus. Das eintönige Leben des Kronprinzenpaares wird erst durch Olgas Patenkind Wera aufgewirbelt.

Die russische Herzogin1863: Der russische Zarensohn Konstantin und seien Frau Sanny wissen sich keinen Rat mehr mit ihrer 9jährigen Tochter Wera. Ständig zappelt das Mädchen unruhig herum, zerstört Gegenstände und hat unzählige Flausen im Kopf. Um der Schmach zu entgehen, das Mädchen in eine Irrenanstalt zu geben, bitten sie Konstantins Schwester Olga um Hilfe. Die württembergische Kronprinzessin und Patentante von Wera soll den Wildfang bei sich aufnehmen.
Olga stimmt begeistert zu. Schnell jedoch merkt sie, dass die Erziehung dieses Kindes nicht ohne ist. Wera hat furchtbares Heimweh und rechnet damit bald von ihren Eltern zurück nach Russland geholt zu werden. Sie ist ungestüm und neugierig und tollpatschig. Sämtliche von Olga herbeibestellte Spielkameraden vergrault sie. Nur Margitta, die gleichaltrige Tochter einer Wäscherin, wird ihr eine Freundin. Heimlich treffen sich die beiden Mädchen.
Es dauert seine Zeit, bis Olga und ihre Hofdame Evelyn, mangelnde Bewegung als Ursache für Weras Unruhe feststellen. Fortan wird ein wanderfreudiger Soldat ein- bis zweimal wöchentlich abgestellt, um mit der russischen Zarennichte ausgedehnte Wandertouren zu unternehmen. Das Experiment gelingt.
Jahre später: Olga und Karl sind zwischenzeitlich das Königspaar von Württemberg. An der Zerrüttung ihrer Ehe hat das nichts geändert. Auch die Adoption von Wera nicht, der sie jedoch mehr liebende Eltern waren als ihre leiblichen.
Wera ist zu einer jungen Dame herangereift. Zwar noch immer teils ungestüm und unkonventionell, jedoch auch mit angemessenem Benehmen zur rechten Zeit.
Zum Ende des Krieges sieht die junge Frau ihren Schwarm aus Kindertagen wieder: Eugen Herzog von Württemberg. Ihn und nur ihn wird sie heiraten. Ihre Konkurrenz um diesen Wunschehemann ist jedoch kaum abzuschütteln. Dennoch erreicht Wera ihr Ziel. Den tragischen Verlauf ihrer Ehe und ihres Lebens kennt sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Begeisternde Fortsetzung der Romanow-Saga

Schon mit „Die Zarentochter“ hat Petra Durst-Benning mich in den Bann der Romanows und des Württembergischen Königshauses gezogen. Als historisch belegten Schauplatz des Romans die Stätten und Orte zu sehen, an denen man täglich vorbei fährt, hat auch in „Die russische Herzogin“ etwas ganz Besonderes.
Die Figuren sind detailfreudig und lebhaft dargestellt. Ebenso die Begebenheiten wie ein Spaziergang durch den Rosensteinpark oder der Umzug in die Villa Berg. Der Leser wird in die Geschichte hineingezogen und fühlt sich nicht nur als stiller Beobachter, sondern als Mitglied des Hofstaates um Olga, Karl und Wera.
Wer „Die Zarentochter“ bereits gelesen hat, der darf sich auch „Die russische Herzogin“ nicht entgehen lassen. Und Fans historischer Romane sollten ohnehin zugreifen.

 

Autorenporträt
Petra Durst-Benning, 1965 in Baden-Württemberg geboren, lebt mit ihrem Mann südlich von Stuttgart. Mit ihren historischen Romanen zählt sie zur ersten Garde deutscher Bestsellerautorinnen.

Buchinfo
„Die russische Herzogin“ von Petra Durst-Benning, Historischer Roman
Taschenbuch: erschienen Februar 2012 bei Ullstein, 512 Seiten, € 9,99, ISBN-13 9783548283999
eBook: erschienen September 2010, 512 Seiten, € 8,99, ISBN-13 9783471920121

Quellen
Bild+Autorenporträt: www.ullsteinbuchverlage.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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