Borneo: Schnorcheln auf Mamutik – So viele Fische!!!

Sonntag, 07. Mai 2017

Die Kurzfassung:
Besuch des sonntäglichen Gaya-Market vorm Hotel. Anschließend Schnorchelausflug nach Mamutik, eine vorgelagerte Insel. Kein einsamer Strand wie gedacht, sondern überschwemmt mit Tagesausflüglern wie mir. Wider Erwarten gibt es viele Fische zu sehen und dank Ganzkörperschutz entgehe ich einem Sonnenbrand. Denn die Sonne brennt und es ist entsprechend heiß.
Beim Abendessen saue ich mit Tintenfischen und einem zerteilten Krebs rum und freue mich wie ein kleines Kind.

 

Und jetzt ausführlich:

Miss Susan ist wieder mal früh wach. Nach dem Frühstück besuche ich gleich den Gaya-Street-Market. Der sonntägliche Markt bei dem es alles, wirklich alles, zu kaufen gibt, findet in zwei parallelen Straßen direkt vor dem Hotel statt. Wie praktisch. Ich staune über das Angebot. Wobei nicht die Kleidung oder die Souvenirs oder die Lebensmittel mich überraschen. Nein, ich könnte hier auch Haustiere kaufen, Werkzeug, Pflanzen, Haushaltsgeräte oder allerlei praktische Dinge für den Alltag. Wie zum Beispiel ein Reparaturset für löchrige Eimer. Anschaulich zeigt der Verkäufer einigen Interessenten wie man mit dem kleinen Pad das Loch im Eimer versiegelt. Etwas weiter näht ein Mann eine Schuhsohle wieder fest, um das dafür notwendige Werkzeug an den Kunden zu bringen. Auch Haushaltsgeräte werden vorgeführt. Es ist bunt und voller Menschen.
In der Parallelstraße gibt es kaum Stände. Hier präsentieren Menschen ihr Obst und Gemüse auf einer Decke auf dem Boden. Bauern aus der Umgebung, die hier ihre wöchentliche Ernte verkaufen. Ein Mann verkauft Kücken, vor einem anderen liegen einige Fische in der Sonne. An einem Stand gibt es Reis, den man sich abwiegen lassen kann.
Obwohl ich die Kamera dabei habe, kann ich Euch kein Foto davon zeigen. Ich habe nicht fotografiert. Es kommt mir immer so blöd vor, mich vor einen Stand zu stellen, die Ware zu knipsen und dann nichts zu kaufen. Auch scheue ich mich davor Menschen so ungeniert abzulichten. Würde ich fragen, würde sicherlich keiner ablehnen. Das hat bisher niemand, den ich fragte. Obwohl ich ganz klar als Touristin erkennbar bin, will ich irgendwie nicht, dass die Menschen mich hier als fotografierwütigen Ausländer ansehen und dass sie sich beglotzt vorkommen.
Ich kaufe so gut wie nichts und ärgere mich im Nachhinein darüber. Denn hier hätte ich doch das ein oder andere Mitbringsel erstehen können. Am Ende habe ich von anderer Stelle Pfeffer, Kaffee und Tee mitgenommen. Keine Klamotten, die nicht passen oder Nippes, der Staub ansetzt.

Endlich gehts Schnorcheln

Den restlichen Tag möchte ich endlich Schnorcheln gehen. Vor der Küste Kota Kinabalus gibt es mehrere kleine Inseln, die zum Tunku Abdul Rahman Park, einem Wasserschutzpark gehören. Mehrmals täglich fahren Fähren zu den Inseln und man kann entscheiden, ob man nur eine oder mehrere besucht. Als lohnendes Ziel hat Tom mir Mamutik empfohlen. Ich irre ein wenig herum, bis ich endlich den Hafen Jesselton Ferry gefunden habe. Er ist weiter vom Hotel weg als gedacht.
Ich freue mich auf einen schönen einsamen Strand mit Palmen, blauem Wasser und Ruhe und Entspannung. Das ist mein Bild vor Augen. Natürlich sieht die Realität anders aus. Schon vom Anleger aus sehe ich auf der linken Seite des Strandes lauter Pavillons mit Tischen und Stühlen aufgestellt. Unzählige Menschen tummeln sich hier. Du meine Güte! Von wegen einsamer Strand. Naive Touristenvorstellung.
Ich muss Eintritt bezahlen und bekomme als guten Schnorchelspot den rechten Strandabschnitt empfohlen. Auch hier kann von Einsamkeit keine Rede sein. Eine Tauchschule hat hier ihren Sitz. Es gibt ein großes Gebäude mit Restaurantbereich und allem drum und dran, was das Touristenherz begehrt. Ich ersticke beinahe an der Realität und bin ernüchtert. Im Wasser tummeln sich schon viele Menschen, vornehmlich Asiaten. Wie soll man denn da einen Fisch sehen? Die flüchten doch alle bei diesen Massen! Aber jetzt bin ich schon mal da, also versuche ich es auch.

