Rita Falk: Zwetschgendatschikomplott

Meine Vorschau auf das Lesejahr 2015 beinhaltete unter anderem den neuen Fall des Franz Eberhofer von Rita Falk: Zwetschgendatschikomplott. Auch hier habe ich mich sehr über die Zusendung zum Erscheinungstermin gefreut und bin mehrfach im Kreis gehüpft. Die Lektüre war wie erwartet spannend und unterhaltsam. Mit Humor geizen ja weder Rita Falk noch Franz Eberhofer. Ein gelungener neuer Fall für den Provinz-Sheriff von Niederkaltenkirchen.

_ZwetschgendatschikomplottNach der verpennten Hochzeit mit der Susi ist der Franz nicht besonders gut drauf. Die Susi ist mit einem anderen auf und davon und er muss in München den depperten Stahlgruber ertragen. Er verbringt dementsprechend viel Zeit beim Wolfi in der Kneipe. Daher ist er am Morgen noch nicht so ganz Ohr, als sein Ex-Kollege Rudi Birkenberger ihm etwas von einer Krähe und einem Finger mit lackiertem Nagel am Telefon daher faselt. Aber natürlich fährt der Franz sofort zum Rudi als er die Tragweite des Gesagten erfasst.
Die privaten Ermittlungen verlaufen eher im Sande, weil die beiden Spezialisten über ihren Überlegungen zur Herkunft des Fingers einschlafen. Der Franz wegen der Zecherei beim Wolfi und der Rudi wegen einer nächtlichen Observation.
Am nächsten Morgen in seinem Büro angekommen, sitzt dort schon der Birkenberger und spricht mit Franz` Kollegin Steffi. In einer nächtlichen Suchaktion hat der Ex-Kollege tatsächlich in einem Container eine Frauenleiche gefunden, die zu dem Finger gehört. Eine junge Asiatin im Dirndl.
Nicht lange danach werden zwei weitere Frauenleichen gefunden. Auch sie Asiatinnen und gewandet in Dirndl. Pünktlich zur Wies´n-Zeit natürlich eine Katastrophe. Der Vorgesetzte Stahlgruber setzt Franz bei den Ermittlungen unter Druck. Das passt dem Franz freilich nicht. Hat er doch auch an der heimischen dörflichen Front für Ordnung zu sorgen.
Der geplante Bau eines Hotels erhitzt die Gemüter in Niederkaltenkirchen. Während Metzger Simmerl und der Bürgermeister für das neue Urlauberdomizil sind, gehen die Oma und deren Freundin, die Mooshammer Liesl, sowie der Großteil des Dorfes auf die Barrikaden.
Steht der Franz in Niederkaltenkirchen zwar allein vor der Aufgabe den Frieden wieder herzustellen, hat er immerhin bei seinem Fall in München den Birkenberger an seiner Seite. Der schmollt zwar gerne mal, aber letztendlich sind die beiden Ex-Kollegen doch ein gutes Team.

Ein glatter Daumen nach oben

Es ist klasse wieder im Niederkaltenkirchen-Kosmos umher zu trudeln. Der neue Fall vom Franz Eberhofer macht genauso viel Freude wie die Vorgänger. Auch dieses Mal sind die Mordfälle eher Mittel zum Zweck, um den Franz und den Rudi in Aktion zu zeigen. Sie geraten zwar nicht ganz in den Hintergrund und die Spannung ist da, aber die erste Geige spielt halt doch der Franz selbst und die Ereignisse im privaten Bereich. Das ist meiner Meinung nach aber auch nicht schlimm. Im Gegenteil.
Ich finde das Buch gewohnt witzig, spannend und voll schöner Überraschungen. Immer wieder bin ich erfreut über Schreibstil und Erzählweise, die ich durchgehend super finde. Das Ganze ist kurzweilig und eine erheiternde Lektüre. Das Wiedersehen … oder besser Wiederlesen mit all den geliebten Figuren aus Niederkaltenkirchen macht viel Spaß. Ich konnte das Buch gar nicht aus der Hand legen und war ruckzuck durch mit den etwa 250 Seiten. Rita Falk hat sich wieder schön was einfallen lassen. Toll.
Ein glatter Daumen nach oben. Auf jeden Fall lesen.

Mehr von Rita Falk und Franz Eberhofer?

Schweinskopf al dente
Grießnockerlaffäre
Sauerkrautkoma

Es geht auch ohne den Franz:

Hannes
Funkenflieger

Autorenporträt
Rita Falk, Jahrgang 1964, geboren in Oberammergau, lebt noch immer in ihrer bayrischen Heimat und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern. Sie hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (›Winterkartoffelknödel‹, ›Dampfnudelblues‹, ›Schweinskopf al dente‹, ›Grießnockerlaffäre‹ und ›Sauerkrautkrautkoma‹) sowie den Romanen ›Hannes‹ und ›Funkenflieger‹ in die Herzen ihrer Leser geschrieben.
Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat, wo sie bei der Oma aufwuchs. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie ist Mutter von drei Kindern, lebt in München und hat in weiser Voraussicht damals einen Polizeibeamten geheiratet.
Die Kindheitserfahrungen sind der Schatz, aus dem Rita Falk als Schriftstellerin schöpft. In ihrem Franz-Eberhofer-Krimi bildet ein bayerisches Dorf den Mittelpunkt des Geschehens. Keine Frage, dass es Rita Falk exzellent gelingt, dieses Bild authentisch in Szene zu setzen. Vor allen Dingen die kleinen und großen Schwächen der Menschen sind es, die sie ihren Lesern kenntnisreich und mit einer gehörigen Portion bissigem Humor serviert. Sie hat ihrem Protagonisten, dem Dorfgendarmen Franz Eberhofer, einen original bayerischen Ton auf den Leib geschrieben, der hart, aber herzlich ist. Der Franz sagt halt, was er denkt.
Rita Falk ist sich also beim Schreiben treu geblieben. Ihre eigenen biografischen Wurzeln liefern den Grundstock für amüsante und geistreiche Unterhaltung der besten Lesart. Es bleibt weiterhin spannend – sicherlich wird sie noch viel von sich reden machen, mit ihren Geschichten von »dahoam«.
Mit ›Hannes‹ und dem ›Funkenflieger‹ zeigt sie sich von einer neuen, überraschenden Seite, indem sie wahrhaftige, universelle Geschichten erzählt, die niemanden ungerührt lassen.

Buchinfo
„Zwetschgendatschikomplott“ Der sechste Fall für Franz Eberhofer von Rita Falk, erschienen April 2015 bei dtv premium
Taschenbuch: 272 Seiten, € 14,90, ISBN 978-3-423-26044-2
eBook: Format: epub, 272 Seiten, € 12,99, ISBN 978-3-423-42418-9

Quellen
Bild: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

3 Gedanken zu “Rita Falk: Zwetschgendatschikomplott

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