Sarah Bosetti: Ich bin sehr hübsch, das sieht man nur nicht so

Silvester unter Fremden ist an sich nichts Besonderes, wenn man zum Beispiel ausgeht. Aber einen Haufen Fremde zu sich nach Hause einzuladen, weil man keine Freunde (mehr) hat, das klingt schon abgedrehter. Genauso macht es Sarah. Die wäre sonst nämlich ganz alleine zum Jahreswechsel – und wer will das schon?

„Nein, die Liebe äußert sich darin, dass man entweder gar nicht oder sehr laut lacht, wenn man den anderen beim Pupsen erwischt. Und zwar äußert sie sich nur darin. Alle anderen Liebesbeweise sind Heuchelei.“ (Zitat Seite 96)

_Ich bin hübsch....Es ist Silvester und Sarah ist allein. Ihren kompletten Freundeskreis hat sie vor zwei Tagen so vor den Kopf gestoßen, dass dieser nun nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Und der Freund muss ausgerechnet heute der Beerdigung seiner Tante beiwohnen.
Beim Einkaufen sieht Sarah sich dann genötigt Gäste für eine Silvesterparty zu akquirieren: Den schüchternen Supermarkt-Kassierer, die Pfandflaschenfrau, eine ehemalige Schulfreundin, an die sie keine Erinnerung hat, ein verliebtes Pärchen und zum Ausgleich ein streitendes Pärchen, den Späti-Mann und den Taxi-Fahrer.
Im Verlauf der Nacht kommen auch tatsächlich alle Gäste. Nach der ersten Flasche Wodka taut der scheue Kassierer auf, die Schulfreundin flirtet mit ihm was das Zeug hält, das Pärchen knutscht ohne Unterlass und die alte Dame gibt Lebensweisheiten von sich. Und Sarah ergeht sich in inneren Ansichten zu allem und jedem.

Witzig, aber wenig beeindruckend

Es hat ganze drei Wochen gebraucht, bis mir etwas eingefallen ist für diese Rezension. Das mag mit meiner Krankheitsphase zusammenhängen, glaube ich aber nicht. Im Grunde hat mir das Lesen schon Spaß gemacht. Die Story ist kurzweilig und witzig, hat unerwartete Wendungen und liest sich wirklich fix.
Aber letztendlich war das Buch schon vergessen, sobald ich es aus der Hand legte. Es hat keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Wenn da nicht der Titel wäre, der mich an ein zweifelhaftes Kompliment erinnert, das man(n) mir mal machte, wäre das Buch vermutlich schon komplett in meinem geistigen Nirvana verschwunden.
Als unterhaltsame Lektüre kann ich es also empfehlen, aber wer eine beeindruckende Geschichte sucht, der wird sie hier nicht finden.

 

Autorenporträt
Sarah Bosetti ist eine Erfindung ihrer Eltern. Seit 1984 ist sie anwesend, halb Mensch und halb Frau, studierte zunächst Filmregie in Brüssel und zog dann nach Berlin, wo sie sich seither zur Ersparnis eigener Heizkosten im Scheinwerferlicht der Lese- und Kabarettbühnen wärmt und 2013 deutschsprachige Team-Vizemeisterin im Poetry-Slam wurde. Sie ist bekannt aus «Die Anstalt» im ZDF, «Nuhr im Ersten», der «ARD Ladies Night» sowie als Kolumnistin bei radioeins (RBB).

Buchinfo
„Ich bin sehr hübsch, das sieht man nur nicht so“ von Sarah Bosetti, erschienen bei rororo
Taschenbuch: 192 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-499-63317-1
eBook: 192 Seiten, € 9,99, ISBN: 978-3-644-40248-5

Quellen
Bild+Autorenpoträt: www.rowohlt.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

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