MoFra: Unbeliebte Hauptfigur

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Eine neue Woche, ein neuer Monat. Nach einem geruhsamen Wochenende mit Lesen, Stricken und Dokumentationen gucken (Ich weiß jetzt alles – ALLES – über James Cook.) widme ich mich voller Elan der heutigen Montagsfrage. Die stellt wöchentlich Svenja aka Buch-Fresserchen und lädt alle ein, sie zu beantworten. Heute möchte sie wissen, wie eine Hauptfigur es schafft, sich bei mir Unbeliebt zu machen.

Ich finde das eine ganz schön schwierige Frage, die ich nicht mal eben fix beantworten kann. Das lässt sich nicht einfach daran festmachen, welche Charaktereigenschaften die Hauptfigur hat oder wie sie handelt. Ich könnte also nicht sagen, eine Hauptfigur die tötet/lügt/abhängig von irgendwas ist/nicht die von mir favorisierten Charaktereigenschaften hat/etc. hat bei mir verschissen. Wichtig ist, wie ist die Hauptfigur in die Geschichte integriert, worum geht es überhaupt, warum ist sie wie sie ist und tut was sie tut, welchen Hintergrund gibt der Autor ihr.

Ich mache das auch nicht daran fest, ob ich mir vorstellen kann mit dieser Person befreundet zu sein oder ähnliches. Beispielsweise fände ich es ganz furchtbar mit Carl Morck oder Ash Henderson zusammen arbeiten zu müssen. In den Büchern finde ich ihre Eigenheiten und Sonderbarkeiten klasse – in der Realität würden mir die beiden wohl eher Angst machen und mich verschrecken.

Zunächst kommt es wohl mal auf meine Stimmung an. So ähnlich wie ich ein Buch nicht so gut aufnehme, weil ich es vielleicht zur „falschen Zeit“ lese, so mag es mir auch mit den Hauptfiguren gehen. Sprich eine Person, die ich in Monat A zum Kotzen finde, mit der könnte ich in Monat G gut leben. Oder umgedreht.

Generell könnte ich vermutlich sagen, eine Hauptfigur, die nur nach Klischees handelt und völlig uneinsichtig ist, hat einen schweren Stand bei mir. Auch Figuren, die rechtsradikal, religiös und esoterisch überaus fanatisch sind, sind bei mir insofern unbeliebt, als ich sie einfach nicht verstehe und derartigen Fanatismus nicht nachvollziehen kann.

Gutes Beispiel einer Hauptfigur, die mir ganz übel auf den Wecker ging und sich dadurch bei mir unbeliebt gemacht hat, ist Hannah Friedrichs aus „Ein Grab mit deinem Namen“. Ihre Mimosenhaftigkeit hinsichtlich ihrer Schwangerschaft (kurz vor der Niederkunft) und ihrem Beruf, ging mir gehörig auf die Nerven. Und auch ihre ständige Beschäftigung mit einer vermeintlich ganz überirdischen Erscheinung im Nebel. Allerdings hat mich ja das ganze Buch nicht vom Hocker gehauen, wie die Rezension zeigt.

Weiteres Beispiel für eine unbeliebt-gemachte Hauptfigur ist Barbara Havers aus der Inspektor-Lynley-Reihe. Ich verfolge die Reihe von Beginn an und bin/war ein echter Fan von Elizabeth George. Barbaras eigenwillige Persönlichkeit, ihre Unbändigkeit und ihre Bereitschaft sich über Regeln hinweg zu setzen, fand ich immer beeindruckend. Im bislang letzten Teil allerdings hat sie den Bogen völlig überspannt. Ihre Eigenmächtigkeit und das ständige Geheimhalten und Versteck-spielen waren ermüdend und haben mich auch genervt. Damit hat sie sich bei mir (zumindest in diesem Buch) echt unbeliebt gemacht.

Jetzt hab ich so viel gesagt und wohl keine konkrete Antwort gegeben. Weil es für mich keine gibt. Eine Figur, die ich in einem Roman total klasse finde, kann ich in einem anderen Roman und Zusammenhang vielleicht überhaupt nicht ausstehen. Das hängt also nicht nur von der Figur ab.

Mich würde vielmehr mal interessieren, ob es jemanden gibt, der die Hauptfigur total ätzend fand, aber das Buch gut. Gibt es sowas? Kann jemand meine Neugier stillen?

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