MoFra: Welches Buch würdest du empfehlen?

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Bei der heutigen Montagsfrage von Svenja vom Blog Buch-Fresserchen muss ich ein wenig nachdenken: Welches Buch würdest du jemandem empfehlen, der zum ersten Mal ein von dir favorisiertes Genre liest?

Obwohl ich grundsätzlich immer (IMMER), wenn ich danach gefragt werde, Krimi und Thriller als mein Lieblingsgenre benenne, fiel mir hier als konkretes Buch als erstes ein Historischer Roman ein: „Die Wachsmalerin“ von Sabine Weiß.

Es ist eine ganze Weile her, dass ich das Buch las. Es geht um den Werdegang der Madame Tussaud. Wie sie in Frankreich überhaupt zur Wachsmalerin wird, wie sie ihre Karriere aufbaut und wie sie schließlich gezwungen wird nach Großbritannien zu gehen. Erst im zweiten Teil „Das Kabinett der Wachsmalerin“ erfährt man wie es zum berühmten Wachsfigurenkabinett in London kommt. Alles in allem hat mich das Buch bzw. beide Bücher sehr fasziniert. Sie haben genau die richtige Mischung aus historisch belegten Fakten und der dichterischen Freiheit.

Wenn es um (auto)biografische Bücher geht, würde ich „Das glücklichste Volk. Sieben Jahre bei den Piraha-Indianern“ von Daniel Everett empfehlen.

Mit seiner Familie verbrachte der Sprachforscher eine ganze Zeit bei den Piraha-Indianern. Die Schilderung dieses einfachen Lebens, der Überbrückung der Sprachbarriere, der Integration und auch der Auswirkungen aus der „zivilisierten“ Welt, fand ich sehr spannend.

Bei zeitgeschichtlich basierten Büchern wäre meine Empfehlung „Der Dirigent“ von Sarah Quigley.

Ihre Geschichte um die Entstehung der Siebten Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch und den Dirigenten Karl Eliasberg hat mich mitgerissen. Insbesondere auch hier die Verknüpfung von historischen Fakten und Fiktion hat meinen Nerv getroffen. Schauplatz ist Leningrad kurz nach der Besatzung im Zweiten Weltkrieg.

Kommen wir dann nun zum Genre Krimi. Da würde ich von Lyndsay Faye „Der Teufel von New York“ empfehlen. Die historische Komponente des Romans ist vielleicht nicht jedermanns Sache, aber für mich macht sie den Reiz an dieser Reihe aus. Wer das nicht mag, der bekäme den ersten Teil der Vera-Stanhope-Reihe von Ann Cleeves aufs Auge gedrückt: „Opferschuld“.

Bei den Thrillern wäre ganz klar der erste Teil der Sonderdezernat Q – Reihe meine Empfehlung: „Erbarmen“ von Jussi Adler-Olsen. Für jemanden der es ganz besonders krass mag, würde ich auch „Das 13. Opfer“ von Stuart MacBride aus der Schublade zaubern.

Fakt ist aber: Wenn mich jemand um eine Buchempfehlung für ein bestimmtes Genre bittet, führe ich ihn in der Regel in meine bescheidene Bibliothek und stelle ihm mehrere Bücher vor, damit er/sie auswählen kann. Schließlich gibt es ja viele Facetten die es zu berücksichtigen gilt. Darf beispielsweise der Krimi auch witzig sein? Soll es eher ein Psycho- oder ein Blut-Thriller sein? Wie wahrheitstreu soll der Historische Roman sein? Interessieren bei einer (Auto)Biografie andere Kulturen? Etc.pp.
Man sollte also einem Lesewilligen nicht einfach so ein Buch in die Hand drücken, sondern erst einmal fragen, ob er in der Hinsicht schon Vorlieben oder Abneigungen hat.

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