Chris Mooney: Zerstörte Seelen

Dieses Buch sollte eigentlich mit einer roten, blinkenden Warnleuchte ausgestattet sein. Die Beschreibung „nichts für schwache Nerven“ wäre in diesem Fall eindeutig untertrieben. Während Protagonistin Darby McCormick sich mit einer Sekte anlegt die seit Jahrzehnten Kinder entführt, hat der Leser damit zu tun, sich nicht zu übergeben und des Nächtens Schlaf zu finden.

Zerstörte SeelenAls Darby McCormick zu einer Geiselnahme gerufen wird, ahnt sie nicht wie sehr das ihr Leben verändert. Der Geiselnehmer ist angeblich ein Charlie Rizzo – ein vor 10 Jahren entführter Junge, nach dem Darby damals suchte. Nun hält er seine Familie als Geiseln fest und will nur mit ihr sprechen.
Darby – von einem ehemaligen Vorgesetzten als „Rambo mit Titten“ bezeichnet – begibt sich in die Höhle des Löwen. Das SWAT-Team soll sich bis zu ihrem Befehl im Hintergrund halten.
Was Darby im Haus der Familie Rizzo vorfindet ist eine verängstigte und brutal zugerichtete Familie. Und ein Geiselnehmer, der ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt. Sein Gesicht ist bedeckt mit einem Lappen aus menschlicher Haut, der an seinem eigenen Fleisch festgenäht wurde. Sein Körper über und über bedeckt mit Narben von Peitschenschlägen. Und wo sein Geschlecht sein sollte, ist lediglich eine wulstige Kastrationsnarbe.
Gerade als Charlie Rizzo – denn es ist tatsächlich der entführte Junge – seinen Vater anweist, Darby die wahre Geschichte um die Entführung zu erzählen, überschlagen sich die Ereignisse. Ein SWAT-Team stürmt mit Hilfe von Giftgas das Haus. Sie töten die Familie und nehmen den Vater mit sich. Auch Darby versuchen sie zu erschießen. Die kampferprobte Frau kann sich jedoch dank einer Gasmaske und ihrer guten Reaktion retten. Sie erschießt einige der SWAT-Männer. Einen davon kann sie lebend aus dem Haus schaffen, vor dem sich ihr ein fürchterlicher Anblick bietet: sämtliche Einsatzkräfte liegen mit Schaum vor dem Mund und tot vor ihr.
Sie flüchtet mit ihrem Gefangenen und verständigt weitere Rettungskräfte. Schließlich will sie ihre Geisel verhören und muss feststellen, dass dieser die Zunge fehlt. Als wenig später der Gefangene verschwindet und sie vom Militär unter fadenscheinigen Begründungen festgehalten wird, beginnt Darbys schwierigster Fall.

Vom Allerfeinsten

Dieses Buch wird Euch den Atem, den Schlaf und den Appetit rauben. Und wer schlafen kann, wird Albträume davon kriegen. Es sollte gleich mit mehreren Warnungen beklebt sein. Weder Herzkranke noch nerven- oder magenschwache Personen sollten es lesen. Und wer hin und wieder Angstzustände hat, sollte auch die Finger davon lassen.
Kaum eine andere Story hat mich bisher so oft gewürgt, geschüttelt und mich nur mit Überwindung weiterlesen lassen. Und seit der Lektüre schaue ich vor dem Schlafen wieder unters Bett.
So ekelerregend und grausam manche Schilderungen auch sind, von der ersten Seite an fesselt das Buch. Bei dieser erschreckenden Story ist man gespannt, welche Gräuel der Autor sich noch ausgedacht hat und wie er das bisher gelesene noch toppen will. Und das gelingt ihm immer wieder.
Hochspannung von Anfang bis Ende. Ein Thriller vom Allerfeinsten und ganz großes Kino.

Autorenporträt
Chris Mooney, aufgewachsen in Lynn/Massachussetts, ist einer der erfolgreichsten neuen amerikanischen Thrillerautoren. Er lebt mit seiner Frau und seinem Sohn in Boston.

Buchinfo
„Zerstörte Seelen“ von Chris Mooney, erschienen November 2011 bei rororo, Taschenbuch, 448 Seiten, € 9,99, ISBN 978-3-499-25713-1

Quellen
Bild: www.rowohlt.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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