Vorübergehend Katzenmama IV

Die vierte Woche mit meinem zeitweiligen tierischen Mitbewohner ging ins Land. Es ist nach wie vor ein Auf und Ab mit Mr. C und mir. Allmählich wird es aber etwas besser.
Ich habe mir den Rat von Bine vom Niliversum vergangene Woche zu Herzen genommen: Die Schlafzimmertür bleibt jetzt nachts offen, wenn ich da bin. Dadurch kriege ich zwar deutlicher mit, wenn Mr. C durch die Bude tobt und irgendwo rumkratzt. (Was mich natürlich weckt und mir Sorgen macht.) Aber ich bin positiv überrascht, denn den Großteil der Nacht verbringt er mit im Bett und schläft friedlich. Er kratzt kaum noch an der Schranktür, weil er dort rein will und er springt (was mich am meisten freut) nicht um meinen Kopf herum auf das Fensterbrett. Mr. C wird nur gegen 4 Uhr wach und spielt dann halt oder will gestreichelt werden. Was ich um die Uhrzeit im Halbschlaf nicht fertig bringe. (Zumal er dann unvermittelt auch vom Schmuse- zum Spielmodus wechselt und die Hand „angreift“. Das mag ich nicht.)

Es wundert mich im Übrigen immer wieder, dass es völlig egal ist, wie groß ein Bett und eine Bettdecke sind – eine Katze bringt es fertig, dass man als Mensch nur noch verkrümmt da liegen kann und/oder von der Decke gerade mal ein Drittel hat. Dessen ungeachtet läuft es besser als ich dachte. Vielleicht weil er jetzt das Schlafzimmer auch etwas kennt.

Die Sorge mit dem Futter

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Dem Spruch kann ich nicht zustimmen

Dafür macht mir nun die Fresserei sorgen. Das was er letzte Woche noch mit Begeisterung verschlungen hat, verschmäht er inzwischen oft. Ich hab schon anderes Futter besorgt, damit Abwechslung in die Sache kommt. Aber im Grunde gibt es ja nur Geflügel (Pute, Huhn, Truthahn), Rind/Kalb und Fisch. Mal mit mal ohne andere Zusätze. Wusstet Ihr, dass es Katzenfutter mit Aloe Vera gibt??? Das Zeug soll man sich auf die Haut schmieren – von Essen hab ich noch nichts gehört. Geschweige denn für Tiere.

Jedenfalls ist er recht mäkelig, was das Essen angeht. Und sowohl letzten als auch diesen Samstag hat er kurz nach dem Fressen einen Teil des Futters wieder hochgewürgt. Er ist ansonsten fit und hat auch Hunger/Appetit. Mir stellt sich da die übliche Frage: Ist er krank oder hat es einen anderen (weniger sorgenträchtigen) Grund, warum er nur ausgewählte Sachen frisst? Wie macht Ihr Katzenbesitzer das denn, wenn er ein Futter verschmäht? Lasst Ihr das stehen, nach dem Motto mit genug Hunger frisst er das schon? Oder entsorgt Ihr das gleich und gebt Eurem Liebling was anderes?

Ich bin inzwischen dazu übergegangen, tatsächlich noch was anderes hinzustellen, aber auch das zunächst abgelehnte noch stehen zu lassen. Erst wenn er das auch am nächsten Tag noch nicht gefressen hat, schmeiße ich es weg. Er hat im Übrigen ja auch permanent Trockenfutter dastehen. Mr. C hat mehr Futterschüsseln als ich in der Woche Teller brauche.

Experimente mit Kater und Gras

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Erstmal vorsichtig schnuppern

Dann hab ich am Dienstag auch ein Experiment gestartet. Mit Mr. C und Gras. Und ich spreche natürlich nicht vom Kiffen. *g* Ich hab ja ein schlechtes Gewissen, weil er an meine Pflanzen nicht darf (das hat er diese Woche auch prima beherzigt), aber er auch kein Katzengras hat. Und ich hab ohnehin gelesen, dass man so einem Stubentiger auch mal was von draußen mitbringen kann/sollte. Zum Schnuppern und spielen und so. Also hab ich die Tage von der Wiese hinterm Haus – wo kein Auto lang fährt und wo auch nicht gedüngt wird – etwas Gras gerupft. Die gesammelten Werke dann in einen Karton und ihm hingestellt.

