MoFra: Blogger im Vergleich zum Literaturkritiker?

Montagsfrage 3

Im Vergleich zum Wochenende waren die letzten Tage vergleichsweise ruhig. Lediglich am Samstag habe ich eine Kaffeerösterei hier in der Gegend besucht, die Tag der offenen Tür hatte. Dann gibt es Kaffeepulver und -bohnen günstiger und man kann auch gleich kostenfrei den dortigen Kaffee probieren. Dazu gibt es Schnittchen und Kuchen – eine sehr nette Angelegenheit. Dementsprechend habe ich dort mit einer Freundin recht lange gesessen und getratscht.

Am Abend habe ich mich zu „Stuttgart City Leuchtet“ gewagt. Musik, bunte Lichter, die üblichen Fressbuden und die bis Mitternacht offene Shoppingmeile zogen wie erwartet viele Leute an. Statt des Feuerwerks gabs stündlich eine Lichtshow mit Musik. Die hat mich nicht so recht vom Hocker gerissen. Genausowenig wie die Gesangsprobe des neuen Musicals „Ghost – Nachricht von Sam“, die werbewirksam zu Gehör gebracht wurde. Ich mochte seinerzeit den Film, aber das Musical werde ich mir sicherlich nicht ansehen.

Jetzt aber zum Wesentlichen, warum wir „hier“ sind: die Montagsfrage. Diese wird allwöchentlich gestellt von Antonia von Lauter-und-Leise.com. Heute möchten Sie und Frank, Der Büchernarr wissen:

Wie sehen sich Blogger im Vergleich zu professionellen Literaturkritikern?

In meinen Augen kann man das nicht vergleichen. Das Tun des professionellen Literturkritikers fußt m.E. auf einem entsprechendem Studium bzw. seeeeehr reichen Erfahrungsschatz und der Lektüre unzähliger Bücher, hauptsächlich klassischer Literatur. Er sollte neutral und unvoreingenommen ein Buch rezensieren nach einem … ich nenne es mal Schema F. Also nach einer bestimmten definierten Prioritätenliste.

Als Blogger habe ich keinen literarischen Hintergrund, keine irgendwie geartete journalistische Ausbildung und lese vornehmlich das was man Belletristik nennt. Ich muss auch kein Buch lesen, dass mich nicht interessiert, sondern richte mich allein nach meinem Geschmack. Und wenn ich einen Autor nicht leiden kann, dann lese ich seine Bücher nicht.

In meinen Rezensionen kann ich meine Meinung vertreten und muss nicht objektiv sein. Ich gebe meinen subjektiven Eindruck von dem Buch ab, der sicherlich je nach Laune, Tagesform und auch der allgemeinen Gemütslage variiert. Meine Meinung will nicht allgemeingültig sein und ich will nicht für andere Leser sprechen.

Ich habe recht wenig mit Literaturkritikern zu tun. Der wohl einzige den ich kenne bzw. kannte ist Marcel Reich-Ranicki. Verstanden was er über Bücher sagt, hab ich aber ganz ehrlich recht wenig. Ich habe den Eindruck, dass Literaturkritiker die Buchbesprechung auf einer ganz anderen Ebene betreiben, als Blogger. Daher hat meiner Meinung nach beides seine Daseinsberechtigung und ist wichtig.

Wobei ich inzwischen vermute, dass die Blogger einfach aufgrund ihrer Masse immer relevanter für Verlage auch in Sachen Werbung werden.

Blogger sprechen eher die Allgemeinheit an, weil sie nicht mit Fachbegriffen und Fremdwörtern um sich werfen und eben einfach ihre Meinung sagen. Und eben, weil sie ganz andere Bücher lesen und darüber schreiben, als es im sogenannten Feuilleton üblich ist. Damit erreicht man eine andere Klientel als der professionelle Literaturkritiker.

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