Nathan Filer: Nachruf auf den Mond

Schon wieder ein Buch über psychische Erkrankungen. Dieses Mal allerdings als fiktiver Roman. Matthew Homes leidet an Schizophrenie. Während seiner Behandlung schreibt er seine Geschichte auf. Über seine Kindheit, seinen Bruder, die Zeit nach dessen Tod. Überhaupt über sein Leben.

_nachruf-auf-den-mondMatthew Homes ist Schizophren. In allem und jedem sieht und hört er seinen großen Bruder Simon. Dieser ist bereits seit vielen Jahren tot. Doch seit Matthew im Physikunterricht hört, dass sich Atome nicht einfach auflösen, sondern sich in anderer Form wieder zusammen setzen, glaubt er, überall Simons Atome zu entdecken.
Simon litt am Down-Syndrom und irgendwie war Matthew – obwohl jünger an Jahren – der ältere der beiden. Als Simon stirbt, gibt Matthew sich die schuld. Das Familiengefüge verändert sich. Er geht nicht mehr zur Schule und wird von seiner Mutter unterrichtet. Die behütet ihn über die Maßen und schleppt den nicht einmal 10jährigen Jungen ständig zum Arzt.
Matt ist inzwischen 18 Jahre alt. Er schreibt seine Geschichte und die seiner Familie auf, während er in psychiatrischer Behandlung ist. Mal stationär auf einer geschlossenen Station in der Klinik, später als ambulanter Patient in einer Tagesklinik. Regelmäßig muss er seine Medikamente einnehmen bzw. seine Injektion abholen. Doch dann kann er Simon nicht mehr hören. Simon, der immer mit ihm spielen will. Also versäumt Matt einfach seine Termine und macht die Tür nicht mehr auf.

Vermochte nicht zu fesseln

Ich finde das Buch sehr verwirrend. Bzw. ich finde es verworren erzählt. Möglicherweise ist genau das die Absicht, um die psychische Verfassung des Protagonisten zu zeigen. Das hat auf mich aber nicht gewirkt. Ich habe nicht recht verstanden, inwieweit ich Matt in Echtzeit begleite. Wann war seine Zeit in der geschlossenen Abteilung? Seit wann ist er in der Tagesklinik? Wechselt sich das ab?
Vielleicht hätte ich mich mehr konzentrieren müssen beim Lesen. Aber so richtig vermochte mich das Buch nicht zu fesseln. Ein Zeichen dafür, dass es bei mir doch nicht reicht, einfach mit der Psycho-Fahne zu wedeln, um mich zu begeistern.
Ich vermag daher nicht viel mehr dazu zu sagen. Mich hat das Buch ein wenig ratlos und auch unbeeindruckt zurück gelassen. Es ist keines das ich weiter empfehlen würde.

Mehr Bücher über psychische Erkrankungen:

Dr. Peter Teuschel: Der Mann, der sich in die Zebrafrau verliebte
Werner Dopfer: Seelenscherben. Wenn die Normalität zerbricht
Mathias Illigen: Ich oder Ich. Die wahre Geschichte eines Mannes, der seinen Vater getötet hat
David Adam: Zwanghaft

 

Autorenporträt
Nathan Filer ist ehemaliger Krankenpfleger der Psychiatrischen Klinik in Bristol und heute als Schriftsteller, Dichter und Filmemacher tätig. Zudem unterrichtet er Creative Writing an der Bath Spa University. „Nachruf auf den Mond“ ist sein erster Roman, für den er verschiedene Preise gewann: u.a. den renommierten Costa Book Award und den Betty Trask Prize für das beste Debüt. Filer lebt mit seiner Familie in Bristol.
Mehr über den Autor unter http://nathanfiler.co.uk/

Buchinfo
„Nachruf auf den Mond“ von Nathan Filer von Droemer TB
Hardcover: 320 Seiten, 19,99, ISBN: 978-3-426-28124-6
Taschebuch: 320 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-426-30437-2
eBook: 320 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-426-42793-4

Quellen
Bild+Autorenporträt: www.droemer-knaur.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

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