Er fand das glaube ich ganz gut. Hat geschnuppert und auch drauf rumgekaut und bissle damit gekämpft. Klar lag irgendwann das Grünzeug außerhalb des Kartons auf dem Boden, aber das war nicht schlimm, sondern auch Sinn der Sache. Hauptsache er hatte Spaß. Anfangs hab ich noch dabei gesessen und beobachtet. Später hab ich immer wieder mal nach ihm gesehen – für den Fall, dass ihm das Gras doch nicht bekommt. Immer wenn ich in die verdächtig stille Küche geguckt habe, saß er einfach nur in dem Karton. Nicht, dass es vorher nicht andere Kartons gegeben hätte. Aber offenbar keiner so gemütlich wie dieses kaputte Ding. *g*
Ich hab vorm Schlafen gehen, das Gras zwar wieder eingesammelt, weil ich irgendwie nicht wollte, dass er stundenlang unbeaufsichtigt, daran rum nagt (eventuell bekommt zu viel ihm ja doch nicht), aber so hat er sich beim nächsten Mal wieder drauf gefreut. Jetzt seh ich zu, dass ich alle 2-3 Tage frisches (nicht nasses) Gras für ihn hole.

Inzwischen kommt er fast jeden Abend zu mir auf die Couch und hockt sich auf meine Brust. So dicht vors Gesicht, dass ich jedes Mal merke wie es wäre einen Bart zu tragen.  Man hat die ganze Zeit Haare im Mund. Wäh. *g*
Und neuerdings fühlt er sich offenbar so wohl, dass er dann dort genüsslich furzt und mir mit dem Gestank total die Sinne vernebelt. Aber lasst mich raten: Das ist nur ein weiterer Vertrauensbeweis, oder? *g*

Malträtierte Türrahmen

Weniger schön finde ich, dass meine Türrahmen jetzt deutliche Kratzspuren aufweisen. Das ist ein großes Problem, weil lt. Mietvertrag nämlich keine Tiere erlaubt sind. Logischerweise habe ich weder Lust (noch Geld) die Türrahmen auszuwechseln noch bei einem Auszug meine Mietkaution deswegen einzubüßen. Eine Freundin sagte, abschleifen und neu lackieren ist eine Möglichkeit. Auch nicht unbedingt eine Arbeit um die ich mich reiße.
Dem Besitzer von Mr. C hab ich Bescheid gegeben und ich hoffe, er findet eine Möglichkeit, sein Tier Ende nächster Woche wieder zu sich zu holen. Das tut meiner Meinung nach nicht nur meinen Wänden und Türrahmen gut, sondern ist für Mr. C natürlich auch viel besser, als bei mir im Exil zu leben. Mal sehen, wann ich da eine Information kriege.

7 Gedanken zu “Vorübergehend Katzenmama IV

  1. Aaaalsoooo: Furzen ist kein Vertrauensbeweis, aber unter Umständen ein Hinweis, dass er was am Futter nicht verträgt. Bin ich froh, dass ich ein Mädchen habe. Die furzt nicht. Und wenn, rennt sie gleich peinlich berührt weg und lässt mich mit dem Gestank alleine. Aber das ist in fast drei Jahren genau 2x passiert.

    Was das Futter angeht: Da habe ich zwar ein extrem pflegeleichtes Exemplar, aber auch sie mag manchmal was nicht, was sie zwei Tage später wieder anstandslos in sich reinfuttert. Hast du immer auch ein Schüsselchen Trockenfutter dabei? Ich sitze das bei meiner auch mal einen Tag aus und irgendwann futtert sie es doch. Mache ich aber nur im Winter, wenn es nicht so warm ist. Was du tun kannst: Wenn nicht gleich gegessen wird, den Napf in eine Tüte packen und in den Kühlschrank stellen. Dann abends wieder servieren.

    Zum Gras: Spannend. meine frisst nur die frischen Spitzen direkt ab Pflanze. Und dass sie das hochwürgen ist normal. Dazu dient es ja unter anderem. Die Haare hochzuwürgen, die beim Putzen verschluckt werden. Am Anfang dachte ich, die Katze dreht es jetzt gleich auf Links. Und dann lag da ein graues Würstchen aus verfilzten Haaren mit etwas Gras garniert. Zum Glück kaum geruchtsintensiv, also eher nicht schlimm.

    Und was das Schlafen angeht: Das war klar. Da will sie zur Familie, wenn sie schon einfach so ausgesetzt wurde von Herrchen. Hättest du mehr Zeit, würdest du feststellen, dass
    a, man selbst einen deutlich festeren Schlaf bekommt. Ich habe sie anfangs auch immer miauend (suchend) antapsen gehört. Inzwischen stelle ich nur irgendwann fest: Hups, da liegt was.
    b, sich die Katze deinem Rhythmus anpasst und irgendwann vermutlich mit dir durchschläft.

