BüRü: Roman Preist: Mein Leben in zwei Welten

Schon bevor ich diesen Blog hier gestartet habe, schrieb ich Rezensionen. Darunter waren viele Bücher, die mich in irgendeiner Weise (in der Regel positiv) beeindruckt haben. Und es wäre schade, wenn man sich immer nur mit Neuerscheinungen beschäftigt ohne auch mal zurück zu blicken. Daher möchte ich Euch unter der neuen Kategorie „Bücherrückblick“ – kurz BüRü – eben die Bücher vorstellen, die zwar nicht neu, aber eben für mich sehr nachhaltig sind. Den Bücherrückblick gibt es ab sofort immer Freitags. Viel Spaß dabei.

 

Vor Ralf liegt eine große Karriere als Naturwissenschaftler. Eine sensationelle Entdeckung ist der Startschuss. Während eines Auslandsaufenthaltes jedoch gerät Ralfs Verstand außer Kontrolle. Die Diagnose: Schizophrenie. Nichts ist und bleibt mehr wie es war. Die erschütternde und bewegende Schilderung eines Lebens mit einer unheilbaren und heimtückischen Krankheit.

Mein Leben in zwei WeltenRalf ist begabter und leidenschaftlicher Naturwissenschaftler. Gemeinsam  mit einem Kollegen kann er nach unzähligen Versuchen und viel Arbeitsaufwand Messergebnisse zur Freisetzung von Stresshormonen einer einzelnen Zelle nachweisen. Eine Sensation in Fachkreisen. Ralf ist gerade mal 30 und seiner glänzenden Karriere steht nicht mehr im Weg. Scheinbar.
Bereits während des Studiums verwirren ihn seine Gedanken gelegentlich. Kaffee und Alkohol konsumiert er im Übermass. Therapeutische Hilfe schafft hier und in darüber hinaus anderen seelischen Bereichen vorübergehend eine gewisse Abhilfe.
Bei einem Arbeitsaufenthalt in Spanien gerät Ralfs Verstand jedoch komplett außer Kontrolle. Er fühlt sich verfolgt. Von allem und jedem. Per Radio empfängt er Botschaften, kann nicht mehr klar denken. Seine Gedanken drehen sich im Kreis und lassen ihm keine Ruhe. Er ist sich seines Lebens nicht mehr sicher, wittert überall Gefahr.
Fortan bestimmt die Schizophrenie sein Leben, auch Medikamente und deren Nebenwirkungen. Das Absetzen der Medikamente bedeutet wenig später einen neuen schizophrenen Schub. Selbstmordversuche, Klinikaufenthalte, Therapien. Dazwischen der Versuch eines normalen Lebens. Das alles wechselt sich ab. Viele Jahre lang.
Zwischenzeitlich lebt Ralf mit seiner Krankheit bereits 13 lange Jahre. Sein Vorhaben die Schizophrenie im Selbstversuch zu erforschen, brachte dieses Buch hervor.

Ein außergewöhnliches Buch

Dies ist kein gewöhnliches Buch. Es ist die Schilderung einer Krankheit und dem Leben mit ihr. Eine tragische, beängstigende Schilderung. Die Zerrissenheit des Autors findet ganz klar Ausdruck im Wechsel zwischen der Erzählung in der Ich-Form und in der dritten Person. Noch deutlicher, wenn der Autor von sich als Frau spricht.
Es wird klar getrennt geschildert wie das Leben im Autor drinnen und auch nach außen hin verläuft. Ein unbeschreibliches Buch. Bewegend, erschütternd, beängstigend und bewunderungswürdig.

 

Autorenporträt
Roman Preist ist promovierter Naturwissenschaftler. Heute arbeitet er als Produktspezialist bei einem Berliner Pharmaunternehmen.

Buchinfo
“Mein Leben in zwei Welten – Innenansichten einer Schizophrenie“ von Roman Preist, erschienen 2008 bei dtv premium
Taschenbuch: 240 Seiten, € 14,90, ISBN 978-3-423-24657-6
(Das Buch ist im DTV-Programm leider nicht mehr aufgeführt.)

Quellen
Bild+Autorenporträt: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

 

Kennt Ihr dieses Buch? Wie hat es Euch gefallen? Ich freue mich auf Eure Meinungen.

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