Hans Rath: Und Gott sprach: Wir müssen reden

Das Glück ist dem Psychotherapeuten Dr. Jakobi nicht wirklich hold. Seine Ehe ging in die Brüche und bei der Scheidung ging er leer aus. Nun macht ihm seine berechnende Ex-Frau wieder Avancen und reagiert recht ungehalten auf seine Ablehnung. Dass Jakobi unerwartet einen Patienten auftut, der sich ausgerechnet für Gott hält, ist irgendwie ein Lichtblick.

_Und Gott sprach Wir müssen redenAls Eheberater steht der Therapeut Dr. Jakob Jakobi vor den Scherben seiner Karriere nachdem seine eigene Ehe in die Brüche ging. Dass er seine Praxis und auch seine Wohnung von seiner Ex-Frau Ellen gemietet hat verbessert seine Lage nicht. Denn so ist diese automatisch über seine desolate finanzielle Situation informiert.
Eines Nachts steht Ellen vor seiner Tür und verlangt umgehend eine Eheberatung für sich und ihren neuen Partner. Letzterer ist allerdings weniger gesprächig. Vielmehr schlägt er aufgrund seiner unkontrollierten Eifersucht Jakob einfach mal k.o.
Jakob landet mit einer gebrochenen Nase im Krankenhaus. Dort trifft er auf Abel Baumann. Der ist gekleidet wie ein Clown und bittet bereits nach einem kurzen Gespräch um eine Therapie. Situationsbedingt ist Jakob nicht gerade begeistert, doch der Fall scheint ihm dennoch sehr interessant. Behauptet Abel Baumann doch niemand geringerer als Gott persönlich zu sein.
Die Therapie gestaltet sich dann etwas anders als gewöhnlich. Nicht nur, dass Jakob und Abel durchs Land fahren, um Abels Kind mit einer Frau namens Maria zu besuchen und die Mutter gleich mit. Auch Jakobs Privatleben wird dank seiner Ex-Frau und seines Bruders gehörig durcheinander geschüttelt. Ellen beispielsweise erwägt eine Auffrischung ihrer Ehe. Nach Jakobs Zurückweisung setzt sie ihn einfach auf die Straße. Obwohl noch nicht lange miteinander bekannt, steht Abel seinem gebeutelten Therapeuten bei.
Schließlich erbringt Abel den lange erwarteten Gottesbeweis für Jakob: er zeigt, wie die Welt ohne ihn, Jakob, aussehen würde. Ziemlich starker Tobak, aber auch die Möglichkeit für einige lebensverändernde Maßnahmen in Jakobs Leben.

Charmant und kurzweilig

Ein schönes, charmantes Buch, das für Kurzweil sorgt. Viel habe ich geschmunzelt beim Lesen. Auch wenn die Idee, dass Gott auf Erden wandelt ja nicht neu ist. Ich habe mich beispielsweise oft an „Der alte Mann und Mr. Smith“ vom großartigen Sir Peter Ustinov erinnert.
Jakob ist ein Pechvogel und manchmal möchte man ihn in den Hintern treten – gerade in Bezug auf seine Ex-Frau. Aber die Interaktion mit Abel bzw. überhaupt die Gespräche mit Abel/Gott finde ich sehr gelungen. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt. Und es hat mich auch ein wenig zum Nachdenken angeregt. Besonders als Abel Jakob eine Welt zeigt, in der Jakob nicht existiert, führt für mich unweigerlich zur Frage: „Wie ist das bei mir? Welche Auswirkungen hatte ich bisher auf die Welt?“ So gesehen, ist es nicht einfach nur ein gutes Buch.
Bei der Lektüre kommt keine Langeweile auf, das Buch hält den Leser auf Trab. Es zieht sich auch nicht unnötig in die Länge.
Mir hat das Buch gut gefallen und ich kann es guten Gewissens weiter empfehlen.

 

Autorenporträt
Hans Rath, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt mit seiner Familie in Berlin, wo er unter anderem als Drehbuchautor tätig ist. Mit der Romantrilogie «Man tut, was man kann», «Da muss man durch» und «Was will man mehr» hat Rath sich eine große Fangemeinde geschaffen. Zwei der Bücher wurden bereits fürs Kino verfilmt. «Und Gott sprach: Wir müssen reden» sowie «Manchmal ist der Teufel auch nur ein Mensch» wurden ebenfalls zu Bestsellern.

Buchinfo
„Und Gott sprach: Wir müssen reden“ von Hans Rath, erschienen Mai 2015 bei rororo
Taschenbuch: 288 Seiten, € 8,99, ISBN 978-3-499-25981-4
eBook: € 8,99, ISBN 978-3-644-21111-7

Quellen
Bild: www.rowohlt.de / Text (außer Autorenporträt): Susanne

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