Matthias Matussek: Die Apokalypse nach Richard

Mit seinen 85 Jahren leidet Richard unter grauem Star und Demenz. Dennoch freut er sich auf das bevorstehende Weihnachtsfest. Erst recht als er am 23. Dezember plötzlich wieder sehen kann und auch gleich eine Lichterscheinung am Himmel wahrnimmt. Während seine Familie sich im vorweihnachtlichen Stress befindet, freut Richard sich auf das bevorstehende Wunder.

Die Apokalypse nach RichardAm 23. Dezember erwacht der 85jährige Richard und kann wieder sehen. Sein grauer Star scheint wie weggezaubert. Als er auf dem Weg zur Morgenmesse auch noch eine Lichterscheinung am Himmel sieht, ist er fest von der bevorstehenden Erlösung überzeugt. Seine Gattin Waltraud macht sich hingegen vielmehr Sorgen, um ihren gebrechlichen Mann. Sie möchte dieses Weihnachtsfest ganz besonders machen.
Der Sohn Bill wird mit seiner hochschwangeren Frau Karin und den Zwillingen kommen. Sohn Roman, der noch unter der Trennung von seiner Frau Rita leidet, hat sich ebenfalls angekündigt. Und auch Rita, die nach wie vor als Schwiegertochter gern gesehen ist, will mit dem Enkel Nick zu Besuch kommen.
Ausgerechnet der 14jährige Nick bringt die Planung durcheinander. Weil seine Mutter ihn nicht wie vereinbart aus dem Internat abholt, macht er sich kurzerhand auf den Weg zu Opa Richard. Der hat ihn ohnehin schon immer viel besser verstanden als alle anderen. Doch ohne Geld findet Nick sich plötzlich auf einem einsamen Bahnhof wieder.

Nicht witzig, lahm und vorhersehbar

Offenbar habe ich einen ganz anderen Lesegeschmack als Helmuth Karasek und Elke Heidenreich. Sie halten es für ein Kunststück bzw. für nachdenklich machend. Ich nicht. Während es bei Frau Heidenreich lange anhält, ist es für mich ein naiv-religiöses Machwerk, dessen Lektüre ich mir gern gespart hätte.
Eigentlich habe ich nichts gegen eine schöne abgedrehte Geschichte und Friede-Freude-Eierkuchen, aber diese Story hat mich so gar nicht überzeugt. Ich fand es nicht witzig, es war langweilig, weil vorhersehbar, die Figuren sind irgendwie lahm und ich habe keine Ahnung, was genau – oder ob überhaupt irgendwas – der Autor mir vermitteln will.
Einziger Vorteil des Buches ist die geringe Seitenzahl. Es ging also rasch vorüber.

Autorenporträt
Matthias Matussek, geboren 1954, kam nach Stationen beim Berliner Abend und beim Stern zum SPIEGEL, für den er als Korrespondent und Reporter nach New York, Rio de Janeiro und London ging. Im Herbst 2005 kehrte er in die Zentrale nach Hamburg zurück, wo er bis Januar 2008 das Feuilleton leitete. Heute schreibt er als Autor für das Magazin und agiert als Videoblogger für Spiegel Online. Sein Buch »Wir Deutschen. Warum die anderen uns gern haben können« (2006) stand monatelang auf der Bestsellerliste, und mit »Das katholische Abenteuer« (2011) erging es ihm ebenso.

Buchinfo
„Die Apokalypse nach Richard“ von Matthias Matussek, erschienen im Aufbau Verlag,
Taschenbuch: 189 Seiten, € 8,99, ISBN: 978-3-7466-3064-9
eBook: 189 Seiten, Format: ePub ohne DRM, € 6,99, EAN: 9783841204868

Quellen
Bild: www.aufbau-verlag.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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