Frank Uhlmann: Brennen sollst du

Auf einem Acker im ländlichen Umkreis von Frankfurt wird ein Feuer gemeldet. Als Gerichtsreporter Norman Jacobi vor Ort eintrifft, ist schon das volle Programm gestartet. Denn mitten im rauchenden Feld steht ein Pfahl mit einer verbrannten Frauenleiche. Sofort denkt Jacobi an eine Hexenverbrennung. Er verbeißt sich in den Fall und spürt bald auch privat die Auswirkungen.

_Brennen sollst duAls er am Ort des Geschehens eintrifft, ist Gerichtsreporter Norman Jacobi genauso entsetzt wie alle anderen Anwesenden. Vor seinen Augen entfaltet sich ein verbranntes Feld mit einem Pfahl an dem eine ebenfalls verbrannte und gefesselte Frau hängt. Sofort denkt Jacobi an Hexenverbrennung. Erst recht als sich herausstellt, dass das Opfer auch gefoltert wurde. Sein Artikel in den Frankfurter Nachrichten ist entsprechend auf einen religiösen Hintergrund ausgerichtet.
Bei genauerer Betrachtung des Leichenfundortes entdeckt er Hinweise, die außer ihm keiner wahrnimmt: Ein ungewöhnliches Kreuz und seltsam anmutende Schriftzeichen im Boden. Jacobis Neugier ist geweckt.
Als die Wissenschaftlerin Dr. Katharina Beck ihn auf Fehler in seinem Artikel hinweist, erkennt er deren Potential. Als geheime Informantin soll sie ihm bei Recherchen in Sachen Religion und den Schriftzeichen helfen. Obwohl zunächst nicht begeistert, lässt Beck sich darauf ein. Ihre eigene Vergangenheit drängt sie regelrecht dazu.
Gemeinsam verfolgen sie die Spur der Katharer: einer religiösen Glaubensgemeinschaft, sie sich strikt an das Neue Testament hält und sich auch Wahre Christen nennt. Wenn auch die Brutalität des Falles nicht so recht zu deren ruhigem Lebenswandel passen will, scheint es doch plausibel, dass sie allzu selbstbewusste und promiskuitive Frauen bestrafen.
Natürlich bleibt es nicht bei einem Opfer. Eine zweite Frau wird entführt und verbrannt auf einem Feld gefunden und bald ist Opfer Nr. 3 entführt: Jacobi´s Freundin Rebecca.

Es ging mir auf die Nerven

Ich sage jetzt einfach mal, ich bin im Moment ein wenig ungnädig gegenüber Büchern im Allgemeinen und somit wohl auch etwas unfair gegenüber diesem Buch im Besonderen. Mag sein, ich bin derzeit manchen Geschichten einfach überdrüssig.
Wenn dem nicht so wäre, müsste ich jetzt schreiben, dass Buch wäre grottenschlecht und es ging mir einfach auf die Nerven.
Vielleicht habe ich einfach die Nase voll von Protagonisten, die sich immer wieder bewusst in gefährliche Situationen begeben, die soziale Kontakte vor den Kopf stoßen wegen ihrer Arbeit, die mit ihrer Vergangenheit kämpfen und nun gerade in diesem Buch mit der Aufarbeitung anfangen, die irgendeine Art von Zuneigung zu ihrem Ermittlungsgegenüber entwickeln und die regelmäßig jede Vernunft in den Wind schlagen. Es ödet mich an, dass immer wieder der weibliche Hauptpart mit einem erlittenen Missbrauch zurechtkommen muss und dass mindestens eine ermittelnde Person persönlich vom Tatgeschehen betroffen ist.
Die Idee mit den entführten, gefolterten und verbrannten Frauen ist für einen Krimi ja klasse. Immerhin. Die Umsetzung ist in meinen Augen unsäglich ermüdend. Sowohl Jacobi als auch Beck erscheinen mir naiv. Die geschilderte Ermittlungsarbeit kommt mir konstruiert und an den Haaren herbeigezogen vor. Die Polizei scheint irgendwie gar nichts zu machen.
Die Spannung ist nur mittelprächtig. Klar war ich neugierig, wer die Täter sind – denn das es nicht die sind, die zunächst als solche gelten, ist ja wohl klar. Generell wird auch schon von Anfang an von einer Gruppe ausgegangen, nie von einer Einzelperson.
Der Satz ob und wem ich das Buch empfehlen kann, erübrigt sich an dieser Stelle. Vielleicht hat ja schon wer das Buch gelesen und möchte meine Meinung korrigieren.

 

Autorenporträt
Frank Uhlmann 1971 in Niedersachsen geboren, studierte Soziologie und Politikwissenschaft. Nach Tätigkeiten an verschiedenen Universitäten arbeitet er jetzt als Studienberater an der Universität in Gießen, wo er mit seiner Frau lebt.

Buchinfo
„Brennen sollst du“ von Frank Uhlmann, erschienen im November 2014 bei dtv
Taschenbuch: 400 Seiten, € 9,95, ISBN 978-3-423-21552-7
eBook: Format: ePub, 368 Seiten, € 7,99, ISBN 978-3-423-42486-8

Quellen
Bild: www.dtv.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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