Löwen, Leoparden und schockverliebt in Klippschlieferbabys

IMG_2482In der Nacht regnete es. Ich hatte zwar an einem „Fenster“ den Regenschutz hochgeklappt, aber da mein Zelt unter einem Baum stand, war es nicht wirklich nass geworden im Inneren.

Der Vormittag war für eine weitere Pirschfahrt in der Serengeti eingeplant. Löwen fanden wir fast am gleichen Platz wie am Vortag. Natürlich auch mit genauso vielen Jeeps. Dazu eine große Herde Zebras im Hintergrund. Wir hofften auf einen spektakulären Angriff der Löwen, aber die hatten keine Lust. Insgesamt sahen wir an dem Vormittag ganze 11 Löwen. Das fand ich ziemlich beeindruckend.

Eine besondere Sichtung

Es sollte aber noch eine besondere Sichtung auf uns warten. Ich weiß nicht, ob Faraja über Funk davon erfuhr oder ob er generell vor hatte mit uns dahin zu fahren: Ein riesiger Felsen eingerahmt von Büschen und Bäumen – und an einer Seite flankiert von unzähligen Jeeps. Dort hatte sich eine Leopardenmama mit ihrem Nachwuchs (angeblich 2 Kinder) niedergelassen. Zunächst war ich zu blöde sie zu entdecken. Trotz mehrfacher Beschreibungen und Hinweise. Erst als sie sich bewegte, erhaschte ich einen Blick auf sie. Immerhin eins der Leopardenkinder konnte ich halbwegs anständig auf einem Foto festhalten.

Mama ließ sich auf einem Ast nieder, halb verdeckt von den Blättern und leckte an irgendwas herum. Genau wie all die anderen Anwesenden beobachteten wir den gefleckten Tierkörper. Immer darauf hoffend, dass sie sich besser sichtbar hinsetzen oder hinlegen möge. Am besten noch mit Nachwuchs neben sich. Aber so ein Tier macht ja selten, was die Menschen wollen.

Verliebt in die Klippschliefer

Nach einer kurzen Pause an einem Rastplatz mitten in der Serengeti machten wir uns auf in Richtung Süden. Langsam pirschten wir zum Ausgang. Unterwegs sahen wir noch einen weiteren Leoparden – der männliche Part der kleinen Familie, der es sich auf einem Baum gemütlich gemacht hatte.

An der Ausfahrt des Serengeti-Nationalparks machten wir unsere Mittagspause. Zu meinem größten Entzücken waren neben vielen Menschen auch lauter Klippschliefer und Zwergmangusten unterwegs. Vor allem die Klippschliefer ließen sich unter den besetzten Tischen nieder und warteten ob etwas Essbares herunter fiel. Ich kam kaum dazu mein Lunchpaket zu verzehren, weil ich ständig mit leuchtenden Augen unter den Tisch guckte.

Zu allem Überfluss entdeckte ich am Rand des Picknickbereiches auch noch Klippschliefernachwuchs. Auf einer Steinmauer und im Gestrüpp wuselten die kleinen Flauschbälle hin und her. Ich hätte dort Tagelang stehen können. Aber wir mussten weiter.

Auf zum Ngorongoro-Krater

Von dem berühmten Nationalpark aus fuhren wir zum Ngorongoro-Krater. Wir waren mehrere Stunden unterwegs und die Vegetation sowie das Wetter änderten sich massiv.

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Zeltplatz auf dem Rand des Ngorongoro-Krater

Unser Zeltplatz lag auf dem Kraterrand in einer Höhe von ca. 2.500m. Auf dem Weg dorthin wurde die Landschaft feuchter, grüner, dichter bewachsen. Die Temperaturen sanken und Nebel hing tief in der Luft. Am Camp angekommen, standen unsere Zelte schon wieder und Ari und Ombeni waren schon dabei sich um unser leibliches Wohl zu kümmern.

Das Camp war ziemlich groß und es gab an jedem Ende ein Küchengebäude, einen „Speisesaal“ sowie die Toiletten und Duschen für Männlein und Weiblein. Im Laufe des Nachmittags und Abends wurde es immer mehr Zelte – und alle waren dunkelgrün. Ich suchte mir Wegmarken und Anhaltspunkte, um später mein richtiges Schlafgemach wieder zu finden.

 

Auf über 2000m wirds Zeit für Pulli und Jacke

Faraja warnte uns alle eindringlich acht zugeben und einem eventuell vorbeilaufenden Elefanten nicht zu nahe zu kommen. Skeptisch schaute ich in die Nebelwand und wieder zu Faraja und meinte, er würde mich ja wohl verschaukeln. Tatsache ist, ich sah keinen Elefanten. Tatsache ist aber auch, dass es nicht immer so neblig ist dort oben und sehr wohl Wildtiere wie Zebras und Elefanten das Camp durchqueren. Das Internet hat Bilder davon, zum Beispiel auf TripAdvisor .

Abgesehen davon war es aber sehr kalt da oben. Nach den angenehm warmen Tagen im Tiefland, kleideten wir uns hier alle in Pullis und Jacken. Es lebe der Zwiebellook. Kaffee, Tee und die allabendliche Suppe wurden glücklich aufgenommen. Außerdem waren alle happy darüber, dass es in den Duschen hier heißes Wasser gab. Dafür waren die Toiletten zwar nur Löcher im Boden, aber man will ja nicht zu kleinlich sein. (Der Ordnung halber: Im Sanitärgebäude auf der anderen Campseite, gabs normale Sitzklos.)

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Aufgrund der vielen Menschen und des damit verbundenen Geräuschpegels hatte ich eine sehr unruhige Nacht. Nachdem jemand mein Zelt mit seinem verwechselte, hatte ich nur noch Albträume oder war wach. Immerhin hab ich nicht gefroren. Und außerdem war die Nacht eh frühzeitig vorbei. Noch mehr Tiere warteten auf uns.

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