Sven Koch: Totenmond

Ein Raubtier treibt in Lemfeld sein Unwesen. Bestialisch zugerichtete Leichen tauchen auf. An den Tatorten findet sich Leopardenfell. Ermittlerin und Psychologin Alexandra von Stietencron glaubt nicht an einen echten Leoparden. An einen Täter der zum Tier mutiert denkt sie aber allemal. Ein Täter der dazu noch ein übles Spiel mit ihr treibt.

_TotenmondIn der alten Industriebrache wollen die drei Jungs nur ein paar coole und düstere Fotos für ihr CD-Cover schießen. Die Leiche die sie dabei entdecken ist aber alles andere als cool und düster. Kopfüber und mit von Prankenhieben aufgeschlitztem Leib hängt die Frau in der alten Fabrik. Der Boden starrt vor gefrorenem und geronnenem Blut und an den Wänden sind Zeichen mit blutiger Handschrift.
Als Alexandra von Stietencron am Tatort eintrifft ist selbst sie tief erschüttert. Die Ermittlerin und Psychologin hat schon einiges gesehen, doch dieses Gemetzel wirft auch sie aus der Bahn. Schnell werden Parallelen zu einem Fall von vor zwei Jahren klar. Auch damals war die Frauenleiche bestialisch zugerichtet und der Tatort ein Meer aus Blut. Und an beiden Tatorten gibt es Hinweise auf einen Leoparden.
Der Fall gewinnt an Brisanz als Alex ganz persönlich Nachrichten des Täters erhält. Bald stellen die Ermittler fest, dass in Lemfeld und Umgebung noch eine weitere Leiche verborgen sein muss. Und es gibt Hinweise auf ähnliche Mordfälle an der Elfenbeinküste.
Die Ermittlungen gestalten sich schwierig. Weniger die Sprachbarriere mit Südafrika ist Schuld daran als vielmehr die neue Leiterin der Mordkommission Veronika Martens. Samt eigenem Team vom LKA rückt die neue Chefin in Lemfeld an. Anstatt ihre neuen Mitarbeiter in die Recherchen einzubinden, arbeitet Martens nur mit ihren eigenen Leuten und lässt Alex und ihre Kollegen Informationstechnisch am langen Arm verhungern. Immer wieder müssen die Lemfelder Polizisten erfahren, dass schon jemand vom LKA vor ihnen da war.
Pünktlich zum Einstand in ihren neuen Job präsentiert Martens denn auch einen Hauptverdächtigen. Alex glaubt nicht an dessen Schuld und sieht sich bald bestätigt.

Drastisch und plastisch

Auch der neue Alexandra-von-Stietencron-Fall hat es in sich. Wie schon bei den vorherigen Fällen weiß Sven Koch seine Leser zu fesseln. Der Fall ist spannend vom Anfang bis zum Ende.
Dank der grässlichen Fantasie des Autors kann der geneigte Leser auch dieses Mal in die blutigen und verschrobenen Abgründe eines Serienkillers eindringen. So gesehen ist die Lektüre nichts für schwache Nerven und Mägen. Drastisch und plastisch werden die Verletzungen und die Präsentation der Opfer geschildert.
Die Einbringung neuer Figuren – die wohl auch in kommenden Büchern eine Rolle spielen – ist gelungen und verheißt Machtkämpfe und Liebeskummer.
Das Einzige was mir persönlich gefehlt hat, war eine Zeitangabe als Überschrift bei den einzelnen Kapiteln. Das hat die Lesefreude aber nur wenig eingeschränkt. Ansonsten war es wie immer das reinste Vergnügen.

Autorenporträt
Sven Koch, geboren 1969, arbeitet als Redakteur bei einer Tageszeitung. Auch als Fotograf und Rockmusiker hat er sich einen Namen gemacht. Sven Koch lebt mit seiner Familie in Detmold.
Mehr Infos über den Autor unter: www.sven-koch.com

Buchinfo
„Totenmond“ von Sven Koch,  erschienen November 2013 bei Knaur TB, Taschenbuch, 400 Seiten, € 8,99, ISBN: 978-3-426-50856-5
eBook: € 8,99, ISBN: 978-3-426-42094-2

Quellen
Bild: www.droemer-knaur.de / Text: Susanne

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