W. Leichsenring: Die Suche nach dem Paradies

Reisen, andere Länder erkunden und erleben, auf eigene Faust und im eigenen Rhythmus. Das geht prima mit einem Wohnmobil. Gabriele und Wolf Leichsenring haben mit ihrem Gefährt schon so einige Touren gemacht. Nun hat es sie ans andere Ende der Welt, den Sehnsuchtsort Neuseeland verschlagen. Mit ihrem Reisebericht nehmen sie den Leser mit auf ihre 12.000 Kilometertour.

_die-suche-nach-dem-paradiesMit ihrem Wohnmobil sind Gabriele und Wolf Leichsenring schon zig Kilometer gefahren. Im Jahr 2015 kamen noch einige hinzu. Das Paar hat sein Gefährt nach Neuseeland verschiffen lassen und in einer mehrmonatigen Tour sich diesen Sehnsuchtsort erfahren.
Während Gabriele die Fotos beisteuert, berichtet Wolf Leichsenring vom Start in Auckland. Von dort geht es bis zur nördlichsten Spitze des Landes zum Cap Reinga. Sie erkunden zunächst die Nordinsel: die Coromandel-Halbinsel, Taupo am gleichnamigen See, unzählige Orte mit so klangvollen Namen wie Waitara, Kakaramea oder Wanganui – um nur einige zu nennen. Wo immer es ihnen gefällt bleiben Sie und unternehmen Wanderungen, besichtigen Museen, Sehenswürdigkeiten, erklimmen Berge oder schippern über einen See oder gleich den Ozean.
Von Wellington aus setzen Sie auf die Südinsel über. Diese wird beherrscht von der Farbe Grün sowie unzähligen Schafen und Kühen. Auch hier warten interessante Reiseziele: Rotoroa im Nelson Lakes National Park, die Pancake Rocks, wunderschöne Strände, Gletscher und die neuseeländischen Alpen, außerdem die außergewöhnlichen Fjordlands.
Geführte Exkursionen bringen Gabriele und Wolf zu großen und kleinen Vogelnistplätzen oder Seelöwenkolonien. Sie haben die Gelegenheit Pinguine zu beobachten und sogar mit einem Helikopter in die Berge zu starten.
Die vielen Gespräche mit Einheimischen und die Auseinandersetzung mit dem Land und dessen Geschichte, schlagen sich in den immer wieder eingeschobenen Exkursen nieder. Diese beschäftigen sich zumeist mit Legenden aus der Maorikultur. Aber auch die Geschichte der verschiedensten Einwanderer ist präsent. Nicht zuletzt, weil es Orte wie das englisch-klingende Stratford gibt und Queenstown, das schottisch geprägte Dunedin und Invercargill oder das deutsch angehauchte Blenheim.
Auf dem Rückweg nach Auckland werden auf der Nordinsel noch einige Orte erkundet, die im ersten Abschnitt ausgelassen wurden. Bis schließlich die Verschiffung des Wohnmobils nach Australien ansteht.

Begeisterter und begeisternder Reisebericht

Das Buch ist eine Entdeckung von der Frankfurter Buchmesse. Im Veranstaltungskalender war angegeben, dass Gabriele und Wolf Leichsenring am Verlagsstand sind und ich war neugierig was die beiden über Neuseeland zu erzählen hätten. Denn das ist eines der Länder, dass irgendwie auch auf meiner Liste „Muss ich noch besuchen“ steht.
Das sympathische Paar, vor allem Herr Leichsenring, überschüttete mich regelrecht mit Reiseinfos und –tipps und berichtete enthusiastisch von der Reise. Seine Begeisterung freute mich, denn ich kann sie gut nachvollziehen.
Im Buch ist es ganz ähnlich. Auf jeder Seite spürt man die Freude und den tiefen Eindruck, den das Land und die Reise hinterlassen haben. Der Reisebericht ist locker und flüssig geschrieben und lässt sich ganz leicht lesen. Viele Bilder bringen einem die Erlebnisse noch einmal näher. Und dank der immer wieder eingestreuten Exkurse zu Maori-Legenden und anderen Hintergrundinformationen, kann man erkennen, dass die Reisenden sich mit Land und Leuten auch intensiv beschäftigt haben. Und eben nicht nur tausende Kilometer runtergerissen haben, in einem eiligen Versuch, das Land zu durchqueren. Allerdings hat sie wohl auch mehr Zeit als andere Reisende.
Dazu gibt es den einen oder anderen Ausflugstipp. Wollte man das aber in die Tat umsetzen, müsste man sich das selbst kennzeichnen oder anderswo gesammelt notieren. Denn diese Hinweise „verstecken“ sich im Text. Aber ich denke, das ist so gewollt. Es ist ja kein Reiseführer.
Alles in allem hat mir die Lektüre viel Spaß gemacht. Sie hat mir das Land näher gebracht. Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

 

Autoreninfo
Gabriele und Wolf Leichesenring sind seit mehr als 30 Jahren begeisterte Wohnmobilisten. Das bedeutet aber auch, dass sie völlig „hoteluntauglich“ sind. Während ihrer früheren Berufstätigkeit (Lehrtätigkeiten) lag ihnen die „mobile Eroberung“ Europas besonders am Herzen. Nunmehr erweitern sie ihren Horizont auch auf anderen Kontinenten.
So hieß MAROKKO in 2012 für einen längeren Zeitraum ihr Ziel. 2011 und 2013 tourten sie jeweils zwischen acht und elf Monaten in NORDAMERIKA herum. In 2015 folgte dann für drei Monate NEUSEELAND. Anschließend umrundeten sie den 5. Kontinent, AUSTRALIEN.
Selbstredend unternehmen sie alle Reisen im eigenen Wohnmobil. Und was wird noch kommen? Die Fülle der Reiseziele ist schier unerschöpflich.
Über NORDAMERIKA und MAROKKO haben sie Bücher veröffentlicht. Ihr Reisebericht über NEUSEELAND ist gerade in Buchform erschienen, das Buch über AUSTRALIEN noch in Arbeit.

Buchinfo
„Die Suche nach dem Paradies. Mit dem Wohnmobil 12.000 Kilometer durch Neuseeland“ von Wolf Leichesenring, erschienen im traveldiary Verlag
Paperback, 168 Seiten, € 14,80, ISBN 9783942617000

Quellen
Bild: www.traveldiary.de / Autoreninfo: www.ga-wo.leichsenring.net / Text (außer Autoreninfo): Susanne

 

Ein Gedanke zu “W. Leichsenring: Die Suche nach dem Paradies

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