 

Tatsächlich Fische

Mit Sonnenschutz eingeschmiert, bewaffnet mit Taucherbrille und Schnorchel geht’s ins Wasser. Das ist auch hier badewasserwarm und keine Erfrischung. Mit Seilen und Bojen ist ein Teil des Meeres abgetrennt, damit man nicht den vorbeifahrenden Booten in die Quere kommt. Es herrscht reger Verkehr.
Im Wasser die positive Überraschung: es gibt tatsächlich Fische. Sogar verdammt viele. Trotz all der Menschen. Ich bin perplex. Und die Fische sind nicht das einzige, was es zu sehen gibt. Nach ein paar Minuten ergreife ich daher Sicherheitsmaßnahmen. Also erstmal wieder ausm Wasser raus. Zu meinem Badeanzug ziehe ich die mitgebrachten Leggins und eine langärmelige Bluse an. So muss ich mir um meinen Sonnenschutz keine Gedanken machen. Denn beim Schnorcheln vergisst man einfach die Zeit. Und ich bin ja nach dem Galapagos-Sonnenbrand auch lernfähig.
Abgesehen davon bin ich was meine Sicherheitsausrüstung angeht noch harmlos. Der Großteil der anwesenden Asiaten trägt nicht nur lange Hosen und lange Shirts über den Badesachen, sondern auch Badeschuhe und Schwimmweste und teilweise sogar Kopfbedeckung.

 

Blind knipsen mit der Unterwasserkamera

Mit meiner Unterwasserkamera bewaffnet geht’s zurück ins Wasser. Da die meisten Badegäste sich in Ufernähe aufhalten, schwimme ich bis zur äußersten Absperrung und dümple dort vor mich hin. Hier besteht wenigstens keine Gefahr unvermittelt einen Tritt in die Seite zu kriegen oder gar einen Fuß ins Gesicht.
Fasziniert schwebe ich über Korallengebilde hinweg. Die sind aber ganz und gar nicht so bunt wie ich mir das vorgestellt habe. Dennoch haben einige sehr interessante Formen. Ich sehe Seeigel und ganz viele Papageienfische. Die sind wunderschön bunt. Ein Schwarm schwarz-weiß gestreifter Fische kommt ganz nah heran. Als wären sie neugierig. Ich scheue davor zurück sie anzufassen, auch wenn es oft möglich scheint.
Völlig verzaubert lasse ich mich treiben und entdecke viele verschiedene Fische. Mit der Unterwasserkamera knipse ich drauf los. Es ist mehr ein Zufall als wirkliches fotografieren. Denn zum einen kann ich mit der Taucherbrille und der Wasserspiegelung nur selten auf dem Display wirklich sehen, was ich fotografiere und zum anderen sind die Fische viel zu schnell. Später werde ich dann auswerten, was wirklich was geworden ist. Viel zu schnell ist der Akku leer. Verdammt.

Fischschwärme knabbern an Korallen – und Müll

Nach einer kurzen Pause und mit ein paar Keksen und Wasser im Magen, geht’s wieder ins Meer. Dieses Mal jenseits der Absperrung in Ufernähe. Es scheint nicht verboten zu sein, also nutze ich es, denn hier sind viel weniger Menschen im Wasser. Ganze Fischschwärme knabbern an Korallen und lassen sich von mir nicht stören. Aber ich sehe auch viel Müll im Meer. Plastik hauptsächlich, aber auch einen Schuh. Am liebsten würde ich alles aufsammeln, habe jedoch Angst abzutauchen.

 

Abendessen auf dem Fischmarkt – eine kleine Sauerei mit viel Spaß

Schon für 15 Uhr habe ich meine Rückfahrt gebucht. Schön blöd. Aber nun muss ich mich dran halten. Dementsprechend früh bin ich wieder zurück im Hotel. Ich gönne mir ein Nickerchen. Am Abend traue ich mich, auf dem gestern entdeckten Fischmarkt zu essen. Ich suche mir aus der Vielfalt zwei Tintenfische (na logisch) und eine Krabbe aus. Ich habe keine Ahnung wie man die isst, aber was solls. Das Tier kommt schlussendlich grob zerteilt zu mir. Dazu gibt es eine Zange wie zum Nüsse knacken. Und natürlich gibt es Reis.
Es ist eine ziemliche Sauerei, weil man die Krabbe mit den Fingern essen muss. Und die ist natürlich in irgendeiner Soße eingelegt. Ich schmiere mir richtig schön die Hände voll. Weit davon entfernt einen würdevollen oder auch nur anständigen Eindruck beim Essen zu machen, genieße ich das Ganze. Denn es schmeckt verdammt lecker. Außerdem kann ich nebenher das Treiben hier beobachten. Wie die Besitzer neue Kunden anlocken und ihren Fisch präsentieren. Einfach herrlich.
Ein Pärchen mir gegenüber sieht interessiert zu. Sie wirken nicht abgestoßen ob meiner Tischmanieren, sondern scheinen sich mit mir zu freuen. Die junge Frau reicht mir freundlicherweise ein Taschentuch, das ich dankbar annehme. Ohne Tasche habe ich heute nämlich auch keine Feuchttücher dabei.
Dank dem hoteleigenen Schirm, der sich in jedem Zimmer befindet und den ich vorsorglich mitgenommen habe, gelange ich trocken wieder in meine Unterkunft. Mein Plan für morgen steht schon. Ein weiterer Ausflug zum Mount Kinabalu.

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