Ole Kristiansen: Der Wald bringt den Tod

Eine Erbschaft führt Katja Jakobs in das scheinbar verschlafene Örtchen Tachin. Dort angekommen findet die Journalistin gleich mal eine Leiche im Wald. Doch nicht der tote Mann, sondern eine geheimnisvolle Botschaft an ihrem Auto veranlasst Katja zum Bleiben. Aber auch mysteriöse Geschichten die sich um den Wald ranken, wecken ihre Neugier. Sie quartiert sich im Ort ein und macht sich auf die Suche nach den Tatsachen hinter den Gruselgeschichten um verschwundene Kinder.

Der Wald bringt den TodIhr kürzlich auf tragische Weise verstorbener Onkel hat Katja Jakobs in Tachin ein Grundstück im Wald vererbt. Die Journalistin hat gerade wenig zu tun und beschließt, sich ihre Erbschaft gleich einmal genauer anzusehen. Unmittelbar nach ihrer Ankunft in dem scheinbar verschlafenen Nest und dem Wald findet Katja eine Leiche. Das ruft ihren alten Bekannten Kommissar Möhrs auf den Plan, der mit den Ermittlungen betraut wird.
Katja nimmt vorerst die Einladung eines Geschwisterpaares vor Ort an, das sie bei der Testamentseröffnung ihres Onkels kennenlernte. Während Dietmar recht rational veranlagt ist, erzählt Dagmar ihr gleich von verschwundenen Kindern und dem Bösen, das im Wald sein Unwesen treibt. Die neue Frackinganlage soll dafür gesorgt haben, dass – wie schon einmal – dem Ort Unbill droht. Die Journalistin kann damit wenig anfangen.
Gleich am nächsten Morgen will sie wieder abreisen. Doch sie findet an ihrem Auto eine Botschaft, die sie völlig aus der Fassung bringt. Und sie damit auch veranlasst die Gastfreundschaft von Dietmar und Dagmar weiter in Anspruch zu nehmen.
Angefacht von Dagmars Schauergeschichten will sie nun auch dem mysteriösen Verschwinden von Kindern auf den Grund gehen. In den 70er Jahren wurden mehrere Kinder vermisst gemeldet, die allesamt dem Wald zum Opfer gefallen sein sollen. Oder sind sie doch nur von Zuhause abgehauen?
Parallel zu den aktuellen Ereignissen um Katja Jakobs, wird der Leser in Zwischenkapiteln in die Vergangenheit versetzt und erhält Einblicke, die den Protagonisten vorenthalten werden.

Kein positives Fazit, aber Potential

Ich habe die Lektüre erst gestern beendet und habe mich heute schon spontan weder an den Buchtitel noch an den Inhalt erinnern können. Das ist traurig. Und wie ich finde schon bezeichnend. Wenn auch spannend, aber beeindruckend ist die Lektüre nicht gewesen. Das tut mir leid für den Autor, der sich da sicherlich viel Mühe gemacht hat.
Zunächst mal handelt es sich um Band 3 einer 5er-Serie und ich kenne die beiden Vorgänger nicht. Dafür kann das Buch ja nichts. Vielleicht ist das aber der Grund aus dem ich mit den Hauptfiguren Katja Jakobs und Kommissar Möhrs und seiner Truppe nicht so richtig warm geworden bin. Für mich blieben die Figuren blass und ungreifbar. Die privaten Geschichten um diese Personen fand ich gestellt und irgendwie penetrant. Oder zumindest ungeschickt eingebaut.
Ich hatte das ganze Buch über den Eindruck, dass ich was verpasst habe. Wie wenn man den Anfang eines Krimis verpasst. Oder die Pilotfolge einer Serie. Die Grundlagen fehlen quasi. Jetzt könnte man ja sagen „Klar, wenn sie die beiden vorherigen Bände nicht gelesen hat…!“ Aber ich weiß, dass es möglich ist, inmitten einer Reihe anzufangen und diesen Eindruck des Etwas-verpasst-habens nicht zu empfinden. Was in meinen Augen fast noch schwerer wiegt, ist jedoch die Tatsache, dass ich auch keinerlei Neugier auf die vorherigen Bände verspüre.
Es soll sich lt. Verlag im Übrigen um eine Elemente-Tetralogie und einen Ökothriller handeln. Das habe ich vorher nicht gewusst – wenn ja, hätte ich das Buch vermutlich gar nicht zur Hand genommen. Hätte ich das aber nicht im Nachhinein auf der Verlagshomepage gelesen, wäre mir das völlig entgangen. Das Buch hat mir  weder das eine noch das andere vermittelt.
Ich versuche es nochmal in Kürze festzuhalten:
Die Geschichte um die aktuellen Morde fand ich spannend. Die Geschichte um das geheimnisvolle Verschwinden der Kinder auch. Die verschiedenen Legenden, die Dagmar erzählt, gaben für mich kein stimmiges Bild. Daran änderten auch die Rückblenden nichts. Die Protagonisten blieben blass und deren persönliche Schicksale wirkten aufgesetzt. Auch die in die Geschichte eingebaute Frackinganlage (die vermutlich dem Ökothriller geschuldet ist) wirkte auf mich nicht stimmig. (Zumal ich nicht verstanden habe warum das eine Fracking verboten und das andere erlaubt ist. Aber das mag am Thema an sich liegen, nicht am Buch.)
Das ist alles in allem kein positives Fazit und das finde ich tatsächlich schade, denn die Geschichte ist nicht ohne Potential. Ich hoffe, andere Leser haben mehr Freude an der Lektüre. Von meiner Seite gibt es allerdings dafür keine Empfehlung.

 

Autorenporträt
Ole Kristiansen wurde Mitte der 70er-Jahre in Hamburg geboren. Nach Aufenthalten in London und Süddeutschland lebt er heute wieder in der Elbmetropole. Er arbeitet als Autor, Übersetzer und Schreibcoach.

Buchinfo
„Der Wald bringt den Tod“ von Ole Kristiansen (Band 3 der Elemente-Tetralogie), erschienen Februar 2016 bei dtv
Taschenbuch: 400 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21601-2
eBook: 352 Seiten, € 7,99, ISBN 978-3-423-42750-0

Quellen
Buch + Autorenporträt: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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