Der obligatorische Panikanfall

Eine Zelt-Safari!!?!?! Du bist ja bescheuert! Da haben Afrikaner und irgendwelche enthusiastischen Aussteiger für Leute wie dich in mühsamer Arbeit und im Schweiße ihres Angesichts extra Lodges in bis dato unberührter Natur errichtet. Luxuriöse und großräumige Zeltbehausungen mit fließend Wasser, einem Klo und großen Betten. Selbstverständlich auch mit Veranda, blütenweißen Handtüchern und sonstigem Schnickschnack. Und du? Du willst auf Campingplätzen irgendwo in der Pampa in einem 2-Mann-Zelt auf dem Boden schlafen! Musst sogar noch deinen eigenen Schlafsack mitbringen. Hoffend, dass es dort ein befestigtes Klohäuschen und eine uneinsehbare Dusche gibt.

Hattest Du nicht erst letztes Jahr in Kudat festgestellt, dass du zu alt bist (und zu feige) um die Nächte in einer windigen Unterkunft zu verbringen, die du maximal mit diversen Krabbeltieren teilst? Und dass die Mindestanforderungen für eine Übernachtung zukünftig ein Klo unmittelbar angrenzend an deinen Schlafraum sind?!

Und jetzt? Sechs Nächte in einem Zelt inmitten der Natur. Zugegeben es ist bestimmt eine tolle Natur. Und der Gedanke, dass Nachts allerlei Tiere über den Campingplatz streifen, klang anfangs auch wahnsinnig spannend und aufregend. Je näher der Urlaub rückt, desto bescheuerter ist es.

Was wenn du nachts aufs Klo musst? Und machen wir uns nichts vor, du MUSST nachts aufs Klo. Immer! Brauchst du dann Geleitschutz? Stehst du womöglich einem Nilpferd Auge in Auge gegenüber? Die sollen ja extrem gefährlich für Menschen sein. Oder pinkelst du der einfachheithalber vors Zelt? Das zieht doch bestimmt Tiere an. Alle möglichen Viecher markieren ihr Revier mit Urin. Wer weiß wen oder was du damit anlockst. Und herausforderst!

Selbstredend ist der Sternenhimmel mitten in der Serengeti grandios! Das steht auch gar nicht zur Diskussion. Aber du kannst ja nicht die ganze Nacht gucken. Du musst ja auch schlafen. Kannst du aber nicht. Allein im Zelt. Auf dem harten Boden. Mit allerlei komischen Geräuschen um dich drumrum. Dann heulst du wieder und willst wen zum Händchen halten. Mimimi.

Nicht mal mit Alkohol kannst du dir einen Schwips antrinken, um eventuell besser einzuschlafen. Weil du ja ab 18Uhr nichts mehr trinken willst, um nicht nachts aufs Klo zu müssen. Vermutlich darfst du mit dieser blöden Malaria-Prophylaxe sowieso gar keinen Alkohol trinken.

Überhaupt dieser Malaria-Scheiss. Ehrlich! Muss es ein Land sein in dem man schon vom bloßen Anblick eines Mosquitos krank wird? Oder überhaupt ein Land mit so fliegenden Plagegeistern? Mach doch mal was irgendwo in der Kälte. Da brauchst du weder Insektenschutz noch Malaria-Prophylaxe.

Du hast die Nebenwirkungen schon mitbekommen, oder? Schwindel und Kopfweh sind da noch die kleineren Übel. Kotzen, Durchfall, Halluzinationen, Herzrasen. Wahlweise Schlaflosigkeit oder Albträume. Geschwüre und Entzündungen im Mund, sonstige Ausschläge. Ideal für eine Safari bei der man jeden Tag stundenlang unterwegs ist. NICHT!

Du könntest einfach drei Wochen auf Sansibar bleiben. Drei Wochen Sonne und Strand pur. In schicken Hotels wo es Cocktails mit Schirmchen und Meeresfrüchte bis zum Abwinken gibt. Wo du dein Schnorchelzeug schnappst und im Wasser dümpelst bis du runzelig bist. Vom Sonnenbrand brauchen wir ja nicht reden. Dass du einen kriegst steht außer Frage.

Dort könntest du dich abschotten, damit auch ja keiner der Einheimischen auf die Idee kommt, dich anzusprechen. Aber das willst du ja auch wieder nicht. DU willst ja ständig „was unternehmen“. „Land und Leute kennenlernen“ auf irgendwelchen Ausflügen, die du dir vermutlich gar nicht leisten kannst. Und dann kriegst du wieder den Mund nicht auf, weil du so feige bist und Angst hast, die Lachen über dich mit deinem bescheidenen Englisch. Oder weil du Angst hast, du machst was falsch. Nachher triffst du am Strand einen Massai, nickst im falschen Moment und zack … bist du verheiratet und hast zugesagt 30 Kühe mit in die Ehe zu bringen.

Haben wir jetzt alles durch? Ja? Fein. Dann schönen Urlaub.

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