Barbara J. Zitwer: Als das Meer uns gehörte

Die erfolgreiche Schuhdesignerin Tess Harding muss plötzlich ihr ganzes Leben umkrempeln. Nach dem Tod ihres Mannes muss sie einen Weg finden mit dieser Tragödie umzugehen. Vor allem aber muss sie für ihren Sohn Robbie da sein, der nur mit Hilfe eines Hörgerätes hören kann und der völlig den Halt verloren hat. Denn Robbie war hauptsächlich auf seinen Vater bezogen. Kann ein Tapetenwechsel die Lösung sein?

„Das Meer war ruhig, aber Robbie konnte es sanft gegen das Boot klatschen hören, während eine milde Briese an seinem Ohr vorbeirauschte und wie das Summen eines kleinen Vogels klang. Eine Möwe tauchte auf und stimmte mit ihrem Gekrächze und Geschrei in seine Musik ein.“ (Zitat Seite 292/293)

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Tess kann es kaum fassen. Noch vor wenigen Stunden saß ihr Mann Adam am Küchentisch beim Frühstück und ihr gemeinsamer Sohn Robbie spielte enthusiastisch mit seinem Besteck Schlagzeug. Nun ist Adam tot. Erschossen von einem Teenager. Wie soll sie das nur dem neunjährigen Robbie beibringen? War Adam doch sein wichtigster Bezugspunkt, während Tess als Schuhdesignerin Karriere machte.
Wenige Wochen nach seinem gewaltsamen Tod findet Tess heraus, dass Adam sie mit ihrer besten Freundin betrog und verlassen wollte. Völlig halt- und ratlos packt sie ihre Sachen zusammen und flüchtet mit Robbie nach Montauk, ihre Heimat auf Long Island. Ihr Onkel und Ziehvater Ike empfängt sie dort mit offenen Armen.
Robbie ist alles andere als begeistert. Er gibt Tess die Schuld am Tod des Vaters und zieht sich völlig in sich zurück. Seine Gehörlosigkeit macht ihm das mitunter leicht. Außerdem findet er es in Montauk ganz furchtbar und will wieder nach Hause nach New York.
Erst der Segler Kip Young, den Robbie zufällig kennenlernt, weckt sein Interesse für die Welt wieder. Kip beschäftigt sich mit Walen und nimmt ihre Gesänge auf. Robbie ist davon sofort fasziniert. Er fühlt sich auf dem Wasser und auch mit dem verständnisvollen Kip sehr wohl. Auch Tess bemerkt die Veränderung und begleitet die beiden neuen Freunde auf ihren Segeltouren.

Herzlichen Dank, Frau Schmidt,

für diese wundervolle Leseempfehlung.
Ich bin beim Lesen völlig im Buch versunken. Die Geschichte um die trauernde Tess und ihren aus der Bahn geworfenen Sohn Robbie geht so sehr ans Herz. Gefühlvoll und sensibel beschreibt Barbara J. Zitwer die chaotische Gefühlswelt der beiden Hinterbliebenen. Zum Großteil wird die Geschichte aus Sicht von Tess erzählt, aber hin und wieder erfährt der Leser auch was in Robbie vorgeht. So lässt sich gut nachvollziehen warum beide tun was sie tun.
Zu den persönlichen Ereignissen liefert die Autorin überdies wunderschöne Landschaftsbeschreibungen, die im Kopf Sehnsuchtsbilder entstehen lassen. Nicht nur was das Örtchen Montauk angeht, sondern auch das Meer und die Begegnung mit dem Wal wecken Fernweh.
Es ist eine traurige und schöne Geschichte, zu lesen wie Tess und Robbie langsam in ihr neues Leben wachsen und wieder Zuversicht finden. Und vor allem wie sie wieder zueinander finden. Ganz besonders hat mich das Ende gefreut, dass eben nicht meinen üblichen Erwartungen entsprach. Mehr will ich dazu aber nicht verraten.
Ein wundervolles Buch, das sich sehr gut lesen lässt. Es ist unterhaltsam und kurzweilig, gefühlvoll und mit ein bisschen Romantik. Eine tolle Mischung, die ich sehr gern weiterempfehle.

 

Autorenporträt
Barbara J. Zitwer ist Absolventin der Columbia Film School, schrieb Drehbücher und arbeitete als Filmproduzentin. Sie hat eine renommierte literarische Agentur in New York, wo sie mit ihrem Mann und ihren zwei Hunden lebt. Ihre Kindheit verbrachte sie zu großen Teilen an den Stränden von Montauk, und seitdem haben sie die Faszination der Wale und der Zauber des Meeres nicht mehr losgelassen. Mehr Informationen zur Autorin unter www.alsdasmeerunsgehoerte.com

Buchinfo
„Als das Meer uns gehörte“ von Barbara J. Zitwer, erschienen bei Rütten & Loening
Hardcover: 389 Seiten, € 19,99, ISBN 978-3-352-00892-4
eBook: ePub/mobi, 389 Seiten, € 14,99, ISBN 978-3-841-21275-7

Quellen
Bild / Autorenporträt: www.aufbau-verlag.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

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