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    • Ja, also das mit dem Futter stelle ich auch fest. Das was er gestern gefressen hat, mag er heute nicht, aber übermorgen stürzt er sich wieder drauf. Das ist irritierend.
      Und das mit dem Fellballen auskotzen kenn ich auch. Ich weiß auch, dass er dafür die Pflanzen/das Katzengras hat. Aber das macht er nicht. Er würgt eher das Essen kurz nach dem reinschlingen wieder vor.
      Er hat auch immer Trockenfutter da stehen. Und an anderer Stelle noch Wasser. Aber ich bring es nicht fertig, ihm das Futter, wenn er es nicht gleich frisst „wegzunehmen“ und erst 11h später wieder hinzustellen. Über den Tag frisst er dann ja doch was davon.
      Ich hoffe ganz ehrlich, dass in 2-3 Tagen der „Spuk“ vorbei ist. Gestern und heute treibt er mich schier in den Wahnsinn. *seufz*

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  2. Also, der Wutz kann ja auch mittlerweile ins Schlafzimmer. Und spielt dann halt Wecker vor dem Wecker, damit wir auch noch Zeit für ihn haben, vor dem Aufstehen 😉 Aber ich ärger mich nicht, bin ja den ganzen Tag auch nicht da und genieß eher dieses auf mir rumgetapse und geschnurre und Haare ins Gesicht halte, ins Ohr schnufen… Ist eher Qualitytime 😉
    Das mit dem Gras ist eine klasse Idee, sollte ich Wallee auch mal mitreinbringen 🙂 Ich kenne Blogger, da kriegen die Süßen Federn 🙂 Spielen damit rum und haben auch ihren Spaß!

    Beim Futter hat der Katzenpapa einen Großteil Schuld dran, dass der Monsieur so mäkelig geworden ist. Anfangs oder sagen wir mal das erste Jahr war er sehr sehr unkompliziert. Es gab was in den Napf, das wird gefressen. Das war suuuper! Klar, achtet man schon drauf, was der Kleine frisst, aber es wird dann irgendwann doof, wenn er die guten Sachen stehen lässt. Geht halt doch zu sehr ins Geld (und da braucht jetzt keiner zu mosern, das ist so!). Ich kann die Bedenken verstehen, grad, wo es nicht Deiner ist, da bist Du noch mal vorsichtiger!

    Pupsen und Futter hochwürgen ist auf alle Fälle nichts witziges oder normales. Zumindest sollte es das nicht sein! Da passt dann was nicht… Wenn er Trockenfutter frisst, dann schön genügend Wasser hinstellen, was ja sowieso da sein sollte.

    Das Problem mit dem Türrahmen hatten wir ja nu auch und wir habens halt getan, das Erneuern, aber auf Dauer geht das natürlich auch nicht!

    Ich bin jetzt eigentlich eher gespannt, wie Du Dich fühlst, wenn der Süße wieder im Zuhaus ist 😉

    Liebe Grüße
    Bine

    Gefällt 1 Person

    • Hey Bine,
      ja, ich steh ohnehin schon jeden Tag eher auf, um mit Mr. C noch vor der Arbeit eine Schmuserunde einzulegen. Da könnte er mich ruhig bis dahin schlafen lassen. 😉 Nein, schon klar, ich weiß was Du meinst. und wenn er meiner wäre, würde ich das sicher auch mehr geniessen. Aber tatsächlich mag ich es nicht besonders, wenn er mich ins Gesicht stupst.

      Das mit dem Gras hab ich ausm Internet. Da steht, man könne den Wohnungskatzen mal was von draussen mitbringen, Laub zum Beispiel. Da grad kein Herbst ist, dachte ich Gras kann sicher auch nicht schaden. 🙂 Und Federn sind auch mal ne Abwechslung.

      Gepupst hat er gottseidank nicht mehr die Woche. Das mit dem Hochwürgen hat er die letzten Tage auch nicht mehr gemacht. Ich glaube es lag irgendwie am Futter und/oder mit der Aufregung. Ich werds aber auf jeden Fall dem Besitzer mit sagen, wenn er ihn morgen abholt. Und klar Trockenfutter und Wasser steht immer da. Hab das Wasser jetzt nur woanders hingestellt, weil Katzen es angeblich nicht mögen, wenn das Wasser direkt neben dem Futter steht.

      Mal sehen wie schwer mir der Abschied morgen fällt. 🙂 Ich berichte dann natürlich noch darüber.

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich Dir.
      Sanne

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