Mechthild Borrmann: Der Geiger

Mit dem unverhofften Anruf seiner Schwester Viktoria beginnt für Sascha eine Reise in die Vergangenheit. Der junge, bereits straffällig gewordene Kölner reist nach Russland und verfolgt die Spur seiner Familie und einer ganz besonderen Geige.

Der GeigerSascha Grenko ist völlig überrascht als er aus heiterem Himmel einen Anruf seiner Schwester Viktoria erhält. Seit sie als Kinder getrennt wurden, hatte er keinen Kontakt zu Viktoria und nun bittet sie ihn um Hilfe. Doch noch bevor er mit ihr Sprechen kann, wird die junge Frau ermordet. Einzig eine Tasche mit alten und neuen Papieren fällt ihm als Vermächtnis seiner Schwester in die Hände.
In anwaltlichen Schreiben ist von einer Geige die Rede, die im Namen der Familie Grenko von den russischen Behörden zurück gefordert wird. Der Besitz dieser Geige wird von russischer Seite jedoch geleugnet. Laut den Unterlagen handelt es sich um eine Geige aus der Werkstatt Stradivaris, die im 19. Jahrhundert von Zar Alexander Saschas Vorfahren geschenkt wurde. Seit 1948 ist diese Geige und auch sein letzter Besitzer – Saschas Großvater Ilja – verschollen. Einzig ein Brief, geschrieben auf die Rückseite eines Dosenetiketts, lässt das Schicksal von Ilja erahnen.
Mit der Hilfe seines Vorgesetzten gelingt es Sascha nach Russland zu reisen. Mit der Hilfe einer ambitionierten Journalistin erhält er auch Kontakt zu einem zwielichtigen Geschäftsmann. Im Tausch gegen den Brief ist er bereit Sascha bei der schwierigen und gefährlichen Suche nach der Stradivari zu helfen.

Ein wunderbares Buch

Ein spannungsgeladenes Buch, das man am besten in einem Rutsch durchliest. Die tragische Geschichte um den begnadeten Geiger Ilja, seine Familie und deren Nachkommen ist packend, bewegend und mitreißend.
Realistisch und nicht rührselig schildert Borrmann sowohl die Ereignisse im Jahr 1948 in Moskau als auch später die Verhältnisse im Arbeitslager und in der Verbannung. Mit dem Protagonisten Sascha hat sie einen jungen Darsteller in der Gegenwart, der die Ereignisse voran treibt und der genau wie der Leser die Vergangenheit verstehen will.
Ein wunderbares Buch, das viel zu schnell zu Ende war. Eine ganz klare Empfehlung.

Autorenporträt
Mechtild Borrmann wurde 1960 geboren und lebt heute in Bielefeld. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie am Niederrhein. Bevor sie sich dem Schreiben von Kriminalromanen widmete, war sie u.a. Tanz- und Theaterpädagogin, Groß- und Außenhändlerin und als Gastronomin tätig. Seit 2011 ist Frau Borrmann freie Schriftstellerin und Mitherausgeberin des Literaturmagazin “Tentakel”. 2012 wurde ihr Roman “Wer das Schweigen bricht” mit dem Deutschen Krimi Preis 2012 ausgezeichnet. Weitere Informationen über die Autorin und ihre Romane unter http://www.mechtild-borrmann.de.

Buchinfo
„Der Geiger“ von Mechthild Borrmann, erschienen August 2012 bei Droemer, 304 Seiten, Gebunden, € 19,99, ISBN3-426-19925-4, ISBN 978-3-426-19925-1

Quellen
Bild: www.droemer-knaur.de / Text: Susanne

2 Gedanken zu “Mechthild Borrmann: Der Geiger

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