Lars Simon: Elchscheisse

Torstens Leben ändert sich schlagartig mit einer Erbschaft. Ausgerechnet ein Bauernhof in Schweden. Doch Torsten findet das eigentlich gar nicht schlecht. Will er doch Bestseller-Autor werden. Und wo könnte man besser schreiben, als in der Einsamkeit der schwedischen Wälder? Sein Vater ist anderer Ansicht und akzeptiert nur widerwillig Torstens Entscheidung. Und natürlich läuft alles ganz anders, als Torsten sich das ausgemalt hat.

Mein Lieblingssatz: „Eine uralte, einäugige Kuh glotzte mich aggressiv über einen Weidezaun hinweg an.“

_ElchscheisseTorsten ist Mitte 30 und nicht ganz zufrieden mit seinem Leben. Sein Job bringt zwar Kohle, aber keine Freude und seine Beziehung hat den Spaß-Zenit auch längst überschritten. Mit Hilfe eines Therapeuten will Torsten daher den Ur-Mann in sich wieder wecken, um seine Freundin zu beeindrucken. Die Erbschaft eines Bauernhofes in Schweden, kommt da zwar überraschend, aber nicht ungelegen. Wo könnte man besser seinen Ur-Mann finden als in der Wildnis von Skandinavien?
Seine Freundin sieht das nicht so. Torstens Pläne auf den ominösen Hof zu ziehen und Schriftsteller zu werden, finden nicht ihre Zustimmung. Als er gleich am nächsten Tag seinen Job kündigt, ist auch die Beziehung hinüber. Seine Freundin brennt mit dem Therapeuten durch.
Auch Torstens Vater Gerd ist alles andere begeistert, als er ihm seine Zukunftsvision präsentiert. Gödseltorp sei ein „Drecksnest“ in dem nur „Drecksäcke“ leben, wird ihm beschieden. Gerd weiß wovon er spricht, denn bis vor etwa 30 Jahren hat er selbst in dem Drecksnest gelebt. Dennoch lässt er seinen Sohn widerwillig in den Norden ziehen.
Nachdem er Job und Freundin los ist, gibt es für Torsten keinen Grund mehr in Frankfurt zu bleiben. Also kauft er einen gebrauchten VW-Bus, den er Lasse tauft, und macht sich auf nach Schweden. Bald jedoch macht Lasse Schwierigkeiten und mit dem pazifistischen Rainer findet er eine Reisebegleitung, deren freudige Gesellschaft als zweifelhaft bezeichnet werden darf.
In Gödseltorp erwarten Torsten dann so einige Überraschungen. Zum Beispiel eine Tankstelle von Stephen King, norwegische Widerstandskämpfer, ein Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg, lispelnde Rocker, diverse kulinarische Erlebnisse und eine Gemeinde auf der Suche nach einem Schatz.

Die volle humoristische Breitseite

Wie könnte ein Buch mit dem Titel „Elchscheisse“ nicht lustig sein? Es hält was es verspricht, auch wenn kein einziger echter Elch darin vorkommt. Das ist aber nicht schlimm, weil so viele andere schräge Gestalten und noch schrägere Ereignisse das Buch einfach extrem unterhaltsam machen.
Ein lockerer, flapsiger Schreibstil mit kreativen und treffenden Beschreibungen, macht „Elchscheisse“ zu einem lesenswerten Buch mit voller humoristischer Breitseite. Ich habe mich köstlich amüsiert. Die Protagonisten sind gleichermaßen kurios wie auch detailreich dargestellt. Ebenso die Erläuterungen zu Gödseltorp selbst. Am liebsten würde man selbst gern in das Kaff am Gödsljö fahren.
Eine tolle Lektüre, die gute Laune und irgendwie auch Lust auf Schweden macht. Ich kann „Elchscheisse“ nur empfehlen.

Autorenporträt
Lars Simon ist Jahrgang 68 (das erklärt vielleicht einiges, aber nicht alles) und hat nach seinem Studium zuerst lange Jahre als Marketingleiter einer IT-Firma gearbeitet, bevor er als Touristen-Holzhaus-Handwerker mit seiner Familie mehr als sechs Jahre in Schweden verbrachte. Heute lebt er in der Nähe von Frankfurt/Main.

Buchinfo
„Elchscheisse“ von Lars Simon, erschienen Mai 2014 bei dtv, Taschenbuch, 288 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21508-4
eBook: € 7,99, ISBN 978-3-423-42208-6

Quellen
Bild: www.dtv.de / Text: Susanne

 

5 Gedanken zu “Lars Simon: Elchscheisse

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