Daniel Holbe: Giftspur

Die Frankfurter Kommissarin Sabine Kaufmann wechselt zu einer neuen Mordkommission in Bad Vilbel. Aus Giessen stößt Kommissar Ralph Angersbach dazu. Das neue Duo benimmt sich wie Hund und Katze. Als ein recht prominenter Unternehmer aus der Gegend plötzlich tot zusammenbricht, müssen sich die beiden aber auf ihren Job besinnen. Ein weiterer ebenso plötzlicher Todesfall stellt die Ermittler vor ein Rätsel. Denn es gibt bei beiden keine erkennbare Todesursache.

GiftspurSabine Kaufmann hat die letzten Jahre Dienst in der Mordkommission in Frankfurt am Main geschoben. Um sich besser um ihre kranke Mutter kümmern zu können, wechselt sie Wohnort und Job. Ab sofort ist sie im neuen Morddezernat in Bad Vilbel tätig – dem Ort, in dem sie auch aufwuchs.
Die Kollegen lassen Kaufmann ihr Misstrauen an ihrer Person und ihren Fähigkeiten spüren. Für irgendwelche Extratouren ist kein Budget vorhanden. Das Arbeitsklima ist also nicht besonders herzlich.
Kaufmanns zukünftiger Arbeitspartner trifft ebenfalls neu, wenn auch einige Wochen nach ihr, in Bad Vilbel ein. Ralph Angersbach arbeitete bisher in der Gießener Mordkommission. In Bad Vilbel ist er ein kompletter Neuling, was auch für seine Lebens- und Familiensituation gilt.
Kaufmann und Angersbach gebärden sich wie Hund und Katze. Jeder hat Vorbehalte gegen den anderen und es fliegen beinah unaufhörlich Sticheleien hin und her.
Als jedoch der prominente Unternehmer Ulf Reitmeyer beim Joggen tot zusammenbricht, bekommen die Kommissare endlich etwas zu tun. Obwohl es keinen erkennbaren Hinweis auf Mord gibt, scheint auch der plötzliche Tod rätselhaft. Denn Reitmeyer war kerngesund und sportlich. Zudem war er Inhaber eines örtlichen Handels mit Bioprodukten.
Während der Befragungen von Familie und Angestellten, kommen allerlei Animositäten zum Vorschein. Hauptsächlich zwischen Reitmeyers Tochter Claudia und diversen Mitarbeitern. Dass Claudia bald die Ermittlungen nicht mehr unterstützt, sondern vielmehr als lästig erachtet, wirft auf sie kein gutes Licht.
Ein zweiter Todesfall macht das Rätsel schließlich noch größer. Wenige Tage nach Reitmeyer wird einer seiner Angestellten tot in seiner Wohnung gefunden. Dieser war ebenso kerngesund und das plötzliche Herzversagen ist völlig unverständlich.
Kaufmann und Angersbach müssen sich zusammen raufen und eine Klärung herbei schaffen. Denn ihre Vorgesetzten werden ungeduldig.

Humorlose, engstirnige Ermittler

Mit „Giftspur“ hat Daniel Holbe ein ganz solides Debüt hingelegt. Spannung ist durchgehend vorhanden, die Verwicklungen und Intrigen sind nicht überdimensioniert und fügen sich sehr gut in die Geschichte ein. Es ist auch erfreulich, dass sich die Schilderung von Ermittlungen und Privatleben in etwa die Waage hält.
Ein guter Krimi, der empfohlen werden kann.
Mich persönlich hat allerdings die Charakterisierung der Beziehung zwischen den beiden Kommissaren gestört. Bereits im Klappentext wird auf den „gewöhnungsbedürftigen“ Kollegen (Angersbach) hingewiesen. Während der Lektüre konnte ich weder Sabine Kaufmanns Reaktion auf Angerbachs Kommentare noch andersherum nachvollziehen. In meinen Augen sind das Geplänkel und kleine Sticheleien die man mit einem Lächeln oder einer schlagfertigen Antwort parieren kann. Die Kommissare wirken durch die aufgebauschte Animosität sehr humorlos und engstirnig. Das ist sehr schade, denn es nimmt viele Sympathiepunkte.
Alles in allem ist „Giftspur“ durchaus empfehlenswert, mit kleinen Mankos.

Autorenporträt
Daniel Holbe, Jahrgang 1976, lebt mit seiner Familie in der Wetterau unweit von Frankfurt. Insbesondere Krimis rund um Frankfurt und Hessen faszinieren den lesebegeisterten Daniel Holbe schon seit geraumer Zeit. So wurde er Andreas-Franz-Fan – und schließlich selbst Autor. Als er einen Krimi bei Droemer-Knaur anbot, war Daniel Holbe überrascht von der Reaktion des Verlags: Ob er sich auch vorstellen könne, ein Projekt von Andreas Franz zu übernehmen? Daraus entstand die „Todesmelodie“, die zu einem Bestseller wurde. Nach zwei weiteren Krimis, in denen er Julia Durant und ihr Kommissariat weiterleben ließ, ist „Giftspur“ Daniel Holbes erster eigenständiger Kriminalroman.

Buchinfo
„Giftspur“ von Daniel Holbe, erschienen März 2014 bei Knaur TB, Taschenbuch, 464 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-426-51374-3
e-Book: 312 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-426-42159-8

Quellen
Bild: www.droemer-knaur.de / Text: Susanne

2 Gedanken zu “Daniel Holbe: Giftspur

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