Anekdoten aus Schottland 17: Ich gehe baden!

Weiter Blick über den Cairngorm Nationalpark

Weiter Blick über den Cairngorm Nationalpark

Heute mache ich einen Ausflug ins Gebirge. Sozusagen. Bei schönstem Sommersonnenwetter gondele ich auf den Berg, der dem Nationalpark seinen Namen geliehen hat: den Cairn Gorm. Dort oben hat man allerdings nur die Möglichkeit in der Station etwas zu essen und auf der Terrasse einen Überblick über das gesamte Gebirge zu erhalten. Dank des prima Wetters kann man weit sehen. Sogar Schnee auf den benachbarten, etwas höher gelegenen Gipfeln ist zu erkennen.

Da ein Spaziergang hier nicht möglich ist, fahre ich wieder zurück zum Startplatz der Gondel. Denn dort kann man verschiedene Wanderwege beschreiten. Dank einem bei aller Warnung auch witzigem Schild bin ich mit Essen, Wasser und Wetterfester Kleidung ausgestattet als ich mich auf den Weg mache. Es wird vornehmlich vor plötzlichen Wetterumschwüngen gewarnt. Beim Blick in den strahlenden Himmel kann ich das kaum glauben, das wird wohl eher für Frühjahr, Herbst und Winter gelten, aber was weiß ich schon!? Natürlich fehlen auch Fernglas und Digicam nicht in meiner Ausrüstung.

Es sind kaum Leute unterwegs. Das macht es leicht zwei Hirschkühe und ein Kalb zu beobachten. Hier ist es so friedlich. Der Himmel zeigt auch heute ein traumhaftes blau ohne Wolken. In der Landschaft wechseln sich grüne Wiesen mit Wäldern und steinigen Abschnitten ab. Ich stoße auf einen größeren Wasserfall und gönne mir ein wenig klares frisches Wasser vom Berg. Danach kehre ich vorsichtshalber um, denn der Weg wird beschwerlicher und ich bin nicht gut in Form.

Kaum zu fassen, dass man hier Badeurlaub machen kann

Kaum zu fassen, dass man hier Badeurlaub machen kann

Mit meiner kleinen Knutschkugel düse ich wieder bergab. Eine Unmenge Autos am Straßenrand sowie das Glitzern von Sonnenstrahlen auf dem Wasser hinter einer schmalen Baumreihe, lässt mich auch anhalten. Das ist tatsächlich ein Badesee! Also schnappe ich mir mein Handtuch, schlüpfe in den Badeanzug, suche Buch und Wasser und will zum Strand…. wenn ich jetzt noch den Schlüssel hätte, um das Auto abzuschließen. Eine geschlagene halbe Stunde suche ich den blöden Autoschlüssel! Er ist in keiner Hosentasche, liegt nicht auf dem Boden, ist nicht im Koffer. Ich bin völlig ratlos. Ich fange fast an zu heulen. Erst beim vierten systematischen Durchsuchen des Kofferraums fördere ich ihn zutage – er ist in eine bunte Plastiktüte geraten und war nicht zu sehen und wegen der anderen Tüten in der Tüte auch nicht sofort zu fühlen. Erleichtert mache ich mich endlich auf zum Wasser.

Hier ist ziemlich viel los. Der Strand ist voll mit Badegästen. Auch eine Entenfamilie dümpelt am Ufer herum. Ob das Wasser wohl kalt ist? Nein, gar nicht. Die Temperatur ist angenehm und ich schwimme eine Runde.

Wieder am Strand sehe ich mich genauer um. Die Kulisse ist grandios. Gesäumt wird der See von einem schmalen Sandstrand und Wald. Im Hintergrund sind die teils mit Schnee bedeckten Gipfel zu sehen. Dazu noch immer der klare Himmel und die strahlende Sonne. Unfassbar, dass ich hier in Badeklamotten im Sand sitze. Ich dachte ich wäre hauptsächlich in Pulli, Regenjacke und festem Schuhwerk unterwegs?!

Weil es hier so schön ist, will ich hier eine weitere Nacht verbringen. Leider sehen die Hostelbetreiber das anders – sie schicken mich wieder weg, weil sie schon komplett voll sind. Also nicht betrunken, das Hostel ist komplett belegt, meine ich. Ich bin enttäuscht. Bei einem frühen Abendessen schaue ich in meiner Übersicht, wo das nächste Hostel ist und schmiede den Schlachtplan.

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