Gilly Macmillan: Bad Friends

Zwei Jungen, beste Freunde, sind Nachts gemeinsam unterwegs. Am nächsten Morgen liegt einer der beiden lebensgefährlich verletzt im Krankenhaus im Koma und der andere ist schwer traumatisiert. Der gerade in den Dienst zurück gekehrte DI Jim Clemo wird auf diesen zunächst eher harmlos anmutenden Fall angesetzt.

„Es dauert sehr lange, bis er aufhört zu weinen. Die Sehnsucht nach seinem Kind ist wie der schrille, hohe Ton einer Geige, der nie mehr abbrechen wird.“ (Zitat Seite 275)

_Bad FriendsNach einer mehrmonatigen Auszeit kehrt Detective Inspector Jim Clemo zurück in den Dienst. Seine Vorgesetzte übergibt ihm einen harmlos anmutenden Fall. Eine Streitigkeit zwischen zwei Teenagern. Einer davon verletzt im Krankenhaus, der Andere logischerweise der Täter. Oder nicht?
Der Fall ist aber bei weitem nicht so einfach. Der verletzte Junge, Noah Sadler, liegt im Krankenhaus im Koma und kämpft um sein Leben. Sein bester Freund Abdi Mahad ist traumatisiert und spricht kein Wort. Überdies zeigen sich die Zeugen wenig kooperativ und haben offenbar etwas zu verbergen.
Binnen 24 Stunden wird aus der scheinbar harmlosen Rangelei zwischen zwei Freunden ein Verbrechen, das niemand nachvollziehen kann. Selbst die Video-Aufnahmen mit denen die Ermittler den Halbwüchsigen durch das nächtliche Bristol folgen, bringen nicht die gewünschten und notwendigen Erkenntnisse.
Einzig der Leser erfährt was wirklich geschah, denn nur er kann – im wahrsten Sinne des Wortes – Noahs Gedanken lesen.

Solide Unterhaltung

Da bin ich unbewusst in eine beginnende Krimi-Reihe gestolpert und das mag ich nicht so recht. Obwohl „Bad Friends“ erst der 2. Band um DI Jim Clemo ist, hatte ich hatte ständig den Eindruck, dass mir Hintergrundinfos und Zusammenhänge fehlen, die den Detective und da Team der Polizei betreffen.
Die Story um die beiden Jungen war durchaus spannend. Vor allem die Frage warum die besten Freunde derart aneinander geraten sind, dass einer im Krankenhaus landet und der andere nicht mehr spricht. Zumal sie auch die Konfliktsituation zwischen Einheimischen und Zuwandern thematisiert.
Schade finde ich aber, dass im Grunde nur der Leser erfährt was wirklich geschah und warum. Nur Noah kennt die ganze Wahrheit und erklärt gedanklich was der Grund für den verhängnisvollen nächtlichen Ausflug war. Die Ermittler und auch die anderen Beteiligten erfahren es nicht in dem Maße.
Die Geschichte hat mich nicht restlos überzeugt. Was zum Einen an den Personen bzw. vor allem an Jim Clemo liegt und zum Anderen an meiner aktuellen Überdrüssigkeit für Krimis. Ich fand das Buch vorhersehbar und unoriginell. Eine solide Unterhaltung, mehr nicht.

 

Autorenporträt
Gilly Macmillan studierte Kunst und Kunstgeschichte in Bristol und London, arbeitete für The Burlington Magazine und verschiedene Kunstgalerien sowie als Dozentin für Fotografie. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Bristol. „Toter Himmel“, ihr Debüt, hat in nicht weniger als 16 Ländern die Leser begeistert, „Perfect Girl“ landete in Großbritannien, USA und Deutschland auf den Bestsellerlisten.

Buchinfo
„Bad Friends – Was habt ihr getan?“ von Gilly Macmillan, erschienen bei Knaur
Taschenbuch: 416 Seiten, € 14,99, ISBN: 978-3-426-52258-5
eBook: 464 Seiten: € 12,99, ISBN: 978-3-426-45182-3

Quellen
Bild + Autorenporträt: www.droemer-knaur.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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