Rita Falk: Griessnockerlaffäre

Kaum zu glauben! Dieses Mal steht Polizist Franz Eberhofer doch glatt selbst unter Mordverdacht. Und dann soll er auch noch ausgerechnet einen Kollegen kalt gemacht haben. Zugegeben, so richtig leiden konnte er den nie. Und das beruhte auch auf Gegenseitigkeit. Aber deswegen gleich zum Hirschfänger greifen?

Dorfpolizist Franz Eberhofer führt in seinem Niederkaltenkirchen ein recht beschauliches Leben. Eingebettet in die Gemeinde erfüllt er seine Aufgaben – wenn auch mitunter etwas eigenwillig. Da passt es ihm gar nicht, dass er schon wieder von der PI Landshut angefordert wird, die permanent unterbesetzt ist. Und weil er sich mit dem dortigen Dienststellenleiter ohnehin nicht grün ist, lehnt er rundheraus ab.Griessnockerlaffäre
Bei der Hochzeit eines Kollegen begegnet er dem ungeliebten Paragraphenreiter dann leider doch. Und am nächsten Morgen ist der Landshuter Schnösel tot. Ermordet mit Franz´ Hirschfänger. Ein ziemlicher Schlamassel.
Einzig die schützende Hand von Richter Moratschek – bei dem Franz einiges gut hat – erspart dem Dorfpolizisten den Knast. Und weil die Kollegen aus Landshut so gar nicht richtig ermitteln wollen, übernimmt Franz die Sache eben doch wieder selber. Unterstützt von Kumpel Rudi.
Hauptverdächtige ist natürlich die überaus attraktive und junge Witwe des Verblichenen. Und da Franz nicht der einzige mit einer Aversion gegen den Vorgesetzten war, gibt es durchaus noch andere Verdächtige.
Währenddessen hängt in den heimischen vier Wänden der Haussegen auch etwas schief. Omas Jugendliebe ist unverhofft aufgetaucht und hat sich nun im Eberhofer Haus einquartiert. Dem Papa und natürlich auch Franz´ Bruder Leopold passt das nun überhaupt nicht.

Buch lebt von privaten Ereignissen

Immer wieder eine Freude die Fälle des Franz Eberhofer zu lesen. Dabei leben die Bücher hauptsächlich von den privaten Ereignissen, die so in jedes Dorf übertragen werden könnten. Vom untreuen Sanitär-Fritzen über den eigenwilligen Dorfpolizisten, der sich beziehungstechnisch nicht festlegen will, den Metzger mit dem ungehörigen Sohn bis hin zur Dorftratsche und der schwerhörigen Oma.
Ein wunderbares und erfrischendes Kaleidoskop des Dorflebens. Die Mordfälle geraten da etwas in den Hintergrund, was dem Lesespaß aber in keinster Weise Abbruch tut.

Autorenporträt
Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente) in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht, wuchs bei der Oma auf. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie lebt heute in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.
Die Kindheitserfahrungen sind der Schatz, aus dem Rita Falk als Schriftstellerin schöpft. In ihrem Franz-Eberhofer-Krimi bildet ein bayerisches Dorf den Mittelpunkt des Geschehens. Keine Frage, dass es Rita Falk exzellent gelingt, dieses Bild authentisch in Szene zu setzen. Vor allen Dingen die kleinen und großen Schwächen der Menschen sind es, die sie ihren Lesern kenntnisreich und mit einer gehörigen Portion bissigem Humor serviert. Sie hat ihrem Protagonisten, dem Dorfgendarmen Franz Eberhofer, einen original bayerischen Ton auf den Leib geschrieben, der hart aber herzlich ist. Der Franz sagt halt, was er denkt.
Rita Falk ist sich also beim Schreiben treu geblieben. Ihre eigenen biografischen Wurzeln liefern den Grundstock für amüsante und geistreiche Unterhaltung der besten Lesart. Es bleibt weiterhin spannend – sicherlich wird sie noch viel von sich reden machen, mit ihren Geschichten von ‚dahoam‘.
Mit ›Hannes‹ zeigt sie sich von einer neuen, überraschenden Seite, indem sie eine wahrhaftige, universelle Geschichte erzählt, die niemanden ungerührt lässt.

Buchinfo
„Griessnockerlaffäre“ von Rita Falk, erschienen Oktober 2012 bei dtv, 240 Seiten, € 14,90, ISBN 978-3-423-24942-3

Quellen
Bild: www.dtv.de / Text: Susanne

4 Gedanken zu “Rita Falk: Griessnockerlaffäre

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