RIP Chester

Als ich die Nachricht heute Morgen im Radio hörte, konnte ich es kaum glauben, wollte es nicht glauben: Chester Bennington, Sänger von Linkin Park ist tot. Müsste ich meinen Lieblingsänger benennen, fiele sein Name. Ich bin völlig schockiert.

Seit Jahren bin ich Fan von Linkin Park. Ich liebe Chesters Stimme, diese Bandbreite, diese Kraft. Ich bewunderte ihn für seine Stärke, seinen Kampfgeist. Immer habe ich mich gewundert, wo aus diesem kleinen schmächtigen Körper diese brachiale Stimmgewalt herkommt. Und dann wieder die leisen Töne, gerade in den langsamen Songs.

Erst letzte Woche sagte ich zu meiner besten Freundin, wenn Linkin Park das nächste Mal in meiner Nähe ein Konzert geben, dann will ich hingehen. Ich habe sogar schon nach Terminen geschaut, wurde aber nicht fündig.

In den letzten Wochen habe ich wieder verstärkt Linkin Park gehört. Vor allem den Song „Iridiscent“ – im Nachhinein scheint das wie ein Zeichen. Ich kann nicht glauben, dass ich den und all die anderen jetzt nicht mehr werde live hören können. Durch meinen Schock bricht langsam die Trauer.

Natürlich habe ich Chester Bennington nie persönlich gekannt. Und ich bin auch sicher kein Hardcore-Fan, aber dass er gestorben ist schmerzt mich sehr. Sollte es tatsächlich Selbstmord gewesen sein – was ja vermutet wird – würde mich das ehrlich gesagt bei seiner Biografie aber nicht wundern. In meinen Augen war es der einzige Weg für ihn. Dass er alt und glücklich stirbt, daran habe ich ehrlich gesagt leider nie geglaubt. Die heutige Nachricht wirft mich trotzdem aus der Bahn.

Meine Gedanken sind bei seiner Familie, seinen Freunden und Band-Kollegen. Den plötzlichen Verlust eines geliebten Menschen erleben zu müssen ist schon furchtbar, um nicht zu sagen scheisse. Ihn auf diese Weise zu verlieren zieht einem den Boden unter den Füssen weg. Ich wünschen ihnen allen Kraft und Mut und Zusammenhalt und dass sie an der Frage „Warum“ (egal wie viele Antworten es gibt) nicht zugrunde gehen.

7 Gedanken zu “RIP Chester

  1. Ich bin auch ein Fan und ich bin auch sehr erschüttert darüber. „Dass er alt und glücklich stirbt, daran habe ich ehrlich gesagt leider nie geglaubt.“ Eigentlich ich auch nicht. Aber irgendwie hat man doch gehofft, dass er irgendwo seinen Frieden findet und das Glück, was ihn irgendwo ein bisschen heilt. Durch die Familie und durch Musik. Dass das nicht passiert war finde ich einfach nur traurig.

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  2. Ich habe mich ehrlich gesagt immer gefragt, wie jemand es schafft, seine schlimmsten Erlebnisse immer wieder zu durchleben, wenn man sie zu Songs verarbeitet hat😢 Musik ist großartig um Schlimmes zu verarbeiten, aber als Profimusiker muss man die Songs eben auch dann wieder spielen, wenn einem vielleicht nicht danach ist- und sich dann noch den Kritikern stellen

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    • Hi Sabrina,
      ich kann hier nur für mich sprechen (und ich bin kein Musiker). Aber wenn ich etwas aufschreibe, gewinne ich einen gewissen emotionalen Abstand. Ich kriege es aus dem Kopf und kann bis zu einem gewissen Grad abschließen. Vielleicht funktioniert das bei Singer/Songwritern ähnlich. Wobei es sicher was anderes ist, diesen Seelenbalast in die Öffentlichkeit zu tragen und zu performen. Aber ich glaube, da legt man sich eine gewisse Professionalität zu und bezieht das nicht mehr unbedingt auf sich.
      Viele Grüße
      Sanne

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      • Liebe Sanne, ich habe da gerade einen Text zu dem Thema verfasst, der etwas ausführlicher ist. Ich selbst bin kein Profimusiker- aber Musik machen ist immer bis zu einem gewissen Punkt emotional – ich denke, dass Problem ist, dass man als Profi funktionieren muss. Selbst wenn man Distanz zu alten Gefühlen hat, muss man trotzdem oft Songs performen, obwohl einen danach nicht wirklich ist. In einem Interview vor ein paar Wochen sagten Linkin Park, dass die Texte auf dem aktuellen Album einen aktuelleren Bezug als die vorherigen – gerade das finde ich sehr tragisch. Viele Grüße, Sabrina

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