Jussi Adler-Olsen: Verachtung

Das tragische und grausame Schicksal eines Bauernmädchens, der politische Aufstieg einer mehr als zweifelhaften Partei und das Verschwinden von mehreren Personen vor 23 Jahren. Diese drei Plots bilden die packende neue Story um das Sonderdezernat Q in dem Vizepolizeikommissar Carl Mørck und seine eigenwilligen Assistenten Rose und Assad ermitteln.

VerachtungNete Hermansen wächst in den 40er und 50er Jahren auf einem Bauernhof unter lauter Männern auf. Dementsprechend unflätig ist ihre Aussprache und freizügig ihr Benehmen. Ein Dorn im Auge der sittsamen Gesellschaft. Mit 15 wird Nete schwanger und ihr Leidensweg beginnt nun richtig. Nach zwei Schwangerschaftsabbrüchen und mehreren unglücklichen Wendungen sowie aufgrund der Ignoranz der Gesellschaft landet sie schließlich auf der Insel Sprogø – einer Anstalt für schwachsinnige und sexuell zu freizügige Frauen. Erst nach einer Sterilisierung darf Nete diesen Ort des Schreckens wieder verlassen. Nicht ohne körperliche und seelische Narben.
Der Arzt Curt Wad engagiert sich derweil für seine Heimat Dänemark. Gemeinsam mit anderen Ärzten und gleichgesinnten Helfern kümmert er sich um die Kontrolle der Geburtenrate. Dafür hat er sein ganz eigenes Wertesystem. Über viele Jahre hinweg arbeiten er und seine Mitstreiter im Geheimen. Im Jahre 2010 wollen sie endlich als Partei „Klare Grenzen“ in die Regierung einziehen. Ihre Ziele sind trotz vernünftig vorgebrachter Argumente umstritten.
Im Sonderdezernat Q stoßen inzwischen Rose und Assad auf mehrere Vermisstenfälle aus dem Jahr 1987. Gleich fünf Menschen verschwanden zum gleichen Zeitpunkt und sind nie wieder aufgetaucht. Eine Tatsache die widerwillig auch den Spürsinn von Vizepolizeikommissar Carl Mørck weckt. Rose und Assad beginnen in alten Zeitungen und Akten zu graben. Während der Ermittlungen stoßen sie unter anderem auch auf die Namen Nete Hermansen und Curt Wad. Und bei weiteren Recherchen gehen ihnen insbesondere die Erkenntnisse über Wads  Machenschaften an die Nieren.
Ein brisanter Fall für Carl Mørck und sein Team, der einen ungeahnt hohen Preis fordert.

Packend geschrieben und eine Überraschung am Ende

Schon nach wenigen Seiten will und kann man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die drei zunächst unvereinbaren Storys sind so genial miteinander verwoben wie es kein Webstuhl besser könnte. Adler-Olsen zeigt hier einmal mehr sein Können in Sachen Thriller.
Neben den verzwickten Ermittlungen erfährt man auch wieder mehr über das Team und dessen alles andere als langweiliges Privatleben. Liebevoll gestaltete Details die den Leser noch mehr an die Geschichte und insbesondere die Mitglieder des Sonderdezernat Q binden.
Voller Spannung und Tragik zeichnet Alder-Olsen die Kreuzung verschiedener Lebenswege und die daraus resultierenden Folgen. Dazu die mit Humor gewürzten Ermittlungen eines eigenwilligen Teams. Alles packend geschrieben und mit einer ordentlichen Überraschung am Ende. Wie im Klappentext des Buches so schön und wahr steht: „Und 30 Seiten vor dem Schluss ergreift einen die Panik, dass man nun ein Jahr auf den nächsten Fall warten muss.“

Autorenporträt
Jussi Adler-Olsen wurde am 2. August 1950 unter dem bürgerlichen Namen Carl Valdemar Jussi Henry Adler-Olsen in Kopenhagen geboren. Er studierte Medizin, Soziologie, Politische Geschichte und Film. Bevor er 1995 mit dem Schreiben begann, arbeitete er in verschiedensten Berufen: als Redakteur für Magazine und Comics, als Koordinator der dänischen Friedensbewegung, war Verlagschef im Bonnier-Wochenblatt TV Guiden und Aufsichtsratsvorsitzender bei verschiedenen Energiekonzernen. Sein Hobby: Das Renovieren alter Häuser. Er ist verheiratet und Vater eines Sohnes.
1997 erschien sein erster Roman › Das Alphabethaus‹ (ab Februar 2012 auch in Deutschland). Er erreichte in Schweden, Holland und Finnland, Spanien, Südamerika und Norwegen die Spitzen der Bestsellerlisten. Es folgten die Romane ›Firmaknuseren‹ (2003) und ›Washington Dekretet‹ (2006), bevor er 2007 mit dem ersten Fall für Carl Mørck, › Erbarmen‹, einen Riesenerfolg hatte. 2008 stürmte er auch mit › Schändung‹, dem zweiten Fall für Carl Mørck, 2009 mit ›Erlösung‹, dem dritten Fall für Carl Mørck, und 2010 mit › Verachtung‹, dem vierten Fall für Carl Mørck, (in DK: ‚Jounal 64‘; ab September 2012 auch in Deutschland) die Bestsellerlisten. Die auf zehn Teile angelegte Carl-Mørck-Serie wird ab 2012 im Rahmen einer europäischen Co-Produktion (Zentropa und ZDF) für Kino und Fernsehen verfilmt. Jussi Adler-Olsen wurde u. a. ausgezeichnet mit dem Harald-Mogensen-Krimipreis 2009 für ›Erlösung‹, dem Reader’s Bookprize 2010, einem der bedeutendsten Literaturpreise Dänemarks, dem Glass Key Award 2010 – dem bedeutendsten Krimipreis Skandinaviens. Jussi Adler-Olsen ist außerdem Preisträger des Goldenen Lorbeers 2011, der wichtigsten literarischen Auszeichnung Dänemarks für das Gesamtwerk eines Autors. ‚Erlösung‘ ist Jahresbestseller 2011 in Deutschland. Jussi Adler-Olsen ist Dauergast auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

Buchinfo
„Verachtung – Der vierte Fall für Carl Morck, Sonderdezernat Q“ von Jussi Adler-Olsen, erschienen im August 2012, Thriller, dtv Hardcover, 544 Seiten, € 19,90, ISBN 978-3-423-28002-0

Quellen
Bild: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

2 Gedanken zu “Jussi Adler-Olsen: Verachtung

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