„Don´t forget the hips“ oder Koordination: Fehlanzeige

Ich habe etwas Neues gefunden mit dem ich meine Zeit und den Hüftspeck vertreiben kann: Zumba! Wer die einschlägigen Dauerwerbesendungen sieht, kennt sicherlich die nervtötende Werbung in der perfekt geformte Körper im Takt der Musik mit den Händen fuchteln, den Hüften wackeln und den Beinen stampfen. Und die dann kaum außer Atem verkünden, sie hätten noch vor 4 Wochen ganze 140 kg gewogen, aber nun machen sie Zumba und wögen nur noch 50kg. Na klar!
Sofort stand für mich fest: das will ich auch. Aber selbstverständlich habe ich weder Lust noch Kohle, um mir dieses Fitnessprogramm auf geschätzten 80 CDs zu einem „sensationellen Preis von nur € 99,95 mit ohne Versandkosten zzgl. Dummengebühr“ zu kaufen. Deshalb gilt an dieser Stelle mein Dank dem Internet im Allgemeingen und YouTube im Besonderen. Danke.
Ich habe mir also ein Video rausgesucht auf dem einem die Grundschritte – Neudeutsch: die Basics – gezeigt werden. Kein Problem. Einfach ein wenig Platz schaffen vor dem PC, in Position stellen und testen, ob man auch wirklich weit genug von dem Schrank mit den Glastüren weg steht.
Der erste Schritt ist der Merengue, erklärt die übermotivierte Frau im Video. Wir fangen mit der langsamen Version an. Der Merengue ist einfach. Den mach ich ohne ihn namentlich zu kennen auch so schon wenn ich in der Disco die Hüften schwinge. (Überhaupt, Hüften schwingen wird bei Zumba groß geschrieben: HÜFTEN SCHWINGEN! Ohne Hüften geht sozusagen gar nichts. Wer keine Hüften hat, der braucht mit Zumba nicht erst anfangen. )
Na jedenfalls, kann ich den Merengue-Schritt auch in der schnellen Variante. Hervorragend. Ich bin beeindruckt und begeistert. Weiter zum nächsten.
Das ist der Salsa-Schritt. Der kommt mir auch irgendwie schon bekannt vor. Ich äffe nach, was der weibliche Tanzbär auf dem Bildschirm vortanzt. Klappt auch ganz gut. Selbstverständlich schwinge ich wie verrückt meine Hüften. Hoffentlich ist das orthopädisch auch alles korrekt.
Die späteren Schritte habe ich mir nicht namentlich gemerkt, weil ich mich dann doch mal ein wenig konzentrieren musste. Denn dummerweise ist es beim Zumba nicht damit getan, mit schwingenden Hüften die Füsse zur Seite, nach vorne oder hinten zu steppen. An irgendeinem Punkt kommen auch immer die Arme dazu.
Das ist kein Problem, solange ich frei Schnauze damit rumrudern darf. Aber irgendwann verlangt die Frau ein gewisses Maß an Koordinationstalent. Und leider muss ich sagen, sowas hab ich offenbar nicht.
Im Faultier-Modus krieg ich auch die nächsten etwas anspruchsvolleren Schritte gebacken. Sogar mit den entsprechenden Armbewegungen. Aber sobald die Dame auf der Mattscheibe auf Lichtgeschwindigkeit umstellt, bin ich völlig verloren. Während sie über den wohlgepflegten und gebohnerten Parkettboden in ihrem Studio tänzelt, eiere ich über mein heimisches Laminat und habe Mühe mein Arme nicht zu verknoten, mich selber zu schlagen und meine Hüfte nicht auszurenken. Denn „Don´t forget the hips!“ Neenee, vergess ich nicht.
Natürlich ist mein Ehrgeiz geweckt. Kann doch nicht sein, dass ich das Zusammenspiel von Armen und Beinen nicht hinkriege! Also wiederhole ich die entscheidenden Stellen – mehrfach (!) – und das Ergebnis wird nicht erkennbar besser. Ich bin schon dankbar, dass ich mir keine Zerrung im Knie hole und beim Rumgefuchtel noch nichts zu Bruch gegangen ist. Am meisten aber bin ich dankbar dafür, dass mich keiner sieht.
Nicht auszudenken, wenn ich jetzt mitten in einem Pulk von Menschen stünde bei einer dieser Zumba-Veranstaltungen. Alle raffens, nur ich nicht. Womöglich hätte ich einen der Umstehenden schon k.o. geschlagen. Nichtsdestotrotz beiße ich mich durch alle gezeigten Tanzschritte – mehr oder weniger erfolgreich – bis zum Ende des Videos.
Nach ca. 25 Minuten ist dieses aufregende Tanzerlebnis für mich beendet und auch die Tussi auf YouTube ist fertig mit erklären. Immerhin kann sie nicht die Augen rollen über meine Unfähigkeit. Aber wir sehen uns garantiert wieder.

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